Rund 50 Jugendliche erkunden im Landratsamt Rastatt die unterschiedliche Berufswelt - ganz ohne Geschlechterklischees
Je nach Einsatzgebiet verbrachten die Jugendlichen ihren Tag im Büro, im Besprechungsraum oder auch im Außendienst, etwa im Wald mit dem Team des Forstamts.
Emilia Klingmann ist seit zwei Jahren als einzige Frau fester Bestandteil der IT-Abteilung beim Landratsamt Rastatt. „Es ist längst an der Zeit, die Rollenklischees aufzubrechen“, so Klingmann. Umso mehr habe sie sich darüber gefreut, am ,,Girls’ und Boys’ Day’’ vier jungen Mädchen die Welt der Informationstechnologie näherbringen zu können. Die Schülerinnen erhielten Einblicke in das Programmieren, besichtigten die Serverräume, lernten Grundlagen der IT-Verkabelung kennen, erstellten eine eigene Webseite und setzten sich praktisch mit der Hardware auseinander, indem sie Computer zerlegten und wieder zusammenbauten.
„Natürlich würde ich mich freuen, künftig etwas mehr weibliche Unterstützung zu bekommen, auch wenn ich mich unter meinen männlichen Kollegen von Beginn an immer sehr wohlgefühlt habe“, betonte Klingmann. Sie selbst sei damals durch ihren Vater auf das Berufsfeld aufmerksam geworden. „Der ist Maschinenprogrammierer. Während eines Praktikums im Bereich Anwendungsentwicklung habe ich dann mein Interesse an der Systemadministration entdeckt, sodass ich mich letztlich für eine Ausbildung entschieden habe.“ Ihre Entscheidung bereut Klingmann bis heute nicht.
Auch Anja Gomann, Ausbildungsleiterin beim Landratsamt Rastatt, sieht in Praktika und Orientierungstagen wie dem bundesweiten ,,Girls’ und Boys’ Day’’ eine gute Möglichkeit, eigene Interessen ausfindig zu machen und Berührungsängste sowie Geschlechterrollen abzubauen. „Ganz bewusst wollen wir den teilnehmenden Jungs deshalb insbesondere die sozialen Berufe näherbringen.“
Mit der Teilnahme am „Girls’ and Boys’ Day“ setzt das Landratsamt bereits seit Jahren ein klares Zeichen für Chancengleichheit und die Förderung junger Talente – unabhängig vom Geschlecht.