Das Geheimnis um das A-Schild

Ein schwarzes „A“ auf weißem Grund, hinten und vorne am LKW angebracht – immer öfter taucht die rätselhafte Kennzeichnung auf unseren Straßen auf, die vielen Verkehrsteilnehmern nicht geläufig ist.

Sachgebietsleiter Edgar Burkard vom Umweltamt im Landratsamt Rastatt stellt klar: „Das A steht weder für ausländische Transporte noch ist es eine Fahranfängerkennzeichnung, wie in Frankreich oder Großbritannien.“ Es handle sich um die einfache Beschilderung eines Abfalltransportes, das „A“ stehe für Abfall.

Nach Vorgabe des Kreislaufwirtschaftsgesetzes müssen Firmen, die auf öffentlichen Straßen gewerblich Abfälle einsammeln oder transportieren, ihr Fahrzeug mit diesem Schild kenntlich machen. Dies gilt auch für Baustellenfahrzeuge, die Abbruchmaterialien oder Aushub entsorgen. „Bei der Baustellensituation in unserer Region ist es nicht verwunderlich, wenn die sogenannten A-Schilder vermehrt auf den Straßen zu bemerken sind“, schmunzelt Burkard.

Für die A-Schilder gibt es klare Vorgaben, die Gewerbetreibende beachten müssen: Zwei rechteckige, rückstrahlende, weiße Warntafeln von mindestens 40 Zentimeter Breite und mindestens 30 Zentimeter Höhe, in schwarzer Farbe die Aufschrift „A“ in festgelegter Buchstabenhöhe und Schriftstärke, gut sichtbar vorne und hinten am Fahrzeug angebracht.

Bei all diesen Vorgaben stellt sich mitunter die Frage nach Sinn und Zweck, wie Burkard auch verstehen kann. Er ist aber davon überzeugt, dass, auch wenn es auf den ersten Blick nicht immer deutlich werde, der Transport von Abfällen gewisse Risiken berge.

Unangemeldet durchgeführte Verkehrskontrollen ergäben immer wieder Verstöße gegen das Abfallrecht. Die Kennzeichnung ermögliche der Polizei und den Behörden effektivere Überprüfungen, bei denen das Augenmerk neben den Abfalltransportvorschriften auch auf weiteren Aspekten wie Lenkzeitvorschriften und Gefahrgutsicherung liege.

„Das Anzeigen von Abfalltransporten, das Mitführen von bestimmten Unterlagen sowie die Kennzeichnungspflicht verschärfen zudem das Bewusstsein für die Risiken der Abfallverwertung und schützen damit auch Mensch und Umwelt“, betont Burkard.

Mit dem 1. Juni 2014 trat zudem eine Gesetzesänderung in Kraft, nach der auch Betriebe, die nur nebenbei Abfälle transportieren, dies beim Landratsamt einmalig anzeigen müssen. Dies gilt also für Betriebe, die den Abfalltransport nur im Rahmen eines anderen Gewerbes durchführen.

Der klassische Fall ist laut Burkard der Handwerker, der Abfälle von einer Baustelle zu seinem Betrieb zurückbringt oder diese auf einer Deponie entsorgt. Allerdings sei für diesen keine Kennzeichnung mit dem A-Schild erforderlich. Von der neuen Anzeigepflicht sind nur Firmen betroffen, die mehr als 20 Tonnen Abfälle (bei gefährlichen Abfällen mehr als zwei Tonnen) pro Jahr transportieren.

Für die Anzeige gibt es gesetzlich vorgeschriebene Vordrucke, die die Betriebe vom Umweltamt erhalten können.

Weitere Informationen: Landratsamt Rastatt, Umweltamt, Telefon 07222 381-4252.

Bild: A-Schild Abfall

(Erstellt am 03. September 2014)