Vom Klassenzimmer in den Wald: 19 Mädchen entdecken mit dem Forstamt Berufe im Wald

Sägen, messen, entscheiden: Beim bundesweiten„Girls’ & Boys’ Day“, bei dem sich auch das Landratsamt Rastatt mit einem vielseitigen Programm beteiligt hat, nahm sich das Team des Forstamts vor allem Zeit um die Girls. In diesem Jahr erhielten 19 Schülerinnen aus dem Landkreis Rastatt spannende Einblicke in die vielseitigen Berufe der Forstwirtin und Försterin. Wegen der großen Nachfrage stockte das Forstamt die ursprünglich geplanten Plätze kurzfristig sogar auf.

Gruppenfoto der Teilnehmerinnen mit den Försterinnen des Landkreises, Victoria Böhner, Jerusha Senk und Sophia Krieg (v.l.n.r.). Foto: Forstamt Rastatt
Gruppenfoto der Teilnehmerinnen mit den Försterinnen des Landkreises, Victoria Böhner, Jerusha Senk und Sophia Krieg (v.l.n.r.). Foto: Forstamt Rastatt

Im Mittelpunkt des Aktionstags stand das praktische Erleben. Die Teilnehmerinnen konnten erfahrenen Försterinnen und einer Forstwirtin direkt über die Schulter schauen – und selbst aktiv werden: Unter fachkundiger Anleitung wurde ein Baum gefällt, vermessen und Baumscheiben heruntergesägt. So entstand ein eindrucksvoller Zugang zur täglichen Arbeit im Wald.

Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der nachhaltigen Waldbewirtschaftung. Die Mädchen erfuhren, wie Försterinnen Bäume „auszeichnen“, also auswählen, welche gefällt werden – und aus welchen Gründen. Dabei wurde deutlich, dass jede Entscheidung nicht nur auf wirtschaftlichen, sondern ebenso auf ökologischen und langfristigen Überlegungen basiert.

Neben den praktischen Übungen standen auch grundlegende Fragen im Fokus: Wie wird man Försterin oder Forstwirtin? Worin unterscheiden sich die Berufe? Die Fachkräfte vor Ort gaben persönliche Einblicke in Ausbildung, einen vielfältigen Berufsalltag und nahmen sich Zeit für die Fragen der Schülerinnen.

„Das große Interesse zeigt, wie wichtig solche Angebote sind, um jungen Mädchen berufliche Perspektiven aufzuzeigen – gerade in Branchen, in denen Frauen bislang unterrepräsentiert sind“, resümiert Victoria Böhner, zertifizierte Waldpädagogin des Landkreises Rastatt.

Zugleich ist ein deutlicher Wandel sichtbar: Die Forstbranche wird weiblicher. Beim Forstamt Rastatt ist inzwischen rund die Hälfte der Nachwuchskräfte weiblich – ein deutliches Signal für die Entwicklung in einem traditionell männlich geprägten Berufsfeld.

Aufgrund der positiven Resonanz ist bereits geplant, den Orientierungstag im kommenden Jahr erneut anzubieten.