Landkreis Rastatt lädt neue Staatsbürger zum Einbürgerungsfest

246 neue Staatsbürger haben im Landkreis Rastatt im Jahr 2013 die deutsche Staatsbürgerschaft erhalten. Sie alle sind zum Einbürgerungsfest am 27. März im Landratsamt eingeladen, das zum sechsten Mal stattfindet. „Dieses Fest soll ein Zeichen unserer Willkommenskultur sein und mit der Einbürgerung den erfolgreichen Integrationsprozess eines jeden Einzelnen krönen“, betont Landrat Jürgen Bäuerle. Der Minister für Bundesrat, Europa und internationale Angelegenheiten Baden-Württembergs, Peter Friedrich, wird die Festansprache halten. Musikalisch umrahmt wird die Feier von der Jazzcombo der Städtischen Schule für Musik und darstellende Kunst Bühl.

In den vergangenen Jahren stieg die Zahl der Einbürgerungen im Landkreis Rastatt kontinuierlich an. Wurden 2009 noch 156 neue Staatsbürgerschaften verzeichnet, stieg die Zahl im Jahr 2012 auf 228.

Mit 246 waren es 2013 wiederum 18 oder 7,3 Prozent mehr als im Vorjahr. Ein Viertel davon (62) stammt aus dem ehemaligen Jugoslawien, davon 25 auf dem Kosovo, 15 aus Kroatien, dem Neumitglied der EU, 12 aus Serbien und 7 aus Bosnien-Herzegowina.

Die größte Gruppe, nämlich 42, hat türkische Wurzeln. Insgesamt 74 kommen aus der EU. Neben Kroatien ist hier Polen als Herkunftsland bei 16 verliehenen Staatsbürgerschaften am stärksten vertreten, Einbürgerungen im zweistelligen Bereich weisen darüber hinaus auch die Russische Föderation (13) und die Ukraine (14) auf.

Bis auf Australien sind bei den Eingebürgerten des Vorjahres alle Erdteile und 48 verschiedene Länder vertreten, ein Antragsteller war staatenlos.

Für die Mehrzahl der neuen deutschen Staatsbürger ist Deutschland bereits ihre Heimat, da sie hier geboren wurden und die Schule besuchten. Mit der Einbürgerung erhalten sie das aktive und passive Wahlrecht und können sich visafrei in Europa bewegen.

Wer Deutscher werden möchte, muss in der Regel einen mindestens achtjährigen rechtmäßigen Aufenthalt im Bundesgebiet nachweisen, Ehegatten von Deutschen von mindestens drei Jahren. Die Bewerber müssen auch nachweisen, dass sie ihren Lebensunterhalt ohne Inanspruchnahme öffentlicher Mittel bestreiten und keine Vorstrafen vorliegen. Der Wunsch, einen deutschen Pass zu erhalten, ist an die grundsätzliche Bereitschaft geknüpft, auf die bisherige Staatsbürgerschaft zu verzichten. Teilweise bestehen jedoch Ausnahmen für EU-Staatsangehörige und Asylberechtigte.

Ausreichende Kenntnisse der deutschen Sprache beim Sprechen, Lesen und Schreiben müssen etwa durch vier Versetzungszeugnisse einer deutschen Schule oder den erfolgreichen Abschluss einer Ausbildung nachgewiesen werden. Wer diese Voraussetzungen nicht erfüllt, hat die Möglichkeit, einen Integrationskurs oder eine sprachliche Prüfung zu absolvieren, die jeweils mit dem geforderten Zertifikat (B1) abschließen.

Die Verleihung der deutschen Staatsbürgerschaft verlangt zudem Kenntnisse der Rechts- und Gesellschaftsordnung sowie der Lebensverhältnisse in Deutschland, die durch den Abschluss einer allgemeinbildenden Schule oder einen Einbürgerungstest nachgewiesen werden können.