Urlaubszeit ist Reisezeit – doch damit steigt das Risiko der Einschleppung von Tierseuchen

Ob Affenpocken (Mpox), Afrikanische Schweinepest oder Maul- und Klauenseuche viele Tierkrankheiten aus Urlaubsländern stellen eine Gefahr für die heimische Tierpopulation dar, einige sogar für den Menschen.

Eine Salami vom Erzeuger in Ungarn, Wildschweinwurst aus Rumänien, Schinken aus Spanien oder Wildfleisch aus Afrika (Buschmeat): Wer verreist, bringt gerne landestypische Lebensmittel mit nach Hause. Was allerdings die Daheimgebliebenen kulinarisch erfreuen könnte oder an die vergangene Reise zurückdenken lässt, kann sich als tickende Zeitbombe für die Gesundheit von Mensch und Tier entpuppen. Angesichts grassierender Tierseuchen in vielen beliebten Urlaubs- und Reiseländern ist die Einfuhr tierischer Erzeugnisse nach Deutschland mit einem hohen Risiko der Einschleppung in die heimischen Tierbestände verbunden und deshalb verboten. Darauf verweist das Amt für Veterinärwesen und Lebensmittelüberwachung im Landratsamt Rastatt.

Besonders hoch eingeschätzt wird das Risiko der Einschleppung des Erregers der Afrikanischen Schweinepest (ASP) und der Maul- und Klauenseuche (MKS). Als problematisch gelten erzeugte Lebensmittel von Wildschweinen und Rindern aus betroffenen Regionen sowie die unsachgemäße Entsorgung von Speiseresten. So wurde kürzlich eine größere Menge Schweinefleisch im Reisegepäck aus der Mongolei festgestellt, das nachweislich mit dem Erreger der Schweinepest infiziert war. Der Fund verdeutlicht eindrücklich das Risiko, das mit derartigen Mitbringseln verbunden ist.

Neben der ASP und MKS stehen derzeit noch andere hochansteckende Tierseuchen stark im Fokus der Veterinärbehörden, wie beispielsweise die Schaf- und Ziegenpocken und Hautknotenkrankheit (Lumpy Skin Disease, LSD) der Rinder. In den Jahren 2025 und auch 2026 gab es mehrere Ausbrüche innerhalb Europas, so in Italien, Griechenland, Frankreich und Spanien. Die Übertragung dieser Krankheiten erfolgt, neben lebenden Tieren, auch über tierische Erzeugnisse.

Der Ausbruch dieser Krankheiten in den Tierbeständen führt zu ausgeprägten klinischen Erscheinungen, die mit erheblichem Leiden der Tiere und massiven wirtschaftlichen Folgen für die betroffenen Betriebe verbunden sind. Zum Schutz der heimischen Betriebe unterliegt die Einfuhr von Lebensmitteln deshalb strengen Einfuhrbestimmungen. So sind Fleisch- und Milchprodukte generell verboten, für andere tierische Lebensmittel gibt es Mengenbegrenzungen. So dürfen beispielsweise im Reisegepäck höchstens bis zu 20 Kilogramm Fisch und Fischereierzeugnisse und bis zu zwei Kilogramm Honig mitgebracht werden.

Mengenüberschreitungen und Verstöße führen zur Beschlagnahmung und Vernichtung der Ware auf Kosten der Reisenden.

Das Veterinäramt warnt in diesem Zusammenhang davor, Fleisch- und Wurstwaren, Milcherzeugnisse sowie Jagdtrophäen aus dem Urlaub nach Deutschland im Reisegepäck mitzuführen. Sollte dennoch die Absicht bestehen, wird empfohlen, sich vor der Reise über die Einfuhrbestimmungen zu informieren. Zur Vermeidung der Einschleppungen von Tierseuchen über den Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden wird das Gepäck der Flugreisenden bei der Einreise durch den Zoll streng kontrolliert. Die Einfuhr von tierischen Lebensmitteln, auch wenn sie unwissentlich erfolgt, stellt eine Ordnungswidrigkeit dar und wird grundsätzlich mit einer Geldbuße geahndet, die den Warenwert übersteigt. Im Jahr 2025 wurden über 2,3 Tonnen illegal mitgeführte Lebensmittel am Baden Airpark eingezogen und entsorgt. Das Veterinäramt hat in allen Fällen ein Bußgeld erhoben.

Urlaubsreisende, die mit dem Fahrzeug unterwegs sind, sollten strikt darauf achten, Speise-, vor allem Wurstreste, auf Parkplätzen an Autobahnen oder Fernstraßen nicht einfach wegzuwerfen, sondern entsprechend zu entsorgen. Nicht ordnungsgemäß entsorgte Speisereste können im schlimmsten Fall dazu führen, dass beispielsweise Wildschweine diese aufnehmen und sich so mit dem Schweinepestvirus infizieren. An Autobahnraststätten, Parkplätzen und Autohöfen gibt es hierzu Informationen auf Plakaten in mehreren Sprachen.