Afrikanische Schweinepest weiter auf Vormarsch

Nachdem die ersten Fälle der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in Baden-Württemberg nachgewiesen wurden, mahnt das Landratsamt Schweine haltende Betriebe zur Vorsicht. In einem landwirtschaftlichen Betrieb im Landkreis Emmendingen sind kürzlich erst innerhalb weniger Tage 16 von 35 Tiere an dem Virus verendet. Wie es dazu kam, ist noch nicht bekannt.

Die Afrikanische Schweinepest ist eine Viruserkrankung, die nur Haus- und Wildschweine befällt. Für Schweine endet sie in der Regel tödlich. Für den Menschen und andere Haustiere besteht laut Dr. Gerald Geiser vom Rastatter Veterinäramt keine Gefahr. „Das Virus wird vor allem über direkten Tierkontakt oder Fleisch und Fleischerzeugnisse übertragen“, so Geiser. Nach einer Infektion erkranken die Schweine innerhalb von zwei bis sieben Tagen. Symptome sind hohes Fieber, Futterverweigerung, Durchfall und erhöhte Atemfrequenz. Obwohl sich der Mensch selbst nicht infiziert, wird diesem die Hauptrolle bei der Übertragung des Virus zugeschrieben. Es verbreitet sich durch nicht ordnungsgemäß entsorgte Lebensmittel aus Regionen, die von der Schweinepest betroffen sind. Besonders rohe Lebensmittel – wie beispielsweise Rohwürste oder Schinken – können das Virus beinhalten, wenn diese Fleischerzeugnisse aus infizierten Schweinen gewonnen wurden.

Da das Virus enorm widerstandsfähig ist, kann es Wochen bis Monate in Fleisch und Wurstwaren oder Wildschweinkadavern überleben, in gefrorenem Fleisch sogar mehrere Jahre. Für Schweine haltende Betriebe ist es besonders wichtig, dass direkte oder indirekte Kontakte zwischen Wild- und Hausschweinen – besonders gefährdet sind hier Auslauf- und Freilandhaltungen – verhindert werden.

Da die ASP nur mäßig ansteckend ist, kann durch die konsequente Einhaltung von sogenannten Biosicherheitsmaßnahmen das Risiko eines Erregereintrages in die Bestände effektiv minimiert werden. Dazu gehören Zutrittsverbote von unbefugtem Personal, stallspezifische Kleidung und Umzäunungen von Ausläufen, damit kein Kontakt zu Wildschweinen erfolgen kann. Bei Auffälligkeiten des Gesundheitszustandes der Schweine – wie beispielsweise erhöhte Verluste und Futterverweigerung – sollte sofort der Tierarzt aufgesucht werden, um Infektionen frühzeitig zu erkennen. Zur Einschätzung des eigenen Sicherheitsniveaus gibt es in Baden-Württemberg zwei Biosicherheitsteams der Tierseuchenkasse. Die Kosten für diese Betriebsbesuche übernimmt das Land. Das Veterinäramt rät dazu, dieses kostenfreie Angebot wahrzunehmen.

Service
Informationen und Kontaktdaten zur Biosicherheitsberatung in der Schweinehaltung erhalten Sie bei der Tierseuchenkasse Baden-Württemberg oder beim Amt für Veterinärwesen und Lebensmittelüberwachung im Landratsamt Rastatt unter der Telefonnummer 07222 381-2400.