Jägerprüfung Rastatt/Baden-Baden – Grünes Abitur für 22 Absolventen

22 angehende Jägerinnen und Jäger haben ihr „Grünes Abitur“ in der Tasche. Der letzte Teil der diesjährigen Jägerprüfung im Bezirk Rastatt/Baden-Baden, die mündlich-praktische Prüfung, erfolgte im Schützenhaus Gernsbach-Obertsrot.

Die Vorbereitung auf die Prüfung war für die Prüflinge in diesem Jahr besonders schwierig und nervenaufreibend. Der Prüfungstermin, ursprünglich auf Anfang Mai angesetzt, musste wegen der Corona-Pandemie auf Juli verschoben werden. Ein Übungsschießen auf dem Schießstand war in der Zeit von Ende März bis Anfang Juni nicht möglich. Trotz der Erschwernisse meisterten 22 von 24 Absolventen, davon sechs weibliche und 16 männliche Teilnehmer, ihre Prüfung erfolgreich.
 
Die Jägerprüfung steht am Ende einer umfangreichen Ausbildung, bei der die Absolventen theoretische und praktische Kenntnisse in fünf Fachgebieten erwerben müssen.
Dazu zählen die Wildtierkunde, Waffentechnik und Waffenrecht, Praktischer Jagdbetrieb, Jagd-, Tierschutz- und Naturschutzrecht mit Jagdethik sowie Wildbrethygiene.

Die Ausbildung, die bei einer zertifizierten Jagdschule absolviert wird, dauert etwa neun Monate und umfasst mindestens 130 Ausbildungsstunden. Sie besteht aus Abendkursen, praktischer Ausbildung im Jagdrevier und intensivem Schießtraining auf dem Schießstand. Da an das Wissen und Können der angehenden Jäger hohe Anforderungen gestellt werden, wird die Jägerprüfung auch als „Grünes Abitur“ bezeichnet.
 
Die Prüfung selbst besteht aus drei Teilen.
Die Schießprüfung fand am Schießstand Rastatt statt. Hier müssen die Prüflinge nachweisen, dass sie Jagdwaffen sicher handhaben können und dass sie gute Schützen sind. Geschossen wird mit der Büchse auf die Rehbockscheibe und auf den laufenden Keiler sowie mit der Schrotflinte auf den Kipphasen.
 
Prüfungsort der schriftlichen Prüfung war die Oberwaldhalle in Rastatt-Rauental. Die schriftliche Prüfung findet landesweit zum gleichen Zeitpunkt und mit einheitlichen Fragen statt. Gestellt werden jeweils 25 Fragen in den fünf Prüfungsfächern, die im Multiple-Choice-Verfahren beantwortet werden müssen.
 
Im Schützenhaus Gernsbach-Obertsrot und im angrenzenden Wald wurde die mündlich-praktische Prüfung abgenommen, bei der in diesem Jahr alle Prüflinge bestanden haben. Jeder Absolvent wird in jedem Fach 15 Minuten lang geprüft. Um insgesamt zu bestehen, müssen alle drei Prüfungsteile erfolgreich absolviert werden. Wer einen Teil nicht besteht, kann diesen beim nächsten Termin wiederholen.
 
Nach Abschluss überreichte der Prüfungsvorsitzende, Forstdirektor Thomas Nissen, die Zeugnisse an die erfolgreichen Absolventen. Kreisjägermeister Dr. Frank Schröder hob in seinem Grußwort die Bedeutung der Jagd hervor und wünschte den erfolgreichen Prüflingen viel Waidmannsheil. Jagdhornbläser aus dem Murgtal und aus Bühl sorgten für die musikalische Umrahmung.
 
Bild: „Grünes Abitur“ für 22 angehende Jägerinnen und Jäger (Foto: LRA)