Pflege-WGs liegen im Trend

Um auch im Alter, bei Pflegebedürftigkeit oder sonstigen Beeinträchtigungen selbstbestimmt und individuell in kleinen Wohngemeinschaften leben zu können, hat das Land Baden-Württemberg mit dem Wohn-, Teilhabe- und Pflegegesetz vor fünf Jahren eine rechtliche Basis geschaffen und damit neuen Wohnformen den Weg geebnet.

Die Zahlen sprechen für sich: Die Fachstelle für ambulant unterstützte Wohnformen zählte zum Ende des letzten Jahres 370 ambulant betreute Wohngemeinschaften in Baden-Württemberg. „Auch im Landkreis Rastatt hat sich diese Wohnform bereits etabliert und die Nachfrage steigt weiter“, berichtet Vera Unser, die Leiterin der Heimaufsicht im Landratsamt Rastatt. „Es gibt im Landkreis bereits drei Wohngemeinschaften für Menschen mit Handicap. Fünf weitere WGs mit insgesamt 40 Plätzen sind in Planung. Aber auch Schwerstpflegebedürftige und Beatmungspatienten müssen zukünftig nicht auf diese Wohnform verzichten. Für sie stehen bereits 24 Plätze in Pflege-WGs zur Verfügung und weitere Standorte sind angedacht.“
 
Die ambulant betreuten Wohngemeinschaften müssen jedoch spezielle bauliche und personelle Grundvoraussetzungen erfüllen und sich an den Bedürfnissen der untergebrachen Klientel orientieren. „Es gibt ganz unterschiedliche Vorgaben an die Wohngemeinschaften für Pflegebedürftige, behinderte Menschen oder Beatmungspatienten“, erklärt Sébastien Oser, Leiter des Amtes für Baurecht, Naturschutz und öffentliche Ordnung. „Grundsätzlich reicht eine Rund-um-die-Uhr Versorgung durch eine Präsenzkraft aus, die keine pflegefachliche Ausbildung nachweisen muss. Jedoch kann bei schwerstpflegebedürftigen Bewohnern eine zusätzliche Pflegefachkraft vor Ort gefordert werden.“
 
Die Heimaufsicht begleitet und überprüft auch die Personal- und Versorgungssituation in den Wohngemeinschaften, jedoch sind die Prüfkriterien und der Kontrollturnus weniger festgelegt als in vollstationären Pflegeeinrichtungen. „Man sollte sich daher vor dem Einzug bei dem Anbieter umfassend über das hauswirtschaftliche, Betreuungs- und Pflegeangebot informieren und bei Unklarheiten oder weiteren Fragen unsere Heimaufsicht kontaktieren. Das Team der Heimaufsicht steht Interessierten, Bewohnern oder Angehörigen gerne beratend zur Seite“, betont Oser.
 
Information: Landratsamt Rastatt, Heimaufsicht, Telefon 07222 381-4149.

(Erstellt am 09. September 2019)