Der Schwerbehindertenausweis erleichtert das Leben

Menschen mit einer Schwerbehinderung werden zahlreiche Leistungen gewährt, um Nachteile gegenüber ihren nicht behinderten Mitmenschen auszugleichen. Um die sogenannten Nachteilsausgleiche nutzen zu können, sollten Betroffene einen Schwerbehindertenausweis beantragen.

„Welche Nachteilsausgleiche im Einzelnen zustehen, hängt vom Grad der Behinderung (GdB) und den zuerkannten Merkzeichen ab“, erklärt Bernd Neu vom Versorgungsamt im Landratsamt Rastatt. In Betracht kommen etwa Steuerfreibeträge, Ermäßigung bzw. Befreiung von der Kraftfahrzeugsteuer, Parkerleichterungen, unentgeltliche Beförderung im öffentlichen Personenverkehr, Vergünstigungen im Beruf und am Arbeitsplatz sowie freiwillig zugestandene Vergünstigungen wie Eintrittsermäßigungen in Freizeit- und Kultureinrichtungen.
 
Der Schwerbehindertenausweis wird vom Landratsamt ausgestellt. Dort erhält man das erforderliche Antragsformular, das auch unter www.landkreis-rastatt.de heruntergeladen oder auf dem Serviceportal Baden-Wüttemberg (www.service-bw.de) online ausgefüllt werden kann.
 
Als Behinderung wird jede körperliche, geistige oder seelische Veränderung, die nicht nur vorübergehend zu Einschränkungen und durch sie zu sozialen Beeinträchtigungen führt, bezeichnet. Unerheblich dabei ist, ob die Behinderung auf Krankheit oder Unfall beruht oder seit Geburt besteht.
 
Die Auswirkungen auf die Teilhabe am Leben in der Gesellschaft werden als Grad der Behinderung (GdB) nach Zehnergraden abgestuft von 10 bis 100 bewertet. Gesundheitsstörungen, die keinen GdB von mindestens 10 erreichen, gelten nicht als Behinderung.
 
Auf der Grundlage der Feststellung wird ab einem GdB von 50 ein Ausweis über die Eigenschaft als schwerbehinderter Mensch, den Grad der Behinderung sowie über weitere gesundheitliche Merkmale (Merkzeichen) ausgestellt.
 
Die einzelnen Merkzeichen stehen für eine erhebliche Beeinträchtigung im Straßenverkehr (G), für eine außergewöhnliche Gehbehinderung (aG), für hilflos (H), für blind (B), für gehörlos (Gl), für das Erfüllen der landesrechtlich festgelegten gesundheitlichen Voraussetzungen für die Befreiung von der Rundfunkgebührenpflicht (RF) und für eine Störung der Hörfunktion mit einem GdB von mindestens 70 und gleichzeitiger Störung des Sehvermögens mit einem GdB 100 (TBl).
 
Ist der schwerbehinderte Mensch zur Mitnahme einer Begleitperson im öffentlichen Personenverkehr berechtigt, wird auf der Vorderseite des Ausweises das Merkzeichen „B“ und der Satz „Die Berechtigung zur Mitnahme einer Begleitperson ist nachgewiesen“ eingetragen.
 
Weitere Information: Landratsamt Rastatt, Sozialamt-Versorgungsamt, Telefon 07222 381-0.
 
 
Bild: Der Schwerbehindertenausweis enthält viele Informationen