Große Schäden durch Gewittersturm im Iffezheimer und Hügelsheimer Wald

Eine Spur der Zerstörung hinterließ der Gewittersturm im Iffezheimer und Hügelsheimer Wald, der in der Nacht von 12. auf 13. Juni über Hügelsheim, Iffezheim und Sandweier hinweggefegt ist. Insbesondere im Iffezheimer Oberwald, nördlich der B 500, zwischen Hirschackerhütte, dem Grenzweg und dem Grundwasserwerk Sandweier wurde der Iffezheimer Wald in verheerendem Umfang in Mitleidenschaft gezogen.

Das Foto zeigt Revierleiter Norbert Kelm bei der Schadensaufnahme im Sturmholzverhau (Foto: LRA/Clemens Erbacher)
Revierleiter Norbert Kelm bei der Schadensaufnahme im Sturmholzverhau (Foto: Clemens Erbacher)

Während auf angrenzenden landwirtschaftlichen Flächen vor allem Hagelschlag großen Schaden anrichtete, waren es im Wald viele umgestürzte, abgeknickte oder abgebrochene Bäume oder entzweigerissene Baumkronen, die erahnen ließen, welche Naturgewalten hier mit enormer Wucht gewirkt hatten. An manchen Orten liegen entwurzelte Bäume kreuz und quer übereinander, an anderen Stellen sehen dicke Eichen oder Buchen, die in einer Höhe von zwei bis vier Metern abgerissen wurden, aus, als hätte man ihnen mit mächtiger Hand den Kragen herumgedreht.

Egal ob Eiche, Buche, Kiefer, Fichte oder Douglasie: Wo die Sturmböen einen Baum umherwirbelten gab es kein Halten mehr. Besonders bezeichnend für den Gewittersturm war es ferner, dass er etwa auf einem Band von einem Kilometer Breite sein zerstörerisches Werk verrichtete. Im benachbarten Hügelsheimer Wald war das Waldgebiet nördlich der Sinzheimer Straße besonders betroffen, das aber im Randbereich dieses Bandes lag, so dass es glücklicherweise hier keine flächigen Schäden zu beklagen gibt. Dennoch lassen viele einzeln gebrochenen und geworfenen Buchen und Kiefern erahnen, dass es sehr leicht auch anders hätte ausgehen können. Waldflächen, die außerhalb dieses Bandes lagen, wie zum Beispiel in der Geggenau oder im Niederwald, wurden durch das Unwetter kaum in Mitleidenschaft gezogen.

Den Waldbesuchern wird dringend empfohlen, bei der Benutzung der Waldwege in den von den Schäden betroffenen Waldgebieten wachsam zu sein hinsichtlich am Wegrand stehender Bäume, in denen noch abgebrochene lose Äste oder Kronenteile hängen können. Hier sollte es unbedingt vermieden werden, die Waldwege zu verlassen, da es querwaldein zu unvorhersehbaren und schwer einzuschätzenden Gefahren durch herabfallende Äste und umstürzende Bäume kommen kann.

Das Foto zeigt abgebrochene Baumkrone, die quasi am seidenen Faden hängt und jederzeit zu Boden stürzen könnte. (Foto: LRA/Clemens Erbacher)
Abgebrochene Baumkrone, die quasi am seidenen Faden hängt und jederzeit zu Boden stürzen könnte.

In den ersten beiden Tagen nach dem Sturmereignis wurde von den Forstleuten zunächst per Drohneneinsatz der entstandene Schaden grob aufgenommen. Schnell wurde klar, dass es sich mit einer Zerstörung von schätzungsweise 2000 Kiefern, Douglasien, Fichten, Buchen und Eichen (ca. 1.000 Festmeter Holz) um das größte Schadensereignis im Iffezheimer Wald seit dem Orkan Lothar Ende Dezember 1999 handelt. Zeitgleich wurden mit von Revierleiter Norbert Kelm eilig herbeigerufenen Forstunternehmern zuerst die Hauptfahrwege und wichtigen Zuwegungen wie zum Beispiel zum Wasserwerk geräumt, schließlich die sonstigen Waldwege. Dies konnte mit vielen Überstunden nach einer Woche abgeschlossen werden. Im Hügelsheimer Wald beläuft sich die Schadensschätzung von Revierleiter Markus Rudolph auf 200 Festmeter Sturmholz. Auch hier sind bereits alle Hauptwege wieder frei. Vor dem Hintergrund der aktuell sehr hohen Waldbrandgefahr ist es äußerst wichtig, dass Feuerwehr und Rettungsfahrzeuge im Notfall über passierbare Waldwege schnell an Einsatzorte im Wald gelangen können.

Im nächsten Schritt werden nun von der Gemeinde Iffezheim in Abstimmung mit dem Forstamt des Landkreises Rastatt vorrangig vom Sturm geworfene oder gebrochene Fichten aufgearbeitet, um eine Massenvermehrung der Fichtenborkenkäfer Buchdrucker und Kupferstecher zu verhindern. Diese finden im geworfenen oder abgebrochenen Baum, der dem Einbohren der Käfer keinen Widerstand mehr entgegensetzen kann, ideale Vermehrungsbedingungen vor. Danach werden die geworfenen Douglasien aufgearbeitet, um eine Entwertung des wertvollen Holzes durch Pilze zu verhindern. Kiefern, Buchen und Eichen, deren Wurzelteller teilweise noch mit dem Erdreich verbunden ist, können bis zum Herbst liegen bleiben. Die Aufarbeitung der geworfenen oder gebrochenen Bäume ist extrem gefährlich und wird ausschließlich von Fachleuten durchgeführt, die von Forstmaschinen mit Seilwinden und Greifzangen unterstützt werden. Wo Gründe wie zum Beispiel Verkehrssicherungspflicht, Arbeitssicherheit oder Aufrechterhaltung der Waldpflege nicht entgegenstehen, kann ein Teil der abgebrochenen oder umgestürzten Laubbäume und Kiefern aus ökologischen Gründen auf der Waldfläche belassen werden, um als stehendes oder liegendes Totholz Lebensraum für Fledermäuse, Insekten, Pilze oder Flechten zu schaffen.