Leistungsverbesserungen beim Wohngeld

Mit dem Wohngeldgesetz wurde vor mehr als vier Jahrzehnten die Möglichkeit geschaffen, Haushalte mit geringem Einkommen bei der Aufbringung der Miete oder Belastung für Wohneigentum finanziell zu unterstützen.

Wie das Landratsamt Rastatt mitteilt, wird das Wohngeldgesetz zum 1. Januar 2020 reformiert und die Leistungsbeträge an die aktuelle Wohnkosten-, Einkommens- und Preisentwicklung angepasst. Da von den Engpässen am Wohnungsmarkt einkommensschwache Haushalte besonders betroffen sind, sollen die Leistungsverbesserungen Geringverdienern Entlastung bringen und dafür sorgen, dass Wohnen bezahlbar bleibt.
 
Durch die Erhöhung der sogenannten Tabellenwerte wird der Anstieg der Bruttokaltmiete und der warmen Nebenkosten, aber auch die Einkommenserhöhungen der vergangenen Jahre berücksichtigt. Seit der letzten Wohngeldreform im Jahr 2016 wurden keine Anpassungen mehr vorgenommen.
 
Ein Anspruch auf Wohngeld wird aufgrund der individuellen wirtschaftlichen Situation und der Größe des Haushaltes sowie der monatlichen Miete oder Belastung ermittelt. Kinderreiche Familien werden stärker begünstigt als kleinere Familien. Wohngeld wird nur auf Antrag gewährt.
 
Alle Wohngeldempfängerhaushalte im laufenden Leistungsbezug profitieren automatisch von den Vergünstigungen der anstehenden Wohngeldreform, denn ihr Wohngeldanspruch wird ab dem Zeitpunkt des Inkrafttretens der neuen Regelungen von Amts wegen angepasst. Es muss kein gesonderter Erhöhungsantrag gestellt werden.
 
Die Bezieher von Sozialleistungen wie etwa Arbeitslosengeld II, Hilfe zum Lebensunterhalt, Grundsicherung und ähnliche Leistungen haben dagegen keinen Anspruch auf Wohngeld, wenn bei der Berechnung dieser Leistungen bereits Kosten der Unterkunft berücksichtigt wurden.
Dieser Ausschluss betrifft auch Haushaltsangehörige, die bei der Ermittlung des Bedarfs mitberücksichtigt wurden oder deren Transferleistung aufgrund einer Sanktion vollständig weggefallen sind. Wird der Antrag auf eine Transferleistung abgelehnt, zurückgenommen oder die Leistung ausschließlich als Darlehen gewährt, dann kann Wohngeld beantragt werden. Übersteigt der Wohngeldanspruch den der bisher gewährten Sozialleistung, ist vorrangig Wohngeld zu bewilligen.
Keine Leistungen nach dem Wohngeldgesetz erhalten außerdem alleinstehende Wehrpflichtige bzw. Zivildienstleistende sowie Auszubildende, die Anspruch auf BAföG oder Berufsausbildungsbeihilfe haben.
 
Das Landratsamt Rastatt ist die zuständige Wohngeldbehörde für die kreisangehörigen Gemeinden, die Großen Kreisstädte Bühl, Gaggenau und Rastatt bearbeiten die Anträge ihrer Bürger in eigener Zuständigkeit. Antragsformulare sind in allen Rathäusern erhältlich.
 
Weitere Information: Landratsamt Rastatt, Wohngeldbehörde, Telefon 07222 381-0.