Gemeinsam ausbilden für eine starke Pflege - Ausbildungsverbund Mittelbaden vereinbart Kooperationsvertrag

Die Sicherung einer qualitativen Pflegeversorgung ist eine der gesellschaftspolitisch wichtigen Aufgaben. Ein Grundstein hierfür bildet die Pflegeberufereform, die die Ausbildung vielfältiger und damit attraktiver machen und ein Beitrag zur Bekämpfung des Fachkräftemangels sein soll.

Das neue generalistische Konzept vereint die bisherigen Ausbildungsgänge in den Bereichen der Alten-, Kinderkranken- und Krankenpflege. Grundlegend sind hierbei Pflichteinsätze in fünf verschiedenen Versorgungsbereichen. Das bedeutet, dass die künftigen Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner, so die offiziellen Berufsbezeichnungen, die praktische Ausbildung nicht nur in ihrer eigenen Einrichtung absolvieren, sondern zusätzlich auch bei externen Einsatzstellen. Die Azubis eines Pflegeheims durchlaufen dann beispielsweise auch Praxisphasen in einer Klinik, bei einem ambulanten Dienst, in der Kinderkrankenpflege und der psychiatrischen Versorgung.
 
Für die Zusammenarbeit der Akteure der neuen Pflegeausbildung (Einrichtungen, Dienste, Schulen) fordert der Gesetzgeber Kooperationsverträge zwischen den Lernorten. Das bedeutet, dass jeder Ausbildungsträger mit jedem Kooperationspartner eine vertragliche Grundlage benötigt. Diese bereits jetzt wichtige und notwendige Praxis ist für die Einrichtungen im Alltag allerdings mit einem enormen organisatorischen und bürokratischen Aufwand verbunden.
 
Die im Vorjahr im Landratsamt eingerichtete Servicestelle Pflegeausbildung hat sich gemeinsam mit dem Landkreis Rastatt, der Stadt Baden-Baden, dem Klinikum Mittelbaden und dem Caritasverband für die Erzdiözese Freiburg als Träger der vier in Mittelbaden angesiedelten Pflegeschulen das Ziel gesetzt, eine praktikable Lösung für alle beteiligten Stellen zu finden. Das Ergebnis ist ein gemeinsamer und abgestimmter Kooperationsvertrag über die Ausbildung von Fachkräften. Das Pflegebündnis Mittelbaden hat als Interessenvertreter der Pflege, insbesondere der Ausbildungseinrichtungen, diese Entwicklung aktiv begleitet.
 
Damit kann allen Beteiligten ein übersichtlicher, einheitlicher Vertrag angeboten werden. Dieser tritt an die Stelle von mehr als 300 bilateralen Verträgen, die ansonsten individuell vereinbart werden müssten.
 
Mit dem Kooperationsvertrag wird eine Grundlage für die Durchführung der Ausbildung und ein regionales Ausbildungsverständnis aufgebaut. So wird unter anderem geregelt, welcher Kooperationspartner welche Aufgaben übernimmt, in welchem Umfang Ausgleichszahlungen für externe Partner zu leisten sind, nach welchen Grundsätzen die Zusammenarbeit erfolgt und wie dem Ausbildungsverbund beigetreten werden kann.
 
„Nun kommt es darauf an, dass möglichst viele Einrichtungen und -dienste, sei es als Ausbildungsbetrieb oder als Träger von Praxiseinsatzstellen, dem Kooperationsvertrag beitreten“, so Julia Wunsch von der Servicestelle Pflegeausbildung. Mit der getroffenen Vereinbarung können viele Anforderungen der reformierten Pflegeausbildung erfüllt werden. Ausbildungsplätze, Kooperationspartner und Praxiseinsatzstellen können in ausreichender Zahl angeboten werden. Bewerber finden gute Rahmenbedingungen vor, haben Ansprechpartner und Unterstützung. „Dieser Vertrag ist ein Meilenstein für eine starke Gemeinschaft, für eine starke Pflege und vor allem für die Pflegeausbildung in Mittelbaden“, so die positive Einschätzung der Servicestelle im Landratsamt.
 
Weitere Information: Servicestelle Pflegeausbildung im Landratsamt Rastatt, Julia Wunsch, Telefon 07222 381-1238 oder per E-Mail an j.wunsch@landkreis-rastatt.de. Auf den Homepages der Pflegeschulen wird fortlaufend die Übersicht aller Kooperationspartner veröffentlicht.