Kommunale Inklusionsvermittler stärken Netzwerk

Zu einem weiteren Erfahrungsaustausch und zur Stärkung ihres Netzwerks kamen die Kommunalen Inklusionsvermittler (KIV) aus dem Landkreis Rastatt zusammen. Das Landratsamt hat sich Anfang 2021 auf den Weg gemacht, das Modell der Inklusionsvermittlung im Kreis zu etablieren. Die Beauftragte für die Belange von Menschen mit Behinderung, Petra Mumbach, freut sich, dass sich bereits neun Kommunen daran beteiligen und einen Inklusionsvermittler bestellt haben. Mumbach: „Unser Ziel ist es, dass die Runde der KIV stetig wächst und wir noch weitere Kommunen gewinnen können. Je größer das Netzwerk ist, umso stärker ist seine Wirkung im Landkreis.“

Inklusionsvermittler sind Ansprechpersonen vor Ort rund um das Thema Inklusion. Ihr Ziel ist es, Barrierefreiheit und die Teilhabe von Menschen mit Beeinträchtigungen in der Kommune zu fördern. Allen Menschen soll es, unabhängig von einer Behinderung oder Beeinträchtigung, möglich sein, sich an ihrem Wohnort zu bewegen und die Angebote vor Ort zu nutzen. Dazu zählen Einrichtungen, Geschäfte, öffentliche Gebäude, Veranstaltungen und vieles mehr. Die am Modell Beteiligten sind davon überzeugt, dass Inklusion allen nützt, da sie gesellschaftliche Vielfalt schafft, die ein Gewinn für alle ist.

Das Modell der Kommunalen Inklusionsvermittler wird vom Land Baden-Württemberg über das Projekt „KIV - Der kommunale Weg zu mehr Inklusion“ gefördert. Projektträger sind die „Akademie Himmelreich“ (Kirchzarten) und die „1a Zugang“ (Gärtringen), die den Aufbau von Netzwerken vor Ort begleiten. Seit 2014 konnte der Ansatz landesweit in neun Landkreisen umgesetzt werden.

Beim dritten Netzwerktreffen im Landkreis Rastatt lud die Inklusionsbeauftragte der Stadt Rastatt, Margrit Wagner-Körber, ins Bürgerforum Rossi-Haus ein. Das Rossi-Haus ist Preisträger des „Inklusion Plus Award 2021“, ein Preis des Landesverbandes Selbsthilfe Körperbehinderte Baden-Württemberg (LSK) für beispielhafte barrierefreie denkmalgeschützte historische Gebäude.

Bei einer Führung konnten sich die Inklusionsvermittler ein Bild machen von einer Vielzahl guter Ideen. Dazu zählen neben einem verglasten Aufzug, Rampen und zwei großen Behindertentoiletten, auch ein App-basierendes Leitsystem für Blinde und sehbehinderte Menschen, beleuchtete Stufen, Brailleschrift an den Handläufen sowie durchgängig eine sehr gute und leicht verständliche Beschilderung.

Die Mitglieder des KIV-Netzwerkes konnten dadurch viele Anregungen in ihre Gemeinden mitnehmen. Die Rastatter Inklusionsbeauftragte ist überzeugt, „das Netzwerk schafft wertvolle Kontakte. Gemeinsam können wir viel bewegen und Barrierefreiheit zu einem Querschnittsthema in den Kommunen machen.“