Kommunale Gesundheitskonferenz für den Landkreis Rastatt und den Stadtkreis Baden-Baden
Die Kommunale Gesundheitskonferenz (KGK) ist das regionale Koordinierungs-, Beratungs- und Vernetzungsgremium in Fragen der Gesundheitsförderung und Prävention, der medizinischen Versorgung und Pflege. Grundlagen und Arbeitsweise regelt das Landesgesundheitsgesetz. Auf Basis der Gesundheitsstrategie Baden-Württemberg arbeiten die KGKen daran, Lebensbedingungen für Bürgerinnen und Bürger gesundheitsförderlich zu gestalten, die medizinische Versorgung regional zu verbessern und gesundheitliche Chancengleichheit zu fördern.
Die gemeinsame KGK für den Landkreis Rastatt und den Stadtkreis Baden-Baden wurde am 15.11.2017 gegründet. In dem Gremium arbeiten die relevanten Akteure auf Grundlage der regionalen Gesundheitsberichterstattung sowie überregionaler Evidenz zu gesundheitlichen Problem- und Handlungsfeldern an gemeinsamen Lösungen und deren Umsetzung in der Region.
Organisationsstruktur und Zusammensetzung
In der KGK sind lokale Akteure aus dem Gesundheitsbereich (z.B. Vertreter Krankenkassen, kommunale Suchtbeauftragte) in verschiedenen Organen vertreten. Die Geschäftsordnung (PDF, 62 KB) regelt die Organisationsstruktur.
Die wichtigsten Organe sind:
- das Netzwerk KGK,
- die Lenkungsgruppe,
- die Arbeitsgruppen und die
- die Geschäftsstelle.
Das Netzwerk KGK setzt sich aus verschiedenen Mitgliedern zusammen. Den Vorsitz hat der Landrat/die Landrätin des Landkreises Rastatt bzw. der/die Oberbürgermeister/-in der Stadt Baden-Baden bzw. deren ernannte Stellvertretern/-innen inne (alternierend). Zu den Netzwerkmitgliedern gehören bspw. Abgesandte von örtlichen Gesundheits- und Präventionseinrichtungen, Vertreter und Vertreterinnen der medizinischen Versorgung und Pflege, Selbsthilfegruppen, Organisationen für Patientenschutz, kommunale Behinderten- und Suchtbeauftragten sowie weitere sozialen Institutionen, die thematisch relevante Berührungspunkte haben. Außerdem sind Expertinnen und Experten aus diesen Bereichen sowie Vertreter und Vertreterinnen der unterschiedlichen Fraktionen des Kreistages Teil des Netzwerks.
Ziele und Aufgaben
Die Ziele und Aufgaben der KGK des Landkreises Rastatt/Stadtkreis Baden-Baden sind im Wesentlichen:
- Förderung der Gesundheit in allen Lebensphasen und Lebenswelten
- Verbesserung der gesundheitlichen Chancengleichheit
- Entwicklung und Priorisierung von Handlungsempfehlungen auf Basis der Gesundheitsberichterstattung
- Initiierung und Begleitung von Maßnahmen
- Vermittlung von gesundheitsrelevanten Informationen und Projektvorhaben durch Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Arbeitsweise
Die Gesundheitskonferenz mit allen Mitgliedern, das Netzwerk KGK, tagt einmal jährlich. Diese Netzwerkveranstaltungen stehen unter dem Motto eines Schwerpunktthemas, das unter Berücksichtigung aktueller Erkenntnisse der Gesundheitsberichterstattung ausgewählt wird. Den Mitgliedern wird die Möglichkeit gegeben, sich untereinander zu vernetzen und Impulse für die eigene hauptamtliche Tätigkeit aber auch die Arbeit in den Arbeitsgruppen der KGK mitzunehmen. Die jährliche Netzwerkveranstaltung wird von der Lenkungsgruppe und der Geschäftsstelle der KGK vorbereitet.
Zu festgelegten Themenbereichen werden Arbeitsgruppen gebildet, die sich aus denjenigen Mitgliedern des Netzwerks zusammensetzen, die selbst im Themenbereich aktiv sind. Es können außerdem als beratende Expertinnen und Experten weitere Fachleute und Netzwerke hinzugezogen werden. Die Arbeitsgruppen bearbeiten Themen anhand der Ergebnisse der Gesundheitsberichterstattung sowie der fachlichen Expertise der eigenen Mitglieder und entwickeln Handlungsempfehlungen für kommunalpolitische Entscheidungsträger. Darauf aufbauend können die Arbeitsgruppen Maßnahmen initiieren, begleiten oder direkt umsetzen. Dies geschieht idealerweise entsprechend dem Public Health Action Cycle (PHAC):
Mitglied werden bei der KGK
Wenn Sie Interesse haben, Mitglied des KGK-Netzwerks zu werden, wenden Sie sich bitte mit einer formlosen Mail an kgk@landkreis-rastatt.de. Nach einer kurzen Abstimmung in der Lenkungsgruppe können Sie offiziell ins Netzwerk aufgenommen werden.
Beteiligungsmöglichkeiten für Bürgerinnen und Bürger
Interessierte Bürgerinnen und Bürger des Landkreises Rastatt und des Stadtkreises Baden-Baden können an der Netzwerkveranstaltung der KGK teilnehmen. Hierzu ist eine Anmeldung bei der Geschäftsstelle der KGK unter kgk@landkreis-rastatt.de notwendig.
Gesund aufwachsen
Gesund aufwachsen ist ein entscheidender Faktor für die Lebensqualität und das Wohlbefinden von Kindern. Im Fokus stehen dabei insbesondere die Gesundheitsförderung und Prävention, die dazu beitragen, gesundheitliche Risiken zu minimieren und positive Lebensgewohnheiten zu etablieren. Durch gezielte Maßnahmen wie Aufklärung über gesunde Ernährung, die Förderung von körperlicher Aktivität und die Stärkung der psychischen Gesundheit können Kinder lernen, Verantwortung für ihre eigene gesundheitliche Entwicklung zu übernehmen.
In diesem Kontext spielen Kommunale Gesundheitskonferenzen eine entscheidende Rolle, indem sie lokale Bedürfnisse identifizieren und durch den Austausch von Wissen und Ressourcen effektive Maßnahmen zur Förderung einer gesunden Lebensweise für Kinder und Jugendliche in deren Lebenswelten umsetzen.
Aktuelle Themen/Projekte
- Bewegungspass für Kinder im Alter von 2 bis 7 Jahren
- Psychische Gesundheit von Kindern, Jugendlichen und Familien
Kontakt
Rebekka Uhrig (siehe Kontaktspalte rechts)
Bei Fragen zum Bewegungspass wenden Sie sich bitte an unser Koordinationsteam unter bewegungspass@landkreis-rastatt.de oder 07222 381 5812.
Gesund älter werden
Das Älterwerden gehört zu den natürlichsten Prozessen des Lebens. Gesund älter zu werden betrifft dabei nicht nur die ältere Generation, sondern ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.
Im Rahmen der Kommunalen Gesundheitskonferenz werden Themen bearbeitet, die dazu beitragen, dass ältere Menschen ihr Leben bis ins hohe Alter hinein gesund, selbstbestimmt und erfüllt gestalten können. Aufgrund der thematischen Nähe wird mit der Kommunalen Pflegekonferenz zusammengearbeitet.
Was bedeutet „gesund älter werden“?
Gesund älter werden bedeutet nicht nur, frei von Krankheiten zu bleiben, sondern umfasst auch das psychische und soziale Wohlbefinden. Es geht darum, körperlich aktiv zu bleiben, die eigene Mobilität zu erhalten, gesund und genussvoll zu essen, soziale Kontakte zu pflegen und geistig aktiv zu bleiben. All diese Faktoren tragen dazu bei, dass Menschen auch im Alter ihre Lebensqualität erhalten oder sogar verbessern können.
Aktuelle Themen/Projekte
Kontakt
Rebekka Uhrig (siehe Kontaktspalte rechts)
Ambulante Medizinische Versorgung
Die ambulante medizinische Versorgung ist ein zentraler Baustein der gesundheitlichen Daseinsvorsorge. Eine ausreichende haus- und fachärztliche Versorgung sichert den Zugang zu medizinischer Betreuung und wirkt gesundheitlichen Ungleichheiten entgegen. Besonders vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und des drohenden Ärztemangels ist eine vorausschauende Planung und Vernetzung der Akteure vor Ort entscheidend.
Die Arbeitsgruppe Ambulante medizinische Versorgung (AG AMV) dient innerhalb der KGK des Landkreises Rastatt und des Stadtkreises Baden-Baden als Plattform zur Vernetzung und Abstimmung zwischen verschiedenen relevanten Einrichtungen, Organisationen, Gemeinden und Städten bezüglich der hausärztlichen Versorgungssituation in dieser Region. Ziel der Arbeitsgruppe ist es, Beratung und Unterstützung bei der Sicherstellung der hausärztlichen Versorgung im Landkreis Rastatt und im Stadtkreis Baden-Baden zu leisten.
Mitglieder der AG
- Kreisärzteschaft Rastatt
- Kreisärzteschaft Baden-Baden
- AOK Mittlerer Oberrhein
- Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg
- Klinikum Mittelbaden gGmbH
- Gesundheitsamt Rastatt/Baden-Baden
- Kreistag Rastatt
- Gemeinderat Baden-Baden
Aktuelle Themen/Projekte
- Landarzt-Stipendium
- Stärkung des Weiterbildungsverbunds Allgemeinmedizin Mittelbaden
- Navigationale Gesundheitskompetenz, Patientensteuerung und Notfallversorgung
Kontakt
Niklas Schütz (siehe Kontaktspalte rechts)
Schwerpunktthema
Im Rahmen der KGK gibt es ein wechselndes Schwerpunktthema. Dieses Schwerpunktthema orientiert sich an regionalen Gesundheitsdaten oder überregional relevanten Herausforderungen in den Bereichen Gesundheitsversorgung, Gesundheitsförderung und Prävention.
Zu jedem Schwerpunktthema werden Veranstaltungen angeboten, die sich sowohl an die Allgemeinbevölkerung als auch an Fachleute richten.
Ziele sind
- Informieren und Sensibilisieren zu aktuellen Gesundheitsthemen
- Eigenverantwortung stärken – bei Individuen, Organisationen und Institutionen
- Verständnis fördern für Herausforderungen und Handlungsfelder
- Arbeitsgruppen initiieren, die Maßnahmen entwickeln und umsetzen
- Vernetzung ermöglichen zwischen Akteurinnen und Akteuren.
Aktuelles Schwerpunktthema
Psychische Gesundheit von Kindern, Jugendlichen und Familien
Am 28. Februar 2024 fand die RegioKonferenz zur psychischen Gesundheit von Kinder, Jugendlichen und Familien in der Reithalle in Rastatt statt. Es handelte sich hierbei um eine geschlossene Kooperationsveranstaltung der Familienforschung Baden-Württemberg (FaFo BW), der Geschäftsstelle KGK und MEDICLIN Klinik an der Lindenhöhe.
Neben einem Impulsvortrag von Frau Dr. Pelz (Leiterin der Klinik an der Lindenhöhe) zur aktuellen Situation und den Herausforderungen durch die Covid19-Pandemie, fanden Workshops zu verschiedenen Themen (Systemübergreifende Prävention, Zugänge zu Hilfesystemen, Transition & Systemübergänge, Umgang mit NetzwerkprüferInnen und Hilfe in Akut-Situationen) und entsprechenden Fragestellungen statt.
Die FaFo BW hat die Ergebnisse der Konferenz zusammengetragen und am 4. Dezember 2024 im Rahmen einer Abschlussveranstaltung die Resultate aller in Baden-Württemberg stattgefundener Regio-Konferenzen vorgestellt.
Die Ergebnisse der RegioKonferenz Rastatt/Baden-Baden sollen als Grundlage für die Möglichkeiten der Weiterbearbeitung der Thematik im Landkreis Rastatt und Stadtkreis Baden-Baden herangezogen werden. Zukünftig könnten konkrete, aus der RegioKonferenz hervorgegangene Themen mittels flexibler Arbeitstreffen weiterverfolgt werden. Hierbei kann mit interessierten Akteuren aus der KGK zusammengearbeitet werden, sowie weitere Schnittstellen genutzt werden.



