Demenz vorbeugen: Was jeder tun kann, um geistig fit zu bleiben

Landkreis Rastatt macht auf präventive Maßnahmen aufmerksam

Demenz gehört zu den großen gesundheitlichen und gesellschaftlichen Herausforderungen der kommenden Jahre. Mit dem Älterwerden der Bevölkerung wird auch die Zahl der Menschen steigen, die mit Gedächtnisproblemen, kognitiven Einschränkungen oder einer demenziellen Erkrankung leben müssen. Für Betroffene, Angehörige, Pflegende und Kommunen stellt sich damit zunehmend die Frage, wie Teilhabe und Selbstbestimmung möglichst lange erhalten bleiben und wie Unterstützung im Alltag gut funktionieren kann.

Der Landkreis Rastatt hat es sich auf die Fahne geschrieben, das Bewusstsein für Demenz weiter zu stärken. Dazu gehört nicht nur der Blick auf Erkrankung und Pflege, sondern vor allem auch auf Vorbeugung, Teilhabe und ein demenzsensibles Umfeld. Wer informiert ist, kann frühzeitig handeln – für die eigene Gesundheit, für Angehörige und für ein solidarisches Miteinander.

Dabei gilt zu beachten, dass Demenz kein einheitliches Krankheitsbild darstellt. Der Begriff beschreibt verschiedene Erkrankungen, bei denen geistige Fähigkeiten wie Gedächtnis, Orientierung, Sprache, Aufmerksamkeit oder Urteilsvermögen nachlassen. Nicht jede Vergesslichkeit ist dabei direkt ein Zeichen einer Demenz. Wenn Veränderungen jedoch über längere Zeit bestehen, den Alltag beeinträchtigen oder Angehörigen zunehmend auffallen, sollte ärztlicher Rat eingeholt werden.

Neben Diagnostik, Beratung und Unterstützung gewinnt auch die Vorbeugung stärker an Bedeutung. Zwar lässt sich eine Demenz nicht sicher verhindern. Alter, genetische Faktoren oder bestimmte Erkrankungen können nicht vollständig beeinflusst werden. Wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen jedoch, dass Lebensstil, gesundheitliche Vorsorge und soziale Teilhabe das Risiko einer demenziellen Erkrankung beeinflussen können.

Prävention beginnt daher nicht erst im hohen Alter. Schon regelmäßige Spaziergänge, Bewegung im Alltag, ausgewogene Mahlzeiten, Lesen, Musizieren, Gespräche oder der Besuch von Bildungs- und Begegnungsangeboten können helfen, Körper und Geist aktiv zu halten. Vorbeugende Maßnahmen müssen nicht kompliziert sein. Entscheidend ist viel mehr, dass sie Freude bereiten und dauerhaft im Alltag integriert werden. Ebenso wichtig sind die Behandlung von Bluthochdruck, Diabetes, Depressionen, Hör- und Sehbeeinträchtigungen sowie der Verzicht auf Rauchen und ein maßvoller Umgang mit Alkohol.

Auch soziale Teilhabe spielt eine wichtige Rolle. Wer regelmäßig mit anderen Menschen in Kontakt bleibt, sich austauscht, gemeinsam tätig ist oder sich ehrenamtlich engagiert, stärkt nicht nur das eigene Wohlbefinden, sondern auch geistige Aktivität und Alltagsstruktur. Nachbarschaft, Vereine, Gruppenangebote und generationenübergreifende Beschäftigungen können deshalb wichtige Bausteine für ein gesundes Älterwerden sein.

Demenzprävention ist keine einzelne Maßnahme, sondern Teil eines gesundheitsbewussten Alltags.