Hilfen für den Zusammenhalt und gegen die Vereinsamung älterer Menschen

Mit zunehmender Dauer der zur Eindämmung der Corona-Pandemie eingeleiteten Maßnahmen wird die soziale Isolation für ältere und betagte Mitbürger zu einem immer größeren Problem. Dies bestätigt auch Doris Schmith-Velten, die Vorsitzende des Kreisseniorenrates: „Die Kontaktmöglichkeiten mit den Senioren, die zu Hause wohnen, sind sehr eingeschränkt. Immer wieder spüren wir in unseren Telefonaten, dass die Vereinsamung ein Riesenproblem ist“. Gerade für alleinlebende ältere Menschen stellt der Verlust regelmäßiger Treffen wie Seniorennachmittag oder Gymnastikgruppe einen großen Einschnitt dar.

Für den Lebensalltag kann die aktuell notwendige Distanz bedeuten, dass emotionale Nähe und Gesprächskontakte nicht mehr stattfinden, anregende Freizeitaktivitäten wegfallen und körperliche Bewegung nur eingeschränkt möglich ist. Die Kontaktarmut kann dazu führen, dass zunehmend das Gefühl der Einsamkeit und Depressivität eintritt und Mangelernährung, Verwirrtheitszustände oder Stürze nicht mehr frühzeitig entdeckt werden.
 
Nachdem der Austausch mit Bekannten, Freunden, Enkelkindern und entfernt wohnenden Angehörigen stark reduziert ist, können neue soziale und gesundheitliche Probleme entstehen. Rolf Schnepf, der Altenhilfe-Fachberater im Landratsamt, weist darauf hin, dass die psychosoziale Belastung durch die Isolation gerade auch pflegende und betreuende Angehörige besonders hart trifft, da wichtige Entlastungsmöglichkeiten wie Tagespflege oder ambulante Demenzgruppen auf unbestimmte Zeit ausgesetzt sind.
 
Zwar wurden mit großem Engagement vielerorts Einkaufshilfen gegründet und in den Heimen Konzerte organisiert, aber wie Rudolf Fritz vom Weisenbacher Bürgernetzwerk „Helfende Hände“ berichtet, besteht spürbar ein Bedarf an Kontaktangeboten für alleinlebende Senioren. Kontaktmöglichkeiten bieten vor allem die persönliche Nachbarschaftshilfe, aber auch örtlich organisierte Telefonketten oder Hotlines. Allerdings ist hierbei auf unseriöse Anrufe zu achten und Wachsamkeit erforderlich.
 
Lebendige Nachbarschaften
Oft reichen kleine Gesten wie ein Anruf oder die Unterstützungsnachfrage bei pflegenden Angehörigen, denn gerade derzeit zeigt sich, wie wichtig lebendige Nachbarschaften sind. Die sozialen Medien können hilfreich sein, aber auch ein Handzettel im Briefkasten. Gegen die Vereinsamung älterer Menschen können grundsätzlich alle einen Beitrag leisten, vor allem Menschen, zu denen bereits eine Beziehung besteht. Alleinstehende können dann feststellen: „Zum Glück denken Sie noch an mich!“.
 
Hotline des Pflegestützpunktes
Auch der Pflegestützpunkt des Landkreises Rastatt ist in dieser belastenden Zeit für die Menschen da. Neben den gewohnten Beratungen zu allen Fragen rund um Pflege bietet das Team eine erweiterte telefonische Begleitung für entlastende Gespräche, wenn die Pflege eines Angehörigen gerade jetzt zur besonderen Belastung wird oder Senioren wenig Außenkontakte haben. Telefonhotline: 07222 381-2834 oder 381-2160 (während der Öffnungszeiten des Landratsamtes) oder per E-Mail an pflegestuetzpunkt@landkreis-rastatt.de.
 
Hotline zur psychosozialen Beratung
Die derzeitige Lage und die damit einhergehende Verunsicherung kann psychisch eine große Belastung sein. Das Landessozialministerium hat eine kostenfreie, mit Experten besetzte Hotline eingerichtet.
Hotline: 0800 377 377 6, täglich von 8 bis 20 Uhr.
 
 
Ehrenamtliche Initiativen
Informationen zum Aufbau ehrenamtlicher Initiativen vermittelt die Sozialplanung im Landratsamt unter Telefon 07222 381-2170 oder per E-Mail an r.schnepf@landkreis-rastatt.de. Ein Verzeichnis für neu gegründete Einkaufs- und Nachbarschaftshilfen in den Städten und Gemeinden finden Sie hier (188 KiB).
 
„Quartier 2020 – Gemeinsam.Gestalten“
Der Aufbau von örtlichen Telefonketten und Nachbarschaftshilfen wird auch durch die Strategie „Quartier 2020 – Gemeinsam.Gestalten“ des Landessozialministeriums unterstützt. Vorschläge und Musterbeispiele unter www.quartier2020-bw.de
 
Mobile Wohnberatung
Für die ehrenamtliche mobile Wohnberatung des Kreisseniorenrats wurde ein „Online-Informationskonzept“ erarbeitet, das auch weiterhin Beratungen zum barrierefreien Wohnen ermöglicht.
Kontakte über Josef Elter, Telefon 07225 983 516 oder per E-Mail an josef.elter@kreisseniorenrat-rastatt.org.