Landrat verabschiedet langjährigen Naturschutzbeauftragten Karl Gutzweiler
Seit seiner Erstbestellung am 1. August 1989 habe sich Gutzweiler kontinuierlich für den Schutz und erhalt der Natur eingesetzt, lobte der Landrat. „Und dabei immer versucht, in seinen Stellungnahmen über den Tellerrand hinauszublicken.“
Zu seinen größten Projekten während seiner Zeit als Naturschutzbeauftragter gehören die Begleitung und Beratung beim Neubau des Mercedes-Benz Werks sowie beim Tunnelbau Rastatt. Dusch errinnerte auch an mehrere eher außergewöhnliche Anträge wie etwa einen Taufgottesdienst an der Murg, ein Kutschenevent während der Großen Rennwoche in Iffezheim sowie den Extrem Cross-Lauf in Wintersdorf.
Hauptberuflich war Gutzweiler bis zu seiner Rente als Fachreferent für den WWF-Deutschland tätig. Zuvor war er maßgeblich an den auenökologischen und forstwirtschaftlichen Projekten des WWF-Auen-Instituts in Rastatt beteiligt.
Ein ganz besonderes Faible hat Karl Gutzweiler für Europas größte Raubkatze – den Luchs. Sowohl als Wald- und Wildnisreferent des WWF als auch ehrenamtlich setze er sich für die Wiederansiedlung des streng geschützen Tieres ein. Er ließ es sich deshalb auch nicht entgehen, Ende 2021 bei der Eröffnung der ersten Aufzucht- und Auffangstation für Luchse in Maßweiler dabei zu sein.
Zu seinen bekanntesten Aufgaben gehört die Koordination und Facharbeit für das Großprojekt „Luchs in Baden-Württemberg“, bei dem er ganz intensiv an der Wiederansiedlung der Wildkatzen im Schwarzwald mitwirkte. Seit mehr als zehn Jahren ist Gutzweiler zudem Mitglied der Luchs-Initiative Baden-Württemberg und dort auch im Vorstand.
Auch privat hält er immer wieder Fachvorträge über den aktuellen Stand der Rückkehr der Luchse und klärt über den Schutz der Tiere im Südwesten auf.
Landrat Dusch bedankte sich für sein außerordentliches ehrenamtliches Engagement. Gutzweiler habe sein Amt als Naturschutzbeauftragter stets mit Umsicht und großem persönlichen Einsatz ausgeübt. „Der Landkreis Rastatt konnte sich immer auf seine Erfahrung und seine Expertise verlassen.“
Auf Gutzweiler folgt zum 1. August Daniela Leitzbach. Sie ist nach einstimmigem Kreistagsbeschluss für zunächst einmal fünf Jahre als Naturschutzbeauftragte des Landkreises Rastatt für den Zuständigkeitsbereich Rastatt und Ötigheim bestellt worden.
Leitzbach wohnt in Ottersweier und ist als wissenschaftlich-technische Mitarbeiterin beim NABU-Institut für Fluss- und Auenökologie (IFA) in Karlsruhe tätig.
