Weniger Gartenpflege im Herbst ist ökologisch wertvoller

Von Herbst bis in das Frühjahr fallen im Garten viele Pflege- und Schnittarbeiten an. Viele Gartenfreunde verbringen in diesen Wochen viel Zeit, um ihren Garten möglichst „auf- und abgeräumt“ auf den Winter vorzubereiten. Die untere Naturschutzbehörde im Landratsamt Rastatt gibt Gartenbesitzern zu bedenken, dass in den Gärten viele Tierarten überwintern und aus diesem Grund ausreichend Versteckmöglichkeiten belassen werden sollten.

Aus Sicht des Naturschutzes sollte daher im Garten nicht allzu gründlich „Ordnung“ gemacht werden. Als Schutz und Unterkunft für Nützlinge im Winter empfiehlt es sich, das Laub möglichst nicht zu entfernen, da die Laubschicht lebensnotwendige Nahrungsgrundlage für viele Bodenkleintiere ist. Regenwürmer, Tausendfüssler, Milben und Asseln übernehmen die Grobarbeit, Pilze und Bakterien zersetzen in Feinarbeit die Blattreste und tragen zum Aufbau der Bodenhumusschicht bei. Ebenso verbringen viele unserer heimischen Schmetterlinge den Winter als Raupen im Laubstreu. Ausreichend Rückzugswinkel für Igel und viele andere Tiere bieten dichte Hecken, Gebüsche, Reisig-, Laub- und Komposthaufen sowie Hohlräume unter Holzstapeln.
 
Der Rückschnitt von Stauden und Gräsern sollte erst im zeitigen Frühjahr kurz vor dem Neuaustrieb erfolgen. Auf diese Weise besteht für die Pflanzen ein natürlicher Winterschutz und sie geben dem winterlichen Garten zudem Struktur. „Jedoch besonders wichtig ist, dass unseren Vögeln und Insekten Nahrung und Schutz erhalten bleibt“, betont das Amt für Naturschutz. So können sich in hohlen Stängeln Insekten wie Wildbienen zum Überwintern einnisten oder ihre Eier ablegen. Bei Raureif und Schnee bieten diese verbliebenen Stängel im Beet zudem ein durchaus dekoratives Bild. Auch die Früchte von Bäumen und Sträuchern sind für Vögel und Insekten lebensnotwendig. So sind die Früchte der Hundsrose, des Weißdorns, des Ligusters, der Eberesche und anderer Bäume und Sträucher im Winter eine wichtige Nahrungsgrundlage für Vögel wie Rotkehlchen und Meisen.
 
Müssen Gehölze wie Hecken, Sträucher und Bäume stark zurückgeschnitten oder gerodet werden, so sollte dies bis Ende Februar getan werden. Denn von 1. März bis 30. September untersagt das Naturschutzgesetz des Landes Baden-Württemberg zum Schutz der heimischen Vogelwelt Hecken, lebende Zäune, Bäume, Gebüsche Schilf- und Röhrichtbestände in dieser Zeit abzuschneiden, zu roden oder erheblich zu beeinträchtigen.