Landkreis Rastatt zeigt Flagge für 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland

Im Jahr 2021 leben Jüdinnen und Juden nachweislich seit 1700 Jahren auf dem Gebiet des heutigen Deutschland. Dieses Jubiläumsjahr nähert sich im Dezember seinem Höhepunkt. Am 11. Dezember 321 erließ der römische Kaiser Konstantin ein Edikt. Dieses Gesetz besagte, dass Juden städtische Ämter in den Kurien, den römischen Stadträten, bekleiden durften und sollten. Dies belegt eindeutig, dass jüdische Gemeinden bereits seit der Spätantike wichtiger integrativer Bestandteil der europäischen Kultur sind. Eine frühmittelalterliche Handschrift dieses Dokuments befindet sich heute im Vatikan und ist Zeugnis der mehr als 1700 Jahre alten jüdischen Geschichte in Deutschland und Europa.

Das Foto zeigt Amtsleiter David Leonte, Am für Migration, Integration und Recht, und Landrat Dr. Christian Dusch beim Hissen der Flagge vor dem Landratsamt

Aus diesem Anlass wurden vom Verein „321-2021: 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland e.V.“ rund 1700 Flaggen ins gesamte Bundesgebiet versandt. Gemeinsam mit zahlreichen öffentlichen Einrichtungen, Landtagen, Parteien, Synagogen, Kirchen, Universitäten, Museen, Bildungseinrichtungen, dem Zentralrat der Juden und Privatpersonen zeigt der Landkreis nun Flagge für jüdisches Leben und gegen Antisemitismus. So wehen nun auch vor dem Gebäude des Landratsamts ab dem 9. Dezember zwei dieser Flaggen.

Mit vielen unterschiedlichen Veranstaltungen und Aktionen setzt sich der Landkreis außerdem für eine vielfältige Gesellschaft und ein friedliches Miteinander ein, gegen Diskriminierung, Rassismus und Antisemitismus. So zum Beispiel mit der Veranstaltungsreihe „Gemeinsam stark! Gegen Diskriminierung und Gewalt“ beziehungsweise der Koordination der gesamten Veranstaltungsreihe 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland. Hervorzuheben ist dabei das außerordentliche Engagement der Kommunen und der Israelitischen Kultusgemeinde (IKG) für die Organisation und Durchführung der Veranstaltungsreihe. Diese ging am 28.11.2021 mit einem Konzert der IKG mit Sharon Brauner & Karsten Troyke zu Ende, bei dem auch Landkreis und Stadt Baden-Baden Kooperationspartner waren.

Unter dem Namen #2021JLID – Jüdisches Leben in Deutschland wurden bundesweit vielfältige Veranstaltungen aus den Bereichen Kunst und Kultur, kulturelle und politische Bildung, Zivilgesellschaft sowie Religion, Tradition und Wissenschaft ausgerichtet. Im Zentrum des Festjahres stand dabei, die öffentlichkeitswirksame Vermittlung jüdischen Lebens im heutigen Deutschland sichtbar und erlebbar zu machen. Durch das Schaffen von Verständnis und emotionalen Momenten wurden Brücken gebaut, Begegnungen möglich und deutliche Zeichen gegen einen wachsenden Antisemitismus gesetzt.

Bildunterschrift:
Amtsleiter David Leonte, Am für Migration, Integration und Recht, und Landrat Dr. Christian Dusch hissen die Flagge vor dem Landratsamt

Foto: Alexandra Walter