Landarzt-Stipendium – mit Unterstützung des Landkreises auf dem Weg zur Hausärztin in der Region
Im Interview erzählt Annika Mast von ihrem Studium, ihrer Doktorarbeit und davon, wie das Stipendium ihren Alltag erleichtert.
Landkreis Rastatt: Frau Mast, wie geht es Ihnen nach einem Jahr als Stipendiatin des Landkreises Rastatt?
Mast: Mir geht es sehr gut und ich freue mich nach wie vor sehr über die Unterstützung. Das vergangene Jahr war intensiv, aber auch spannend, weil ich im Studium viele neue praktische Erfahrungen sammeln konnte.
Landkreis Rastatt: Wie weit sind Sie in Ihrem Studium?
Mast: Ich bin jetzt ganz aktuell in das Praktische Jahr gestartet. Das ist der letzte Abschnitt des Medizinstudiums. Dort arbeitet man bereits im Klinikalltag mit und durchläuft verschiedene Fachbereiche. Die letzten Monate waren vor allem von meiner Doktorarbeit geprägt. Das war eine besonders lehrreiche Phase.
Landkreis Rastatt: Womit haben Sie sich beschäftigt?
Mast: Meine Doktorarbeit ist Teil einer größeren Studie, die die Auswirkungen des Corona-Lockdowns auf das Immunsystem von Kindern untersucht. Es geht darum zu erforschen, ob Erkrankungen des Immunsystems bei Kindern, die während des Lockdowns geboren wurden, häufiger auftreten. Im Rahmen der Arbeit habe ich Blutproben aus Nabelschnurblut gesammelt und die enthaltenen Immunzellen quantifiziert. Aktuell werte ich die gewonnenen Erkenntnisse aus und verschriftliche alles. Voraussichtlich werde ich die Arbeit kurz nach Ende meines Studiums 2027 abschließen und veröffentlichen können.
Landkreis Rastatt: Die Förderung durch das Landarzt-Stipendium verpflichtet Sie, Ihre Weiterbildung in der Allgemeinmedizin im Landkreis Rastatt zu absolvieren. Wann starten Sie damit?
Mast: Wohl im Herbst 2027. Sehr wahrscheinlich starte ich mit einem der klinischen Abschnitte im Klinikum Mittelbaden. Ich freue mich darauf, dann auch die medizinische Versorgung hier in der Region noch besser kennenzulernen.
Landkreis Rastatt: Hätten Sie sich auch für das Stipendium beworben, wenn es Sie zu einer Niederlassung verpflichtet hätte?
Mast: Vermutlich nicht. Eine eigene Praxis zu übernehmen ist eine große Entscheidung, die mit viel Verantwortung verbunden ist. Ich finde es schwierig, sich bereits so früh im Studium darauf festzulegen. Das jetzige Modell gibt mir die Möglichkeit, mich früh zur Allgemeinmedizin und zur Region zu bekennen, ohne schon jeden weiteren beruflichen Schritt komplett festlegen zu müssen.
Landkreis Rastatt: Viele fragen sich vielleicht, warum Sie sich schon so früh für die Allgemeinmedizin entscheiden konnten?
Mast: Während meiner Famulaturen habe ich gemerkt, wie vielseitig und nah am Menschen die Allgemeinmedizin ist. Gerade die langfristige Begleitung von Patientinnen und Patienten finde ich sehr spannend. Als ich dann vom Landarzt-Stipendium erfahren habe, war das für mich ein zusätzlicher Anreiz, mich früh für diesen Weg – und auch für meine Heimatregion – zu entscheiden.
Landkreis Rastatt: Wie stellen Sie sich Ihre berufliche Zukunft nach der Weiterbildung zur Allgemeinmedizinerin vor?
Mast: Mein Plan ist hier in der Region ärztlich tätig zu sein. Vermutlich werde ich nicht direkt nach der Weiterbildung einen eigenen Kassensitz übernehmen, sondern erst einmal angestellt in einer hausärztlichen Praxis arbeiten. Ich schließe es allerdings auch nicht aus, irgendwann meine eigene Praxis zu führen.
Landkreis Rastatt: Hat sich Ihr Blick auf die medizinische Versorgung im ländlichen Raum seit Beginn des Studiums verändert?
Mast: Ja, definitiv. Mir ist noch bewusster geworden, wie wichtig eine gute hausärztliche Versorgung gerade außerhalb großer Städte ist. Hausärzte sind oft die erste und wichtigste Anlaufstelle für viele Menschen. Gleichzeitig merkt man aber auch, vor welchen Herausforderungen die ambulante Versorgung steht. Ich hoffe, dass es der Politik gelingt, hier jetzt die richtigen Weichen zu stellen.
Landkreis Rastatt: Wie erleben Sie den Kontakt mit dem Landkreis Rastatt im Rahmen des Stipendiums?
Mast: Sehr positiv. Ich habe das Gefühl, dass echtes Interesse an meinem Weg besteht und dass das Projekt langfristig gedacht ist. Man merkt, dass es nicht nur um finanzielle Förderung geht, sondern darum, junge Ärztinnen und Ärzte früh an die Region zu binden und zu begleiten. Da entsteht dann auch das Gefühl, dass man etwas zurückgeben möchte.
Landkreis Rastatt: Das Landarzt-Stipendium unterstützt Sie ja in erster Linie finanziell. Wie hilft Ihnen das konkret?
Mast: Das Stipendium nimmt definitiv Druck aus dem Alltag. Das Medizinstudium ist sehr zeitintensiv – mit Prüfungen, Praktika und vielem mehr. Durch die Förderung kann ich mich stärker auf Studium und praktische Ausbildung konzentrieren und muss weniger nebenher arbeiten.
Landkreis Rastatt: Was würden Sie anderen Medizinstudierenden sagen, die überlegen, sich für das Landarzt-Stipendium zu bewerben?
Mast: Ich würde auf jeden Fall empfehlen, sich zu informieren und Kontakt aufzunehmen. Das Stipendium bietet nicht nur finanzielle Unterstützung, sondern auch Wertschätzung und eine frühe Verbindung zur Region. Man kann auch viele wichtige Kontakte knüpfen. Gerade wenn man sich grundsätzlich vorstellen kann, später hausärztlich tätig zu sein, ist das eine wirklich gute Möglichkeit.
Landkreis Rastatt: Noch ein Blick nach vorne. Worauf freuen Sie sich im nächsten Jahr besonders?
Mast: Ich freue mich darauf, noch mehr praktische Erfahrungen zu sammeln und Schritt für Schritt in den ärztlichen Beruf hineinzuwachsen. Gerade der direkte Kontakt mit Patientinnen und Patienten motiviert mich sehr.
Service: Informationen zu Bewerbungsverfahren und Förderbedingungen unter www.landkreis-rastatt.de (Landarzt-Stipendium).
