Stadt Rastatt erhält die erste Bewilligung einer Biotopverbundplanung im Landkreis Rastatt

Bebauung, Änderungen in der Intensität der Landnutzung und weitere Faktoren führen zur Zerschneidung von Biotopen, die als Lebensraum vieler gefährdeter Tier- und Pflanzenarten dienen. Der Austausch einzelner Populationen zwischen den Biotopen wird zunehmend erschwert, so dass ein Überleben vieler, teilweise auch sehr seltener Arten nicht mehr gesichert ist und die biologische Vielfalt verloren geht.

Aus diesem Grund hat sich die Landesregierung mit der Novellierung des Naturschutzgesetzes (NatSchG) im Jahr 2020 das Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2030 auf mindestens 15 Prozent des Offenlands der Landesfläche einen funktionalen Biotopverbund zu etablieren (Paragraf 22 NatSchG). Auf der Grundlage des Fachplans Landesweiter Biotopverbund soll ein Netz räumlich und funktional verbundener Biotope bewahrt, wiederhergestellt oder neu geschaffen werden, um die Vorkommen der heimischen Arten sowie deren Habitate dauerhaft zu vernetzen und zu sichern. Die Kommunen sind dabei verpflichtet, auf Grundlage des Fachplans lokale Biotopverbundpläne zu erstellen, um dieses Ziel zu erreichen. Zur Unterstützung der Kommunen bei der Erstellung eines lokalen Biotopverbundplans wurde auch beim Landratsamt Rastatt die Stelle eines Biotopverbundbotschafters geschaffen, der beim Landschaftserhaltungsverband angegliedert ist.

Der Landschaftserhaltungsverband unterstützt die Kommunen bei der Ausschreibung der Biotopverbundplanung und berät bei der Antragstellung von Fördermitteln. Die kommunalen Biotopverbundplanungen werden von externen Fachbüros erstellt und vom Land mit 90 Prozent der Planungskosten über die Landschaftspflegerichtlinie gefördert. Die Förderung wird bei den Unteren Naturschutzbehörden der jeweiligen Landkreise beantragt und bewilligt.

„Im Landkreis Rastatt haben erfreulicherweise bereits zehn Kommunen mit der kommunalen Biotopverbundplanung begonnen und teilweise auch schon Förderanträge für die Planungskosten bei der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Rastatt gestellt“, erklärt Dezernent Sébastien Oser.

Die Stadt Rastatt ist nun die erste Kommune, der ein solcher Förderantrag durch das Landratsamt bewilligt wurde und dabei mit einem Betrag von mehr als 73.000 Euro unterstützt wird. Weitere Bewilligungen für andere Kommunen des Landkreises werden in diesem Jahr folgen.