Wenn der Herbst zu früh beginnt: Trockenheit setzt den Wäldern zu
Grund für den frühen Laubfall war die wochenlang anhaltende Trockenphase im Sommer. „Wenn der Boden über einen langen Zeitraum kaum Wasser bekommt, schalten viele Bäume vorzeitig in den Überlebensmodus“, erklärt Forstbezirksleiter Markus Krebs. „Sie werfen einen Teil ihrer Blätter ab, um Wasser zu sparen und ihre Feinwurzeln zu schützen. Das sieht dramatisch aus, ist aber zunächst eine natürliche Schutzreaktion.“
Besonders betroffen sind Buchen, Birken und andere Laubbäume auf flachgründigen oder sandigen Standorten, wo Niederschläge schneller versickern und weniger Wasser gespeichert werden kann. Doch nicht nur die großen Bäume leiden unter der langanhaltenden Trockenheit: Sowohl gepflanzte Bäume als auch natürlich gewachsene Jungbäume haben mit ihren noch kleinen Wurzeln Probleme, an Wasser zu gelangen. Mit der Folge, dass deutliche Ausfälle und Schäden in den jungen Waldbereichen zu vermelden sind.
Stress mit Folgen für den ganzen Wald
Der frühe Laubfall bedeutet nicht automatisch, dass die betroffenen Bäume absterben. Viele von ihnen treiben im folgenden Frühjahr wieder normal aus – vorausgesetzt, es folgen keine weiteren extremen Trockenjahre in Folge. Dennoch ist der vorzeitige Blattverlust mehr als nur ein optisches Phänomen. Bäume, die über mehrere Jahre wiederholt unter Trockenstress leiden, verlieren an Vitalität und werden anfälliger für Schädlinge und Krankheiten. Die Folgen der Trockenheit zeigen sich dann auch vermehrt an abgestorbenen Ästen in den Kronen. Dies führt zu mehr Risiko im Wald durch Totholz und zu Mehraufwand für die Forstleute. Es ist somit entscheidend, welche Entwicklung das Jahr 2027 mit sich bringen wird.
Sollte auch das nächste Jahr wieder lange Trockenperioden mit sich bringen, bereiten dem Forstamt Nadelbäume Sorgen – vor allem die Fichten und damit einhergehend der Borkenkäfer. „Trockenheit und Hitze sind die besten Verbündeten des Borkenkäfers“, so Krebs. „Geschwächte Fichten können sich gegen den Befall kaum noch wehren, weil ihnen der Harzfluss fehlt, mit dem sie die Käfer normalerweise abwehren. Gleichzeitig entwickeln sich die Käfer in warmen, trockenen Sommern schneller und bringen oft zwei bis drei Generationen pro Jahr hervor.“
Die Waldbesitzenden im Landkreis arbeiten gemeinsam mit dem Forstamt bereits seit Jahren daran, den Wald auf diese zunehmenden Klimaveränderungen vorzubereiten – vor allem durch den gezielten Umbau der Bestände zu klimastabileren, artenreicheren Mischwäldern.
