Die Bedeutung der Digitalisierung für den Allgemeinen Sozialen Dienst des Jugendamtes

Die Digitalisierung nimmt im Berufsleben in allen Bereichen eine immer größere Rolle ein. Auch die öffentliche Verwaltung ist von diesem Wandel erfasst. Hieraus ergeben sich neue Herausforderungen für die Arbeit des Jugendamtes des Landkreises Rastatt.

Die Corona-Pandemie erforderte die Beschleunigung der digitalen Arbeitsweise, da das Jugendamt zur Verminderung des Infektionsrisikos die Art der Wahrnehmung seiner Aufgaben anpassen musste. Dies gilt insbesondere für den Allgemeinen Sozialen Dienst (ASD), der „als Außendienst“ des Amtes zentrale Aufgaben der Kinder- und Jugendhilfe erfüllt. Der ASD ist Ansprechpartner für Kinder, Jugendliche, junge Volljährige, Familien und auch für ältere Menschen, die Rat oder Hilfe benötigen. Er übt das sogenannte „Wächteramt“ aus, in dem er Meldungen auf Kindeswohlgefährdungen überprüft. Daher müssen viele Vorgänge dokumentiert werden.

Mit Beginn der Pandemie wurde durch die erstmalige Möglichkeit zum Homeoffice im Jugendamt ein Meilenstein gesetzt. Nach der Splittung der Teams aus Infektionsschutzgründen wurde erprobt, wie es ist, wenn einzelne Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von zuhause aus arbeiten. Die anfänglichen Unsicherheiten konnten schnell überwunden werden. Der Kontakt zu den Kunden konnte trotz der verschiedenen Maßnahmen weiterhin gewährleistet werden.

Das Landratsamt Rastatt hatte schon vor der Pandemie für einzelne Arbeitsplätze die technischen Voraussetzungen geschaffen, sich mittels „eTocken“ am privaten Computer in das Netzwerk der Landkreisverwaltung einzuwählen. Diese Möglichkeit wurde dann schnell so ausgeweitet, dass Teams ihre Präsenzzeiten in der Behörde im Wechsel organisieren konnten und alle Bereiche profitierten. „Durch die Möglichkeit zum Homeoffice lässt sich eine bessere Work-Life-Balance erreichen, da sich alle kollegial unterstützen und einspringen, wenn ein persönliches Erscheinen erforderlich ist“, so die einhellige Meinung im Team des ASD.

Eine weitere Neuerung bildet die Möglichkeit, Termine per Videokonferenz abzuhalten. So konnte das Infektionsrisiko erheblich eingegrenzt werden. Darüber hinaus ist auch eine flexiblere Terminierung von Gesprächen möglich, die den verschiedenen Lebenswelten der Menschen Rechnung tragen soll. Wenngleich Videokonferenzen nicht jedes persönliche Gespräch ersetzen können, so stellen sie dennoch häufig eine niedrigschwellige Alternative dar, da hierfür lediglich ein internetfähiges mobiles Endgerät benötigt wird.

Die vom Landratsamt bereitgestellten Tablets vereinfachen das digitale Arbeiten in der Jugendhilfe seither erheblich. Da der „elektronische Begleiter“ bei den Außendienstterminen immer mit dabei ist, können nun sämtliche Vorgänge direkt digital erfasst und bearbeitet werden. Der Zugriff auf das hausinterne Dokumentenmanagementsystem ist zu jeder Zeit und von jedem Ort aus möglich. Inzwischen werden nahezu alle Akten des Jugendamtes digital geführt und gepflegt. Das bedeutet, dass die „papiernen Handakten“ nach und nach abgeschafft werden.

Das Thema Datenschutz nimmt im Jugendamt eine bedeutsame Rolle ein, was gerade in Bezug auf die Digitalisierung große Herausforderungen mit sich brachte. Doch auch die Post zwischen verschiedenen Behörden kann nun verschlüsselt und digital versandt werden.