Christine Baumann aus dem Baden-Badener Stadtteil Geroldsau hält Hochlandrinder und war begeistert von der ersten Zusammenkunft der Rinderhalter im März dieses Jahres, zu dem das Landwirtschaftsamt Rastatt nach Sinzheim eingeladen hatte. 30 Rinderhalter folgten der Einladung und signalisierten damit ihr Grundinteresse an dem fachlichen Austausch. „Alle Anwesenden haben sich vorgestellt und offen ihre Anliegen ausgetauscht,“ so Tierhalterin Baumann.
Ziel des ersten Treffens war es aus Sicht des Landwirtschaftsamtes zu klären, ob ein Arbeitskreis mit Rinderhaltern aus der Region ein geeignetes Forum wäre, sie in ihrer Tierhaltung zu unterstützen.
Eine Seminarreihe für Rinderhalter im letzten Winter zeigte, dass vor allem bei den Tierhaltern im Nebenerwerb großes Interesse und Bedarf an fachlicher Weiterbildung besteht.
Andrea Stief, die Leiterin des Landwirtschaftsamtes im Landratsamt Rastatt, weiß um die zukunftsweisende Bedeutung der Tierhaltung in der Region. „Ohne die Rinder, Schafe und Ziegen können unsere Wiesen nicht gepflegt und die Täler im Schwarzwald nicht offen gehalten werden. Eine rein mechanische Pflege mit dem Mähgerät wäre mit Kosten von bis zu 1000 Euro pro Hektar viel zu teuer“.
Schnell entsteht bei den Teilnehmern Konsens über die Themen, über die sich die Gruppe informieren und austauschen möchte. Rechtliche Fragen zum Stallbau und Tiergesundheit stehen ganz oben in der Prioritätenliste des neu formierten Arbeitskreises, gefolgt von der Bewirtschaftung von Wiesen und Weiden, Fütterung und Vermarktung.
Die im Landwirtschaftsamt für die Beratung der Tierhalter zuständige Diplom-Agraringenieurin Ulrike Löber hat seit dem ersten Treffen bereits weitere Aktionen für die Rinderhalter initiiert. Beim Austausch mit den Rinderhaltern aus dem Landkreis Calw wurde gemeinsam der neue Mutterkuhstall des Betriebs Wacker in Forbach besichtigt und viele Fragen rund um den Stallneubau besprochen.
Die richtige Nutzung und Pflege von Wiesen und Weiden war das Thema einer Grünlandbegehung mit Dr. Martin Elsäßer vom Landwirtschaftlichen Zentrum Baden-Württemberg (LAZBW) in Aulendorf. Elsäßer beurteilte zusammen mit den Tierhaltern die Wiesen im Gelände. Die vorhandenen Pflanzen wurden bestimmt und der Anteil von Gräsern, Leguminosen und Kräutern genauer in Augenschein genommen. „Am Pflanzenbestand kann beurteilt werden, wie gut der Futterwert ist und welche Maßnahmen zu seiner Verbesserung am jeweiligen Standort möglich sind“, erklärte der Grünlandexperte. Alle Anwesenden waren sich einig, dass es einige Übung braucht, die eigenen Wiesen richtig einschätzen zu können. Deshalb plant Beraterin Löber weitere Termine, an denen sie zusammen mit den Rinderhaltern die Grünlandbestände an verschiedenen Standorten begutachten wird.
Kontakt für Interessenten des „Arbeitskreises Rinderhalter“: Landratsamt Rastatt, Landwirtschaftsamt, Telefon: 07222/381-4500 oder E-mail: amt45@landkreis-rastatt.de.










