Linienbündel Süd II – Verbesserungen im Busnetz bei KVV Linien 263 und 264 nach den Weihnachtsferien

Die vom Landkreis Rastatt im Rahmen der Umsetzung der Verbesserungen der Nationalparkanbindung im Mai 2021 erfolgte Optimierung des Gesamtverkehrs innerhalb des Linienbündels Süd II hat sich grundsätzlich bewährt. Allerdings reagiert die Landkreisverwaltung aktuell mit Nachbesserungen auf Beschwerden bei den KVV Linien 263 und 264, die unmittelbar zum Schulbeginn nach den Weihnachtsferien wirksam werden. Die Beschwerden bezogen sich auf die Verbindung zwischen Bühlertal und Ottersweier sowie auf die Verbindung von Bühl-Neusatz in Richtung Bühlertal. Auf diesen beiden Strecken sind etwa 30 bis 40 Kinder im Schulverkehr unterwegs.

Bei der konzeptionellen Neuordnung im Frühjahr 2021 wurde insbesondere eine Verbesserung der Schüler- und Pendlerverkehre angestrebt. Hierbei standen die wichtigen Hauptverbindungen an die Schulstandorte von Bühlertal nach Bühl, von Ottersweier nach Bühl, von Bühl/Ottersweier/Bühlertal zur Lenderschule nach Sasbach und von Bühler Teilorten nach Bühl im Fokus. Bei der Neugestaltung wurden die Kapazitäten an aktuelle Schülerzahlen angepasst. Zu Schulzeiten sind in den Bussen weit über 500 Schüler unterwegs. Eine Neuerung war unter anderem die Ausgliederung der Fahrten zur Heimschule Lender und Bachschlossschule in eine neue Linie 264s und Anpassung der Fahrwege an Einzugsgebiete.

Die mit der Neukonzeption erwirkten Verbesserungen im Pendlerverkehr erbrachten eine klare Trennung der Linienverläufe 263 (Altschweier und Bühlertal) und 264 (Ottersweier und Neusatz) unter Beibehaltung durchgehender Ringfahrten mit Linienwechsel in Bühlertal (Haltestelle Schindelpeter). Dabei besteht ein durchgehender, klarer Stundentakt an allen Wochentagen mit teilweiser Verdichtung zur Hauptverkehrszeit. Auch sind systematische Anschlüsse zum Regionalexpress und der Stadtbahn am Bahnhof Bühl gewährleistet.

Unabhängig von der Tatsache, dass gemäß Schülerbeförderungssatzung die Verbindungen der Nebenverbindungen aus Landkreissicht akzeptabel erscheinen, sollen trotzdem partielle Verbesserungen erfolgen. Für die Verbindung zwischen Bühlertal und Ottersweier soll morgens und mittags jeweils eine Direktverbindung statt der bisherigen Umsteigeverbindung angeboten werden. Für die Verbindung von Neusatz nach Bühlertal wird morgens zur ersten Schulstunde eine direkte Verbindung eingerichtet.

Die Umsetzung der Maßnahmen erfolgt zum Schulbeginn nach den Weihnachtsferien ab 10. Januar 2022. Möglich sind die nachträglichen Anpassungen, weil diese im Rahmen der aktuellen Umlaufplanung ohne Sprungkosten machbar und vertretbar sind.

Neben den Hauptverbindungen, die sich an den üblichen Schuleinzugsbereichen orientieren, haben sich in den letzten Jahren verschiedene Schülerströme entwickelt, denen im Linienkonzept des Landkreises von der Schülerzahl her als auch unter Berücksichtigung der Schuleinzugsbereiche eine untergeordnete Bedeutung zugemessen wird. Die entsprechenden Schulrelationen sind „historisch angewachsen“, da die Schulortwahl häufig an subjektiven Faktoren festgemacht wird. Die hierbei auch mitgewachsenen Busverbindungen werden von der Elternschaft häufig als „fest eingeplante Größe mit Bestandsschutz“ betrachtet.

Mit den Nachbesserungen kommt der Landkreis in Kooperation mit dem KVV den betroffenen Schülern und Eltern entgegen. Das Landratsamt Rastatt weist darauf hin, dass grundsätzlich eine freie Schulwahl besteht, es aber nicht die Aufgabe des Landkreises ist, ein „flächendeckendes Schülerbeförderungskonstrukt“ sicherzustellen. Der Landkreis müsse sich grundsätzlich auf Schwerpunktverbindungen konzentrieren.

In den vergangenen Wochen gab es wiederholt auch Probleme im betrieblichen Bereich innerhalb des Linienbündels. Beklagt wurden Verspätungen, Anschlussprobleme, Auslassen von Haltestellen, Linienwegänderungen oder auch der Fahrplanaushang. Zum einen handelte es sich hierbei um Probleme, die sich durch baustellenbedingte Fahrplanänderungen ergeben haben, zum anderen um Personalprobleme der durchführenden Unternehmen. Seitens des KVV wird aktuell ein konstruktiver Dialog mit dem zuständigen Verkehrsunternehmen geführt, um einen stabilen Betrieb sicherzustellen. Aktuell muss allerdings betrachtet werden, dass aufgrund erhöhter Krankheitsquoten, Fachkräftemangel und insbesondere Corona nicht nur im Linienbündel Süd II, sondern auch in anderen Linienbündeln betriebliche Probleme bestehen.