Auf Augenhöhe mit psychisch kranken Menschen

Zehn Jahre IBB-Stelle Baden-Baden/Rastatt

Die Zahl der psychisch kranken Menschen hat sich nach Angaben der Krankenkassen in den vergangenen 30 Jahren fast verdoppelt. Betroffen sind demnach vor allem Frauen und Jugendliche. Die Beeinträchtigungen sind dabei weit verbreitet und reichen von leichten Belastungen bis zu schweren Symptomen oder psychischen Störungen. „Das ist nichts, über das man mit Bekannten oder dem Nachbarn spricht“, sagt Olaf Schädlich, Gründungsmitglied der Informations-, Beratungs- und Beschwerdestelle (IBB-Stelle) Baden-Baden/Rastatt. Zusammen mit Sandra Braun und Judith Straub agiert er dort als Vertreter der Betroffenen. Die IBB-Stelle, die vom Landkreis Rastatt und der Stadt Baden-Baden gemeinsam getragen wird, ist eine unabhängige Anlaufstelle für Menschen mit psychischen Erkrankungen und ihre Angehörigen nach dem Psychisch-Kranken-Hilfe-Gesetz (PsychKHG).

Das aktuelle Team der IBB-Stelle Baden-Baden. Foto: IBB-Stelle
Das aktuelle Team der IBB-Stelle Baden-Baden. Foto: IBB-Stelle

Mitarbeitende der IBB-Stelle informieren und beraten seit zehn Jahren Menschen aus der Stadt Baden-Baden und dem Landkreis Rastatt über wohnortnahe Hilfs- und Unterstützungsmöglichkeiten, vermitteln bei Beschwerden zwischen psychisch kranken Menschen, Angehörigen und psychiatrischen Einrichtungen und bieten kostenfreie Beratung. Dabei versteht sich die Anlaufstelle als „Hilfe auf Augenhöhe“ mit den Betroffenen, denn im Team wirken Vertreter der Psychiatrie-Erfahrenen, der Angehörigen sowie Personen mit professionellem Hintergrund im psychiatrischen Versorgungssystem zusammen.

Gelungenes, gemeinsames Projekt der Stadt Baden-Baden und des Landkreises Rastatt

So können Erfahrungen aus unterschiedlichen Blickwinkeln eingebracht und die Betroffenen auf diese Weise entsprechend ihren Bedürfnissen beraten werden. Der Austausch trägt zudem zu Problemlösungen und gegenseitigem Verständnis bei. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten ehrenamtlich, unabhängig und unterliegen der Schweigepflicht. Eine Rechtsberatung erfolgt nicht. Die Entscheidung, welche Hinweise und Empfehlungen angenommen und umgesetzt werden, liegt allein bei den Ratsuchenden beziehungsweise Beschwerdeführenden.

„Auch Angehörige fühlen sich in einer solchen Situation oft hilflos“, berichtet Sonja Haase, die als Patientenfürsprecherin der Stadt Baden-Baden zusätzlich auch als Leiterin der Selbsthilfegruppe für Angehörige psychisch Erkrankter in Baden-Baden tätig ist. Die Leiterin der Angehörigengruppe in Rastatt und der Patientenfürsprecher des Landkreises Rastatt, Rolf Schnepf, wirken ebenfalls im IBB-Team mit. „Die IBB-Stelle ist ein gutes Beispiel für ein gelungenes, gemeinsames Projekt der Stadt Baden-Baden und des Landkreises Rastatt“, wie Schnepf verdeutlicht.

Vortrag zum Thema „Psychosen – ein Systemfehler“

Zum zehnjährigen Jubiläum der IBB-Stelle Baden-Baden/Rastatt lädt die Beratungsstelle alle Interessierten am Dienstag, 13. Oktober, um 17:30 Uhr zu einer kostenfreien Veranstaltung in den Gemeinderatssaal am Marktplatz 2 in Baden-Baden ein. Neben einem kurzen Rückblick auf zehn Jahre IBB wird Maren Stödtke, Leitende Oberärztin der Median-Klinik Gunzenbachhof, über „Psychosen – ein Systemfehler“ berichten. Der Vortrag ist nicht nur für Betroffene selbst, sondern auch für Angehörige und ihr Umfeld geeignet. Stödtke wird das Thema aus ihrer fachlichen und beruflichen Sicht beleuchten. Im Anschluss an den Vortrag ist Zeit für Fragen, Begegnungen und Austausch.

Service

Hilfesuchende aus dem Landkreis Rastatt und dem Stadtkreis Baden-Baden können die IBB-Stelle telefonisch oder per E-Mail kontaktieren. Persönliche Gesprächstermine sind nach vorheriger Vereinbarung ebenfalls möglich.
 
E-Mail: fragen@ibb-bad-ra.de
 
Telefon: (07221) 969 9555 (Anrufbeantworter ist geschaltet)
 
Weitere Informationen im Internet unter: www.ibb-baden-baden-rastatt.de

(Erstellt am 28. September 2026)