Pflichtumtausch von Führerscheinen - Jahrgänge 1959 bis 1964 sind an der Reihe

Ob „grauer Lappen“, „rosa Pappe“ oder weiße Plastikkarte: Bis 2033 muss jeder Führerschein, der vor dem 19. Januar 2013 ausgestellt wurde, in einen neuen EU-Führerschein umgetauscht werden.

Der Pflichtumtausch der „alten Modelle“ ist bei der Führerscheinstelle des Straßenverkehrsamtes des Landkreises Rastatt bereits in vollem Gange. Bis zum 19. Juli mussten die Inhaber eines rosa oder grauen Papierführerscheines der Jahrgänge 1953 bis 1958 getauscht haben. Im nächsten Zyklus sind die Jahrgänge 1959 bis 1964 an der Reihe. Sie müssen ihre bisherige Fahrerlaubnis bis zum 19. Januar 2023 eintauschen.

Aufgrund des Pflichtumtausches verzeichnet die Fahrerlaubnisbehörde eine enorme Antragsflut. Seit dem Spätjahr 2021 herrscht durchgehend ein regelrechter Boom. „Ein weiterer Ansturm ist zu erwarten“, so Vera Kramer, Leiterin des Straßenverkehrsamtes. Die Behörde schätzt die Zahl der Führerscheine, die ab 2022 aus dem Verkehr gezogen werden sollen, auf jährlich rund 8.000. Die Behörde rät demnach den betroffenen Führerscheininhabern, den Antrag bereits fünf Monate vor dem gesetzlichen Stichtag zu stellen.

Um dem sehr hohen Antragsaufkommens gerecht zu werden, hat die Fahrerlaubnisbehörde beim Umtausch seit Kurzem auf den Direktversand von Führerscheinen durch die Bundesdruckerei Berlin an den Antragsteller umgestellt. Die Umstellung dient der Verbesserung der internen Verfahrensabläufe, was sich unter anderem in erster Linie auch auf die Bearbeitungszeit auswirkt. Für die Antragsteller bringt es den Vorteil, dass sie nur einmalig einen Behördengang haben.

Der Umtausch eines alten Führerscheins erfolgt auf Antrag, das heißt, jeder einzelne muss selbst initiativ werden. Eine schriftliche Aufforderung an die betroffenen Personen durch die Fahrerlaubnisbehörde gibt es nicht. Wer seinen alten Führerschein in einen EU-Scheckkartenführerscheines umtauschen möchte, erledigt dies im Rathaus seiner Wohnsitzgemeinde. Benötigt werden dafür ein biometrisches Passbild und der aktuelle Führerschein.

Das Bürgeramt stellt den entsprechenden Antrag aus. In diesem Zuge wird der alte Führerschein durch einen Stempel oder Aufkleber vor Ort nachträglich befristet und wieder ausgehändigt. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass für die Zeit bis zum Erhalt des neuen EU-Kartenführerscheins der Antragsteller weiterhin im Besitz eines Nachweises über die Fahrerlaubnis ist. Der bisherige Führerschein ist längstens bis zum Erhalt des neuen Kartenführerscheins gültig.

Die Antragsunterlagen werden von der jeweiligen Gemeindeverwaltung an die Fahrerlaubnisbehörde des Landratsamtes zur Bearbeitung weitergeleitet. Der neue Führerschein wird dann nach Herstellung von der Bundesdruckerei Berlin direkt zugestellt.

Wer dennoch weiter mit seinem alten Pkw- oder Motorrad-Führerschein fährt und die Frist für den Umtausch verstreichen lässt riskiert ein Verwarnungsgeld. Nach Ablauf der festgelegten Frist verliert der Führerschein zwar seine Gültigkeit, die Fahrerlaubnis bleibt jedoch weiterhin gültig.