Integrationsdialog Bildung und Migration für Fachkräfte aus dem Landkreis Rastatt

Rund 60 Fachkräfte aus der Bildungs- und Integrationsarbeit des Landkreises Rastatt haben sich jüngst im Kreistagssaal des Landratsamts zu einem Austausch im Rahmen der Veranstaltung „Integrationsdialog Bildung und Migration“ getroffen. Die Veranstaltung markierte den Auftakt des Beteiligungsprozesses „Zusammen gestalten! Integration durch Beteiligung“, der durch das Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration Baden-Württemberg gefördert wird. Ziel dieses Projekts ist es, von Januar 2026 bis Juni 2028 mit verschiedenen Veranstaltungen und Beteiligungsformaten aktuelle Bedarfe und Potenziale der Integrationsarbeit zu identifizieren und daraus resultierende Schritte abzuleiten.

Sozialwissenschaftler Prof. Dr. Karim Fereidooni von der Ruhr-Universität Bochum stellt sein Fachwissen zur Diversitätssensibilität in Bildungseinrichtungen vor.
Sozialwissenschaftler Prof. Dr. Karim Fereidooni von der Ruhr-Universität Bochum stellt sein Fachwissen zur Diversitätssensibilität in Bildungseinrichtungen vor.

Theresa Verhoeven, Dezernentin für Ländlichen Raum, Migration und Geoinformation, eröffnete die Dialogveranstaltung. Im Anschluss stellte der renommierte Sozialwissenschaftler Prof. Dr. Karim Fereidooni von der Ruhr-Universität Bochum sein Fachwissen zur Diversitätssensibilität in Bildungseinrichtungen vor. In seinem Vortrag ging er insbesondere auf die Zusammenhänge zwischen Migrationshintergrund und Bildungserfolg beziehungsweise -misserfolg von Schülerinnen und Schülern ein. Dabei erläuterte er neun Faktoren, die Bildungserfolg oder -misserfolg seiner Meinung nach beeinflussen. Fereidooni wies in diesem Zusammenhang auf die Notwendigkeit von Fortbildungen für Lehrkräfte und die Förderung von Empathie in Schulen hin, um eine chancengerechte Bildung zu ermöglichen.

Nach einer Kaffeepause begaben sich die Teilnehmenden in das sogenannte World Café, eine Gruppenarbeit, um gemeinsam an konkreten Lösungsansätzen zu arbeiten. Die Diskussionen wurden in drei Phasen unterteilt: Zunächst wurden Hemmnisse und Hürden für eine gelungene Bildungslaufbahn von Menschen mit Migrationshintergrund identifiziert. In der zweiten Phase wurden Bedarfe abgeleitet und schließlich in der dritten Phase Lösungsansätze formuliert. Trotz der unterschiedlichen Arbeitskontexte der Teilnehmenden entstand ein produktiver Austausch, der sowohl praktische Lösungen für den Alltag der Fachkräfte als auch Impulse für politische und administrative Akteure lieferte.

Die Ergebnisse des World Cafés werden nun vom Sachbereich Integration des Landratsamts Rastatt weiter aufgearbeitet. Es ist geplant, die Ideen und Vorschläge in konkrete Maßnahmen umzusetzen. Die Teilnehmenden sind eingeladen, sich auch bei der kommenden Veranstaltung am 14. Dezember 2026 wieder zu treffen, um die Ergebnisse weiter zu vertiefen und weitere Schritte zu diskutieren.

Der Integrationsdialog Bildung und Migration bot nicht nur eine wertvolle Gelegenheit für den fachlichen Austausch, sondern trug auch dazu bei, nachhaltige Netzwerke im Landkreis Rastatt zu stärken. Der Beteiligungsprozess bietet Fachkräften aus den Bereichen Bildung und Migration eine Plattform, um gemeinsam Lösungen zu entwickeln, die eine integrative und chancengerechte Bildungslandschaft für alle schaffen.

Die Veranstaltung fand großes positives Feedback, sowohl von den Teilnehmenden als auch von den Organisatoren.