Welt-Aids-Tag 2019

Die Anliegen des Welt-Aids-Tages sind trotz guter Behandlungsmöglichkeiten und Präventionsmöglichkeiten einer HIV-Infektion immer noch genauso aktuell wie vor Jahren. Darauf weist das Gesundheitsamt im Landratsamt hin. Es gelte nach wie vor Solidarität mit Menschen mit HIV und AIDS zu fördern, Diskriminierung entgegenzuwirken, an Menschen, die an den Folgen verstorben sind zu erinnern und zu appellieren, weltweit einen Zugang für Alle zu Prävention und Versorgung zu schaffen.

Laut Gesundheitsamtsleiter Dr. Jan Ulrich Krahl leben in Deutschland rund 90000 Menschen mit HIV, etwas 2400 Menschen haben sich im Jahr 2018 mit HIV infiziert. Diese Zahl sei im Europäischen Vergleich sehr niedrig und seit mehreren Jahren konstant. Dank Medikamenten haben die meisten eine nahezu normale Lebenserwartung und können ihr Leben gestalten wie andere auch, so Krahl. Ob Beruf, Freizeit, Sexualität, Familienplanung - HIV müsse kein Hindernis sein.
Das Gesundheitsamt bedauert, dass leider bis heute noch immer viele Menschen mit HIV in der Familie, im Freundeskreis, im Job und sogar im Gesundheitswesen diskriminiert werden, Zurückweisungen erleben und Vorwürfe und Benachteiligungen ertragen müssen. Diskriminierung mache krank und verletze. Sie könne das Aufsuchen von ärztlicher Hilfe und Testangeboten verhindern und zu psychischen Erkrankungen führen. Jan Ulrich Krahl verweist auf die Studie „positive stimmen“. Demnach hatten knapp 77 Prozent der Befragten Diskriminierungen aufgrund ihrer Infektion erlebt. Rund 20 Prozent wurde aufgrund von HIV eine Behandlung verweigert. 74 Prozent der Arbeitgeber reagierten auf das Coming-out HIV-Positiver unterstützend oder neutral und 26 Prozent diskriminierend. 42 Prozent der Befragten berichten, sie hätten aufgrund von HIV ein niedriges Selbstwertgefühl
 
Vor diesem Hintergrund wenden sich auch dieses Jahr die Aktionen des Welt-Aids-Tages am 1. Dezember vor allem gegen Ausgrenzung von Menschen mit HIV. Die diesjährigen Plakate und Flyer sollen dazu anregen, eigene Denk- und Verhaltensweisen gegenüber HIV-Positiven zu reflektieren und mögliche Vorurteile aus dem eigenen Kopf zu streichen. Damit Menschen mit und ohne HIV im Alltag ganz entspannt zusammenleben können.
 
Die Beratungsstelle für sexuelle Gesundheit am Landratsamt in Rastatt setzt sich seit Jahrzehnten für Menschen mit HIV/Aids und deren Lebenspartner und Freunde ein.
 
Da der Welt-Aids Tag dieses Jahr an einem Sonntag stattfindet und es neben medizinischen Aspekten bei diesem Thema auch sehr viel um christliche Werte geht, wird es eine kleine Aktion des Gesundheitsamtes im Rahmen des Gottesdienstes in der Lutherkirche in Baden-Baden/Lichtental geben.
 
Service: Beratung und Untersuchung zu sexuell übertragbaren Infektionen montags von 14 bis 18 Uhr und donnerstags von 8 bis 12 Uhr. Die Beratung und Untersuchung ist kostenlos und anonym. Telefon 07222 381-2314 oder -2308.