Vorsichtiger Optimismus im Landratsamt - Behörde will Betrieb langsam hochfahren

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen steigt langsamer und die Genesenen werden immer mehr. In Baden-Württemberg gehört der Landkreis Rastatt zu den Landkreisen, in denen sich die Verbreitung des Virus zuletzt stärker abgeschwächt hat. Landrat Toni Huber sieht noch keine wirkliche Entspannung aber einen Silberstreif am Horizont.

„Die Maßnahmen wirken“, bemerkt er und betont, dass die positive Tendenz dem disziplinierten Verhalten der Bevölkerung zu verdanken sei. Aber auch die hartnäckige Verfolgung der Infektionsketten durch das Gesundheitsamt zeige Wirkung. „Es ist wichtig, dass das Gesundheitsamt die Kontaktermittlung intensiv weiter betreibt“, so Huber mit Blick auf dieses personalaufwendige sogenannte Containment, für das Personal aus anderen Verwaltungsbereichen zur Verfügung gestellt wurde. Lob zollt der Behördenchef den Bürgerinnen und Bürgern, die gerade am Osterwochenende durch ihr umsichtiges Verhalten gezeigt hätten, dass sie zur Bewältigung der Krise einen großen Beitrag leisten wollen. Jetzt hofft Huber, dass die bis zum 3. Mai vom Land verordnete Kontaktsperre strikt eingehalten wird, damit sich der positive Trend fortsetzen kann.
 
Ab Montag, dem 20. April, will das Landratsamt den derzeit stark eingeschränkten Dienstbetrieb an seinem Hauptsitz am Schlossplatz in Rastatt und in den Außenstellen schrittweise lockern. Persönliche Vorsprachen sollen nach Terminabsprachen (Telefon oder E-Mail) und unter Schutzvorkehrungen wieder vermehrt möglich sein. Mitarbeiter und Kunden müssen Mund- und Nasenschutz-Masken tragen und weiterhin die Abstands- und Hygieneregeln strikt einhalten.
 
Auch die KFZ-Zulassung will mit telefonischen Anmeldungen und mittlerweile eingebauten Glasschutzscheiben die Zahl der Zulassungen vor Ort in Rastatt ab Montag wieder steigern. Nach entsprechender Schutz-Ausstattung der Außenstelle in Bühl sollen auch dort ab dem 22. April wieder Zulassungsvorgänge mit Termin bearbeitet werden, während die Zulassungsstelle in Gaggenau weiter geschlossen bleibt.
 
Auch die Abfall-Entsorgungsanlagen in Gaggenau-Oberweier und in Bühl-Vimbuch werden wieder den Betrieb aufnehmen und ab dem 20. April montags bis freitags zu den üblichen Öffnungszeiten Privat- und Gewerbelieferungen unter Schutzvorkehrungen annehmen.
 
Die beruflichen Schulen, das Wilhelm-Hausenstein Gymnasium Durmersheim, die Abendschulen und Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren in der Trägerschaft des Landkreises werden entsprechend der landesweiten Regelung ab dem 4. Mai zunächst mit den Jahrgängen öffnen, die dieses oder nächstes Jahr Prüfungen absolvieren. Mit den Schulen gemeinsam stimmt die Landkreisverwaltung die Rahmenbedingungen für einen guten Start ab und wird dabei auch die Anforderungen des Kultusministeriums berücksichtigen, die in Aussicht gestellt wurden. Der Bücherbus muss noch bis auf weiteres pausieren und das Kreisarchiv bleibt für Besucher geschlossen, ist aber telefonisch erreichbar.
 
Laut Pressestelle planen alle Verwaltungsbereiche einen vorsichtigen Weg zurück zur Normalität, wobei die Bewältigung der Krise weiterhin den Alltag im Landratsamt dominieren wird. Auch deswegen, weil der weitere Verlauf der Verbreitung ungewiss ist. Größere Veranstaltungen, Gremiensitzungen und Veranstaltungen der Volkshochschule sind nicht möglich.