GPS-Check auf dem Kaltenbronn

Das Amt für Vermessung und Flurneuordnung im Landratsamt hat zwei weitere „Geodätische Referenzpunkte“ im Landkreis Rastatt an exponierter Stelle neu bestimmt. Sie befinden sich auf dem Kaltenbronn auf einer Höhe von fast 1.000 Metern am Hohlohturm und am Infozentrum Kaltenbronn.

GNSS-/GPS-Empfänger ermöglichen heutzutage eine exakte Bestimmung von Positionen auf der Erdoberfläche. Auch im Privatgebrauch setzen sich GPS-Empfänger als Navigationshilfe beim Autofahren oder Wandern, zur Positionierung von Fotos und Videos, zur Ortung von Handys oder beim sogenannten Geocaching immer mehr durch.

Die Vermessungsfachleute des Landratsamtes bieten seit 2012 als kostenlosen Service die eigenhändige Überprüfung der Empfänger an. Hierzu wurde bereits vor zwei Jahren unweit des Rastatter Bahnhofs auf dem Kulturplatz im Areal zwischen Landratsamt und Reithalle ein Referenzpunkt unter Verwendung des Satellitenpositionierungsdienstes der deutschen Landesvermessung (SAPOS) zentimetergenau bestimmt. Ergänzend zur Lage wurde auch die Höhenangabe, die auf dem Kulturplatz knapp 121 Meter beträgt, übertragen.

Alle drei Geodätischen Referenzpunkte im Landkreis sind in Edelstahlplatten eingraviert. In Rastatt ist die Platte auf einer Steinplatte des Kulturplatzes befestigt worden. Am Hohlohturm und am Infozentrum wurde die Platte jeweils auf einem Granitpfeiler befestigt, der etwa 30 Zentimeter aus dem Boden ragt. Der Granitpfeiler am Hohlohturm sitzt südlich des Turms, etwa drei Meter westlich der Wanderwegschilder. Beim Infozentrum Kaltenbronn befindet sich der Stein am Fußweg westlich des Infozentrums. Individuelle Schilder weisen zudem zu den Standorten der Punkte.

Die Standorte der Referenzpunkte wurden so ausgewählt, dass sie jederzeit zugänglich und leicht auffindbar sind. Mittels ihrer Koordinaten können sie auch wie ein Geocacher gesucht werden. „Einen Schatz gibt es dann allerdings nicht, aber als Belohnung exakte Koordinaten zur Überprüfung“, schmunzelt Wolf-Dieter Simmank, der leitende Fachbeamte Vermessung im Landratsamt, der zusammen mit Michael Pflüger, dem Sachgebietsleiter Vermessung, die Idee zur Realisierung auf dem Kaltenbronn hatte.

Wer seinen GNSS-/GPS-Empfänger überprüfen möchte, sucht zunächst den Referenzpunkt auf und stellt die Koordinatenausgabe auf eines der angegebenen Bezugssysteme ein, bevor das Navigationsgerät auf den Punkt aufgelegt wird. Dann können die Standortkoordinaten gemessen werden. Die Vermessungsexperten empfehlen ein mehrminütiges Messen, bevor die Messwerte mit den Koordinaten des Referenzpunktes abgeglichen werden. Abweichungen in den geographischen Koordinaten von 0,01 Sekunden entsprechen in der Längendifferenz etwa 20, in der Breitendifferenz rund 30 Zentimetern.

„Einfacher geht es mit UTM-Koordinaten, da es sich hier um ein metrisches System handelt“, erklärt Michael Pflüger. Die Genauigkeit hängt von der Anzahl der empfangbaren Satelliten und deren Position ab. Deshalb rät das Vermessungsamt, die Überprüfung auch zu verschiedenen Tageszeiten durchzuführen.

Weitere Informationen enthalten die Flyer zu den Geodätischen Referenzpunkten, die im Foyer des Landratsamtes und im Infozentrum Kaltenbronn ausliegen sowie unter angehängtem Link zur Verfügung stehen.


Bild: Geodätischer Referenzpunkt mit GNSS-/GPS-Empfängern

Foto: LRA

Die Koordinaten im Bezugssystem ETRS89/WGS84:

Hohlohturm Kaltenbronn
Geographisch:
Länge 8°24'56,27"
Breite 48°42'34,96"
UTM:
East 32 457 010,00 m
North 5395 351,24 m
Höhe (NHN): 985,29 m

Infozentrum Kaltenbronn
Geographisch:
Länge 8°25’59,65"
Breite 48°42'23,70"
UTM:
East 32 458 302,68 m
North 5394 993,84 m
Höhe (NHN): 862,13 m

Kulturplatz Rastatt
Geographisch:
Länge 8°12'48,84"
Breite 48°51'39,15"
UTM:
East 32 442 318,50 m
North 5412 288,30 m
Höhe (NHN): 120,85 m

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