Neues EU-Forschungsprojekt: Landkreis Rastatt und Stadtwerke Rastatt wollen gemeinsam Wasserverschmutzung vorbeugen

Persistente, mobile Substanzen (PM) werden als ernsthafte Bedrohung für die Sicherheit von Wasserressourcen angesehen. In vielen Fällen müssen Rohwässer zur Trinkwasserversorgung aufgrund von Verunreinigungen durch PM-Stoffe mit teuren Technologien aufbereitet werden. Das bekannteste Beispiel für PM-Stoffe sind Per- und Polyfluoralkyl-Substanzen (PFAS), allerdings gibt es noch zahlreiche weitere Vertreter. Das zum 01.Oktober gestartete europäische Forschungsprojekt zielt darauf ab, den Eintrag von PM-Stoffen in die Umwelt vorzubeugen, besonders problematische Stoffe und Stoffgruppen zu identifizieren, um somit das Trinkwasser zu schützen.

Der Schadensfall in Mittelbaden ist mittlerweile bereits als „Rastatt case“ international bekannt. Aus diesem Grund haben sich aus der Region der Landkreis Rastatt und die Stadtwerke Rastatt für dieses Forschungsvorhaben eingesetzt und arbeiten gemeinsam an Lösungen.

Ziel von ZeroPM ist es, den Weg hin zu einer schadstofffreien, giftfreien Umwelt zu unterstützen. So soll verhindert werden, dass PM-Stoffe durch Stoffe ersetzt werden, die ähnlich problematische Eigenschaften aufweisen. Das TZW: DVGW-Technologiezentrum Wasser (TZW) mit Sitz in Karlsruhe leitet das Projekt. Dies beinhaltet experimentelle Untersuchungen, aber auch die Regeneration der Materialien und der elektrochemische Abbau möglicher PM-Rückstande finden Beachtung. In Versuchen - sowohl im Labor des TZW als auch im Pilotmaßstab in zwei Wasserwerken - erfolgen die Eignungsprüfung der Verfahren für die Trinkwasseraufbereitung und zur Behandlung eines Umkehrosmose-Konzentrats zur Unterbindung des Eintrags dieser Stoffe in die Umwelt.

Im Rahmen von ZeroPM erfolgt auch die Entwicklung neuer analytischer Nachweismethoden für weitere PM-Stoffe durch das TZW und deren Anwendung bei Monitoringprogrammen in verschiedenen Wasserwerken. So kann bewertet werden, wie eine technische Entfernung für diese neuen Stoffe möglich ist.

Weitere Information auch unter
www.tzw.de

Das Projekt wird vom Norwegischen Geotechnischen Institut geleitet mit Dr. Sarah Hale als Projektkoordinatorin und Prof. Hans Peter Arp als Co-Koordinator. Die ZeroPM-Partner sind: Universität Stockholm (Schweden), Vrije Universiteit Amsterdam (Niederlande) TZW: DVGW-Technologiezentrum Wasser (Deutschland), Milieu Law and Policy Consulting (Belgien), ChemSec (Schweden), Umweltbundesamt (Deutschland), ETH Zürich (Schweiz), University of Luxembourg (Luxemburg) University of the Aegean (Griechenland), TG Environmental Research (Großbritannien), Technische Hochschule Chalmers (Schweden), Norwegisches Wasserforschungsinstitut (Norwegen), Universität Wien (Österreich) und Fraunhofer-Institut für Toxikologie und Experimentelle Medizin (Deutschland).