Zahnrettungsboxen für alle Grund- und Förderschulen

Die Regionale Arbeitsgemeinschaft Zahngesundheit (RAGZ) versorgt alle Grundschulen und Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren (SBBZ) im Landkreis Rastatt und Stadtkreis Baden-Baden mit Zahnrettungsboxen. Die Einrichtungen nehmen seit 2016 am sogenannten Zahnrettungskonzept teil.

Zahnunfälle sind insbesondere bei Kindern und Jugendlichen ein häufiges Ereignis. Mehr als die Hälfte erleiden bis zu ihrem 17. Lebensjahr einen Unfall mit einem Zahntrauma. Ausgeschlagene Zähne lassen sich retten, wenn sie sachgemäß konserviert und möglichst schnell wieder eingesetzt werden.
 
Ein wichtiger Faktor für die Rettung eines ausgeschlagenen Zahnes ist die optimale Versorgung noch an der Unfallstelle. Wenn ein Zahn oder ein Teil davon verletzt bzw. ausgefallen ist, so kann dieser meistens wieder repariert werden. Voraussetzung ist aber, dass alle eventuell abgebrochenen Stücke oder der ganze Zahn feucht und steril aufbewahrt, am besten in einer Zahnrettungsbox, und so schnell wie möglich zu einem Zahnarzt gebracht werden.
 
Die erste Zahnrettungsbox wurde bereits 1994 entwickelt und hat sich durch zahlreiche Studien als optimale Lösung bewährt. Mit dieser Zahnrettungsbox können ausgeschlagene Zähne für eine Replantation sicher aufbewahrt und transportiert werden.
 
Die RAGZ hört immer wieder von Schulen, dass sie die Box erfolgreich eingesetzt haben. „Jeder freut sich, wenn ein Zahn auf diese Weise gerettet werden konnte“, so Jugendzahnärztin Natalya Huxmann vom Gesundheitsamt im Landratsamt Rastatt.
 
Die im Rahmen des Zahnrettungskonzeptes mit wissenschaftlicher Begleitung versorgten Einrichtungen erhalten nach einem Zahnunfall kostenfrei innerhalb von 72 Stunden eine neue Box.
Diese enthält eine spezielle Nährlösung, in der ausgeschlagene Zähne mindestens 48 Stunden lebensfähig bleiben. Damit die Zellen an der Zahnwurzel nicht zerstört werden, muss der Zahn so schnell wie möglich in die Zahnrettungsbox gelegt werden - und zwar direkt ohne vorheriges Reinigen oder Beseitigen von Schmutzpartikeln. Wenn der Zahn so zwischengelagert wird, kann er von einem Zahnarzt in den Kiefer zurückgepflanzt werden.
 
Gruppenprophylaktische Aktionen der RAGZ und des jugendzahnärztlichen Dienstes des Gesundheitsamtes sind bei den Kindern in den Schulen und Kitas des Landkreises Rastatt und Stadtkreises Baden-Baden bekannt und beliebt. Durch regelmäßige Besuche sorgt das jugendzahnärztliche Team im Landratsamt in enger Zusammenarbeit mit Patenzahnärzten dafür, dass die Kinder schon frühzeitig einen eigenverantwortlichen Umgang mit Körper und Gesundheit erlernen. Mit vielen interessanten interaktiven Aktionen soll die Lust auf gesunde Zähne geweckt werden.
 

(Erstellt am 09. September 2019)