Arbeit

Zugang zum Arbeitsmarkt für geflüchtete Menschen

1. Personen mit einer Aufenthaltserlaubnis
 
Anerkannte Asylbewerberinnen und -bewerber, die vom Bundesamt einen positiven Bescheid erhalten haben, dürfen grundsätzlich uneingeschränkt als Beschäftigte arbeiten und auch einer selbstständigen Tätigkeit nachgehen.

Ist nur ein Abschiebungsverbot festgestellt worden, entscheidet die Ausländerbehörde im jeweiligen Einzelfall, ob eine Genehmigung zur Ausübung einer Beschäftigung erteilt wird.

2. Personen mit einer Aufenthaltsgestattung (= Im Asylverfahren)
 
Das Bundesamt erteilt Asylbewerberinnen und Asylbewerbern, die sich noch im Asylverfahren befinden, eine Aufenthaltsgestattung. Diese berechtigt sie bis zum Abschluss des Asylverfahrens, das heißt bis zur Entscheidung über den Asylantrag, in Deutschland zu leben und unter bestimmten Bedingungen zu arbeiten.
- Können nach drei Monaten die Genehmigung zur Ausübung einer Beschäftigung erhalten
- Die Bundesagentur für Arbeit prüft die konkreten Arbeitsbedingungen einer Stelle, insbesondere den Verdienst und die Arbeitszeiten (Bezahlung der Tätigkeit muss ortsüblich sein)
 
Hinweis: Die Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit entfällt, wenn die Person länger als 15 Monate in Deutschland lebt

3. Personen mit einer Duldung
 
Personen, die sich nicht (mehr) im Asylverfahren befinden bzw. einen negativen Bescheid erhalten haben, aber bei denen die Abschiebung ausgesetzt wurde, erhalten von der Ausländerbehörde eine "Bescheinigung für die Aussetzung einer Abschiebung", die Duldung genannt wird.
Personen, die eine Aufenthaltsgestattung oder eine Duldung besitzen, haben bestimmte Zugangsbedingungen zum Arbeitsmarkt:
 
- Genehmigung zur Ausübung einer Beschäftigung der Ausländerbehörde (entscheidet im Einzelfall)
- Zustimmung der örtlichen Arbeitsagentur (wird von der Ausländerbehörde eingeholt), entfällt nach vier Jahren Aufenthalt
- Personen, die eine Aufenthaltsgestattung besitzen, können nach drei Monaten die Genehmigung zur Ausübung einer Beschäftigung erhalten
- Zeitarbeit beziehungsweise eine Beschäftigung als Leiharbeitnehmer ist für Personen, die eine Aufenthaltsgestattung oder eine Duldung besitzen, grundsätzlich möglich

4. Personen, die grundsätzlich keiner Beschäftigung nachgehen dürfen
 
- Personen mit einer Aufenthaltsgestattung, die verpflichtet sind in einer Aufnahmeeinrichtung zu wohnen (6 Wochen – 6 Monate)
- Personen aus sicheren Herkunftsstaaten (aufgrund der AE-Verpflichtung)
- Personen mit Duldung (bei Asylbl, keine Angaben, Asylantrag abgelehnt)
 
 
!Wichtige Informationen:
- Personen, die eine Aufenthaltsgestattung besitzen, erlangen mit der Aufnahme einer Arbeit oder einer Ausbildung kein gesondertes Aufenthaltsrecht. Die Integrationsleistung des Einzelnen spielt bei der Prüfung des Asylantrag im Hinblick auf die Gewährung von asylrechtlichem Schutz keine Rolle
- Bei Personen mit einer Duldung hingegen werden die individuellen Umstände und Integrationsleistungen bei der Verlängerung der Duldung bzw. bei der Erteilung eines Aufenthaltstitels berücksichtigt
- Der Arbeitsverdienst wird auf die Leistungen, die sich nach dem Asylbewerberleistungsgesetz bemessen, angerechnet. Nähere Auskünfte erteilt das Sozialamt.
 
Weitere Informationen finden Sie auch hier

Arbeitsgelegenheiten

Grundsätzlich können Asylbewerber auch Arbeitsgelegenheiten gemäß § 5 AsylbLG wahrnehmen. Demnach kommt die Einrichtung einer Arbeitsgelegenheit in Betracht, sofern die zu leistende Arbeit hinsichtlich Umfang und Zeitpunkt sonst nicht verrichtet würde. Mögliche Arbeitsgelegenheiten können von staatlichen, kommunalen und bei gemeinnützigen Trägern zur Verfügung gestellt werden. Für die geleistete Arbeit wird eine Aufwandsentschädigung von 0,80 Euro je Stunde ausgezahlt, ohne dass Arbeitsverhältnisse begründet werden. Somit hat die Wahrnehmung einer Arbeitsgelegenheit auch keine Auswirkungen auf Fragestellungen der Kranken- und Rentenversicherung. Entsprechend der bisherigen Verwaltungspraxis ist eine Arbeitszeit von maximal 20 Wochenstunden festgelegt.

Arbeitsplätze für Flüchtlinge

Arbeitsplätze für Flüchtlinge werden auf verschiedenen Plattformen angeboten. Hier sollen sich positiv eingestellte Arbeitgeber und Flüchtlinge finden.

- WORKEER
- Jobbörse
- www.jobbörse-stellenangebote.de

Unterstützung bei der Arbeitsaufnahme von Flüchtlingen im Landkreis Rastatt​

Bundesagentur für Arbeit und Jobcenter
Die Bundesagentur für Arbeit betreut die Personen, die sich im Asylverfahren befinden, das Jobcenter betreut die Anerkannten.

Kontakt zum Thema Arbeit:
Agentur für Arbeit Karlsruhe-Rastatt
Karlsruhe-Rastatt-170-Flucht@arbeitsagentur.de

Jobcenter Rastatt
Jobcenter-Landkreis-Rastatt.FAIR@jobcenter-ge.de


Gordana Stanicic, Caritasverband für den Landkreis Rastatt e.V., ist für die Vermittlung von Asylbewerbern in Arbeit zuständig und werten Kompetenzen, schulische und berufliche Abschlüsse sowie Berufserfahrungen der Flüchtlinge aus und können bei Bedarf adäquat vermitteln. Sie arbeitet sehr eng mit der Agentur für Arbeit und den Ehrenamtskreisen vor Ort zusammen, die vielerorts die Flüchtlinge betreuen. Sprechzeiten für die Erhebung der Kompetenzen wurden eingeführt, um so den Flüchtlingen mehr Transparenz zu schaffen und sie persönlich zu begleiten.

Gordana Staničić
Diplom-Sozialpädagogin/-arbeiterin (FH)

Caritasverband für den Landkreis Rastatt e.V.
Fachbereich Migration
Arbeit und Ausbildung für Flüchtlinge
Projektverbund Baden
Carl-Friedrich-Str. 10
6437 Rastatt

Telefon: 07222 775-23
Fax: 07222 775-60
E-Mail: g.stanicic@caritas-rastatt.de
Internet: www.caritas-rastatt.de

Infoflyer (90 KiB)

Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen​

Anlaufstelle zur Erstinformation und Verweisberatung zur Begleitung des Anerkennungsgesetzes für den Landkreis Rastatt ist:

Mannheim (für den Regierungsbezirk Karlsruhe)

Interkulturelles Bildungszentrum Mannheim gGmbH
Maryam Shariat-Razavi
Aleksandra Gasior
Gilda Zubovic-Sadri
N 4,1
68161 Mannheim
Telefon: 0621 43773113
Fax: 0621 12479104
E-Mail: anerkennung@ikubiz.de

Für die Durchführung von Verfahren zu Anerkennung von im Ausland erworbenen Berufsqualifikationen sind bundesweit die Anerkennungsstellen zuständig.

Für Personen, die eine Anerkennung ihrer im Ausland erworbenen Abschlüsse anstreben, ist es häufig schwierig, die richtige Stelle zu finden. Deshalb werden bundesweit Erstanlaufstellen aufgebaut. Diese Erstanlaufstellen geben Menschen mit ausländischen Berufsabschlüssen eine erste Orientierung für das Anerkennungsverfahren und verweisen sie an die zuständigen Anerkennungsstellen. 

Das Internetportal "Anerkennung in Deutschland" informiert über rechtliche Grundlagen und Verfahren der beruflichen Anerkennung. Informationen zu ausländischen Berufsqualifikationen gibt es auch auf dem BQ-Portal. Dieses richtet sich vor allem an Entscheidungsträger und Arbeitgeber.

Die Telefon-Hotline des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) beantwortet Fragen zur beruflichen Anerkennung. Die Hotline ist Montag bis Freitag von 9 Uhr bis 15 Uhr unter der Nummer: +49 30 1815-1111 erreichbar.

Die IHK FOSA (Foreign Skills Approval) nimmt als bundesweites Kompetenzzentrum der deutschen Industrie- und Handelskammern die Anträge auf Anerkennung entgegen und prüft, inwieweit die ausländischen Qualifikationen mit entsprechenden deutschen Qualifikationen als gleichwertig eingestuft werden können. 

Tamina Hommer

Integrationsbeauftragte

Telefon 07222 381-4325
Fax 07222 381-4399
Öffnungszeiten:

Termine nach Vereinbarung

Gebäude: Am Schlossplatz 5, 76437 Rastatt
Raum: D4.01