Hygienestandard in den Freibädern ist einwandfrei

Welchen Aufwand für die Reinigung und Aufbereitung des Badewassers durch das Badepersonal in unseren Freibädern betrieben wird, sehen die wenigsten. Gerade hier können durch den Eintrag der vielen Badegäste Krankheitserreger in die Becken eingeschleppt und verbreitet werden.

 
Um in den 58 Bädern, davon 22 Freibäder oder Außenbeckenanlagen, im Landkreis Rastatt und Stadtkreis Baden-Baden einwandfreie Hygienestandards sicherzustellen, werden die Anlagen regelmäßig vom zuständigen Gesundheitsamt im Landratsamt Rastatt kontrolliert.
 
Jeder Badegast, ob geduscht oder nicht, gibt bei seinem sommerlichen Schwimmvergnügen bis zu 2,4 Milliarden Hautkeime an das Badwasser ab. Hinzu kommen noch Haut-, Haar- und Schuppenanteile, Kot– und Harnstoffe. Diese werden unbewusst im Grammbereich abgegeben.
 
Durch eine ausgefeilte Aufbereitungskombination, von der Flockung über die Adsorption und Filterung bis zur Desinfektion, werden diese Stoffe sowie Erreger eliminiert. Zur Desinfektion werden in der Regel Chlorvarianten, teilweise in Kombination mit Ozon eingesetzt.
 
Zur Überwachung der Badewasserqualität werden in den Technikbereichen der Bäder heute computergestützte Systeme eingesetzt, die spezielle Qualitätsparameter permanent messen und durch Dosieranlagen die Badewasserqualität, auch bei unterschiedlichem Badegästeaufkommen, garantieren.
 
Die Mitarbeiter des Hygienekontrolldienstes beim Gesundheitsamt prüfen die Freibäder unangemeldet. Hierbei werden Parametermessungen, wie Chlor und pH–Werte der Becken ermittelt und mit der computergestützten Anlage des jeweiligen Bades verglichen. Weichen die Werte stark voneinander ab, muss der Badebetriebsleiter die Anlage neu justieren.
 
Weiterhin werden die Betriebsdaten des Betriebstagebuches kontrolliert, Reinigungspläne und Personalorganisation unter die Lupe genommen sowie die Funktionstüchtigkeit der technischen Anlagen geprüft. Zusätzlich erheben die Gesundheitsämter amtliche Badewasser- und Filtratproben, die durch das Landesgesundheitsamt ausgewertet werden.
 
Nach der Begehung durch das Gesundheitsamt erhält der jeweilige Betreiber einen Bericht der Aufsichtsbehörde, in dem der aktuelle Zustand des Bades aus hygienischer und gesetzlicher Sicht zu ersehen ist.
 
Dem Gesundheitsamt werden über die Badesaison monatlich mikrobiologische Untersuchungsberichte der jeweiligen Bäder zugesendet. „Dies ist als Eigenkontrolle des Badebetreibers zu sehen“, erklärt Martin Höfer, der Teamleiter des Hygienekontrolldienstes in der Landkreisverwaltung. Sind einmal Grenzwertüberschreitungen feststellbar, sucht das Gesundheitsamt nach der Ursache und erteilt Auflagen, die in der Regel technischer Natur sind. Im Notfall müssen Becken gesperrt oder hoch dosierte Chlorungen durchgeführt werden.
 
„Die Bäder im Landkreis Rastatt und Stadtkreis Baden-Baden entsprechen allerdings den derzeitigen gesetzlichen Vorgaben, wie sich auch bei unseren regelmäßigen, unangemeldeten Kontrollen bestätigt“, so Höfer.
Die Grundlage für die Bäderüberwachung der Gesundheitsämter in Deutschland bilden das Infektionsschutzgesetz und technische DIN-Regeln, an die sich jedes kommerzielle Schwimmbad halten muss.
 
Im Übrigen überwachen die Gesundheitsämter nicht nur Frei- und Hallenbäder sowie Hotelbäder und Whirlpoolanlagen, sondern sind beim Bau oder der Sanierung solcher Freizeiteinrichtungen beteiligt und beraten hier hinsichtlich Hygiene und Einhaltung baulich gesetzlicher Vorgaben.