Während Routineuntersuchungen zum ständigen Aufgabenbereich der Straßenmeistereien gehören, muss ein sachkundiger Ingenieur mit der Brückenprüfung betraut werden, der auch die statischen und konstruktiven Verhältnisse beurteilen kann.
Bei dem alle drei Jahre durchzuführenden „Check-up“ werden alle, auch die schwer zugänglichen Brückenteile, gegebenenfalls unter Zuhilfenahme von Besichtigungsgeräten oder Besichtigungseinrichtungen wie z.B. Hubsteiger und Gerüste, „handnah“ geprüft, wobei der Hammer das wichtigste Werkzeug für den Prüfingenieur ist. Damit wird die gesamte Betonoberfläche abgeklopft, um die Betondeckung zu kontrollieren und mögliche Hohlstellen zu entdecken. Außerdem werden akribisch alle Risse, Abplatzungen und Roststellen dokumentiert. Tritt irgendwo am Bauwerk Feuchtigkeit aus, so muss der Prüfer in detektivischer Kleinarbeit die Schadensursache herausfinden.
Nach dem „Intensiv-check-up“ werden die Brücken im Dreijahresturnus einer sogenannten „einfachen Prüfung“ unterzogen, in der Regel ohne Verwendung von Besichtigungsgeräten. Das Augenmerk gilt hier sämtlichen Funktionsteilen (z.B. Lager, Gelenke und Übergangskonstruktionen zur Straße) sowie Verankerungen von Bauteilen (z.B. Geländer, Lärmschutzwände, Leitungen und Schutzeinrichtungen über Bahnlinien).
Bei den rund 90 Brücken im Zuge von Kreisstraßen, für die das Straßenbauamt des Landkreises Rastatt verantwortlich zeichnet, sind nach dem angewandten Bewertungsschema alle Brücken besser als 3,0 bewertet. Anders als bei den Schulnoten werden die einzelnen Schäden nach einer Skala von 1 (sehr guter Zustand) bis 4 (ungenügender Zustand) beurteilt. Ab einer Gesamt-Zustandsnote von 3,0 besteht dringender Sanierungsbedarf.
Die vor Ort erhobenen Schäden und Mängel werden in ein für ganz Deutschland gültiges Computerprogramm eingegeben, mit dem einheitlich alle Daten über Brücken und sonstige Ingenieurbauwerke erfasst und ausgewertet werden.
Für die vorgesehene Generalsanierung der Murgbrücke bei Rastatt-Niederbühl, die Anfang August beginnt und die mit einer Durchschnittsnote von 2,8 zu den schlechtesten Brücken des Landkreises gehört, wird der Landkreis, verteilt auf die Jahre 2010 und 2011, allein rd. 320.000 Euro bereitstellen.
Für die fortlaufende Instandsetzung und Sanierung seiner Brücken investiert der Landkreis jährlich insgesamt rund 200.000 Euro. Bei der regelmäßig einmal jährlich durchzuführenden Besichtigung werden die Brücken genauer auf offensichtliche Schäden und Mängel inspiziert. Dabei werden insbesondere Veränderungen am Bauwerk, beispielsweise Schäden und Mängel an Verkehrszeichen, Schutzeinrichtungen oder am Geländer, erfasst. Ferner werden Verschmutzungen der Entwässerungseinrichtungen, Schäden und Mängel an der Fahrbahn sowie am Bauwerk selbst (Anprallschäden, Betonabplatzungen, Risse etc.) und an den angrenzenden Böschungen registriert. Um kleinere Schäden und Mängel im Ansatz zu beseitigen und zu verhindern, dass daraus größere Schäden erwachsen, deren Beseitigung dann sehr teuer oder sogar die Sicherheit gefährdet werden kann, müssen Brücken fortlaufend instandgesetzt bzw. saniert werden.










