Landkreis Rastatt stärkt Notfallversorgung: Feuerwehrleute werden zur Feuerwehrsanitätern ausgebildet

Angesichts der bevorstehenden sechsmonatigen Vollsperrung der B 462, die die An- und Abfahrt von Rettungsfahrzeugen ins obere Murgtal erheblich erschweren wird, hat der Landkreis Rastatt diese Woche 15 Einsatzkräfte der Feuerwehren zu Feuerwehrsanitätern ausgebildet. Diese strategische Maßnahme soll die vorklinische Notfallversorgung in der Region Mittelbaden maßgeblich verbessern.

Das Foto zeigt die neuen Feuerwehrsanitäter, die für künftige Notfallsituationen gewappnet sind und unterstützen die Truppe können. Foto: Daniel Susenburger
Die neuen Feuerwehrsanitäter sind für künftige Notfallsituationen gewappnet und unterstützen die Truppe. Foto: Daniel Susenburger

Die intensive Ausbildung, die insgesamt 45 Unterrichtseinheiten umfasste, fand dieses Woche in Forbach statt und zielte darauf ab, die Teilnehmenden umfassend auf Notfallsituationen vorzubereiten. Ein zentraler Bestandteil des Lehrgangs war die Vermittlung lebensrettender Sofortmaßnahmen, die bis zum Eintreffen des Regelrettungsdienstes angewendet werden können. Dies ist von besonderer Bedeutung, da die Vollsperrung der B 462 die Reaktionszeiten des Rettungsdienstes verlängern könnte.

Die Ausbildung schließt sowohl eine schriftliche als auch eine praktische Prüfung ein, in der die angehenden Feuerwehrsanitäter ihre Kenntnisse und Fähigkeiten unter Beweis stellen mussten. Neben der Überbrückung der versorgungsfreien Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes wurden die Teilnehmenden auch darin geschult, Einsatzkräfte innerhalb von Gefahrenbereichen abzusichern, wo eine direkte rettungsdienstliche Versorgung noch nicht möglich ist, wie beispielsweise Situationen bei Bränden, Verkehrsunfällen oder Gefahrguteinsätzen.

Darüber hinaus wurde ein weiterer Schwerpunkt auf die Unterstützung der Rettungskräfte bei einem Massenanfall von Verletzten gelegt. Bei Großschadenslagen, die die Kapazitäten des regulären Rettungsdienstes übersteigen, sind die speziell ausgebildeten Feuerwehrsanitäter eine unverzichtbare Ergänzung, um Patienten aus Gefahrenbereichen zu retten, Einsatzstellen abzusichern und die medizinische Erstversorgung im Gefahrenbereich zu gewährleisten. Dabei werden sie auch unter anderem durch das Deutsche Rote Kreuz (DRK) in seiner ehrenamtlichen Tätigkeit maßgeblich unterstützt.

„Die Ausbildung unserer 15 Feuerwehrsanitäter in Forbach ist eine direkte Antwort auf die Herausforderungen, die die Sperrung der B 462 mit sich bringt", erklärt Kreisbrandmeister Marco Zacharias. „Wir schaffen damit eine zusätzliche Sicherheitsebene für unsere Bürgerinnen und Bürger im Murgtal und stellen sicher, dass auch unter erschwerten Bedingungen eine schnelle und qualifizierte Erstversorgung durch die Feuerwehr zusammen mit dem Deutschen Roten Kreuz gewährleistet ist. Dies ist ein wichtiger Schritt zur Stärkung unserer gesamten Notfallvorsorge", so Zacharias.

Die erfolgreiche Qualifizierung dieser ersten Gruppe von Feuerwehrsanitätern markiert einen wichtigen Meilenstein für die Notfallmedizin in der Region Mittelbaden und unterstreicht das Engagement im Ehrenamt für die Sicherheit und Gesundheit der Bevölkerung, insbesondere in Zeiten besonderer Herausforderungen.