Eine Reise durch den Landkreis
Forbach, Weisenbach, Gernsbach, Loffenau, Gaggenau, Bischweier, Kuppenheim, Rastatt, Iffezheim, Hügelsheim, Rheinmünster, Lichtenau, Ottersweier, Bühl, Bühlertal, Sinzheim, Ötigheim, Steinmauern, Elchesheim-Illingen, Au am Rhein, Durmersheim, Bietigheim, Muggensturm
von Gisela Merklinger, Pressereferentin des Landkreises
Der Landkreis Rastatt im Herzen Europas ist einer der schönsten Landkreise in Deutschland. In Statistiken und Umfragen bekommen Lebensqualität, Wirtschaftskraft und Wohlstand zwischen Schwarzwald, Rhein und Reben Bestnoten. „Hier läßt sich gut leben und arbeiten", mit diesem einfachen Slogan sprechen die Marketingleute den Einheimischen und Gästen aus der Seele.
Wer sich selber überzeugen will, der sollte sich die Zeit nehmen eine Reise durch den Landkreis Rastatt zu unternehmen. Für auswärtige Gäste ist die Anreise neben den üblichen Verkehrsmitteln auch mit dem Flugzeug möglich. Der Baden-Airpark in Rheinmünster Söllingen registrierte zuletzt über 1 Million Passagiere. Auch per Bahn und sogar über die Schifffahrtstraße Rhein ist der Landkreis Rastatt zu erreichen. Innerhalb des Landkreises ist alles möglich. Die Stadtbahn fährt überall hin, für Wanderlustige gibt es herrliche Routen und Fernwanderwege, Radler können den ganzen Landkreis auf dem lückenlosen Radwegenetz erkunden und der Autofahrer gelangt auf gepflegten Straßen auch in den äußersten Winkel. Wie beispielsweise nach Forbach, der an der Grenze zum Kreis Freudenstadt gelegenen Schwarzwaldgemeinde.
Forbach: Ziegen, Wasserkraft und Heuhütten
Seit die Stadtbahn auch in dem Wanderparadies hält und sogar bis nach Freudenstadt weiterfährt, kommen jährlich rund 20 000 Ausflügler oder Feriengäste in Forbach an. Die meisten bleiben zwei bis drei Tage. Sie bestaunen nicht nur die in Europa einmalige historische Holzbrücke oder die zwei Kilometer lange Schwarzenbach-Talsperre, sondern besuchen auch das liebevoll ausgestattete Heimatmuseum im Ortsteil Bermersbach. Ziegenweiden und Heuhütten, Sehenswürdigkeiten, schnuckelige Fachwerkhäuser sowie idyllische Wanderwege verschiedener Schwierigkeitsgrade, Rundwege und Lehrpfade. Touristische Angebote wie eine Wanderung mit der Kräuterhexe oder Rockkonzerte im Kurhaus sorgen dafür, dass sich jung und alt in Forbach und seinen romantischen Ortsteilen wohlfühlen. Die ländliche Idylle wird bereichert durch eine intakte Infrastruktur mit lebhafter Geschäftswelt und ehrgeiziger Gastronomie.
Weisenbach: Bierdeckel und Silbermedaille
Mit dem Auto sind es von Forbach auf der B 462 nur wenige Minuten bis Weisenbach, der mehrfach im Landesentscheid des Ortsverschönerungswettbewerbes mit einer Silbermedaille ausgezeichneten Murgtalgemeinde. Gut markierte Spazier- und Wanderwege, weite Wiesentäler, Gebirgsbäche und wuchtige Felspartien bilden eine herrliche Kulisse für eine moderne aktive Gemeinde, die Freizeitsportarten anbietet, Wein anbaut, Kontakte nach Italien pflegt, ein reges Vereinsleben hat, ihr Ortsbild verschönert, familiengerechte Baugebiete vorweist, Traditionen und Brauchtum pflegt und mit gebündelten Kräften an einer modernen, familienfreundlichen und zukunftsorientierten Wohngemeinde arbeitet. Dort, wo der größte Bierdeckelhersteller der Welt erfolgreich arbeitet, lebt ein offenes, herzliches Völkchen mit Mut zur Zukunft.
Gernsbach: Spannende Geschichte und viel Kultur
Wer Weisenbach und seine Ortsteile hinter sich lässt, fährt vielleicht mit dem Fahrrad auf der „Tour de Murg" an den im Murgtal ansässigen Papierfabriken vorbei nach Gernsbach, der selbstbewussten Murgtalperle mit 15 000 Einwohnern in sieben Stadtteilen. Magisch angezogen wird der Blick jedes Gastes von dem hoch über Obertsrot strotzenden und von Weinreben umgebenen Schloss Neueberstein, dessen erste Bauphase im 13. Jahrhundert anzusiedeln ist und das dank privatem Investor neu restauriert wurde. Es ist der ehemaligen Herrschaftssitz der Grafen zu Eberstein. Verwöhnt wird das Auge auch in der Gernsbacher Altstadt, wo man auf Schritt und Tritt Zeugen der Vergangenheit begegnet. Das berühmte Alte Rathaus im Stil der späten Renaissance, ein uriger Marktplatz, Baudenkmäler, schöne Brunnen, kleine Läden und gemütliche Straßencafes laden zum Verweilen ein, ebenso wie die lauschigen Plätzchen im blühenden Kurgarten oder im Katz´schen Garten mitten in der Stadt. Das Hochmoor- und Naturschutzgebiet Kaltenbronn, einst Jagdgebiet seiner Königlichen Hoheit, bietet auf rund 900 Metern Höhe nicht nur gesunde Schwarzwaldluft, sondern auch Natur pur und jede Menge botanische Besonderheiten.
Loffenau: Schwäbischer Fleiß und badischer Charme
Von Gernsbach aus ist es eine schöne kleine Wanderung durch das urwüchsige Igelbachtal nach Loffenau, dem schmucken Dorf am Westhang des nördlichen Schwarzwalds, hoch über dem Murgtal und an der Grenze zum Schwabenland. Die 2 700 Einwohner-Gemeinde, die bis zur Kreisreform im Jahre 1973 dem schwäbischen Landkreis Calw zugeordnet war, ist ein staatlich anerkannter Erholungsort mit einem etwa 200 Kilometer langen Wandernetz, liebevoll gepflegten Fachwerkhäusern und einer guten Grundversorgung. Loffenau macht ehrgeizig seine Hausaufgaben. Am gesteckten Ziel, ein naturnahes Dorf zu sein mit besonderer Wohnqualität und touristischen Vorzügen, wird unermüdlich gefeilt. Aus dem ehemals armen Bauerndorf, das Graf Heinrich von Eberstein im Jahre 1297 an das Kloster Herrenalb verkaufte, wurde eine blühende Wohngemeinde mit mehr als 130 Gewerbebetrieben. Loffenau hat nicht nur einen der dienstältesten Bürgermeister der Region, sondern auch Mut zur Weichenstellung für die Zukunft. Die Drachenflieger über Loffenaus Himmel symbolisieren den stetig frischen Wind in der sonnigen Gemeinde.
Gaggenau: guter Stern und „goldiges" Michelbach
Von den vier Stadtbahnhaltestellen in Gernsbach sind es mit dem Bähnle höchstens 10 Minuten in die Große Kreisstadt Gaggenau, wo der Stadtbahnfahrer gleich nach der Ortsgrenze durch das beeindruckende Werksgelände von DaimlerChrysler fährt. Jeder dort einsteigende Arbeiter wird gerne berichten, dass das Gaggenauer Werk das älteste Automobilwerk der Welt ist und hier an der Murg mit dem Orient-Express 1895 das erste Serienautomobil hergestellt wurde. Vor der jüngsten Neuausrichtung des Werkes zum Kompetenzzentrum für mechanische und automatisierte Schaltgetriebe wurde in Gaggenau der Unimog gebaut. Die Industrie der Großen Kreisstadt hat schon immer Geschichte geschrieben. Schließlich hat die starke Wirtschaftskraft Gaggenau 1922 die Stadtrechte beschert. Über 6 000 Menschen arbeiten heute unter dem „guten Stern" und sorgen in der Einkaufsmetropole des Murgtals für eine überdurchschnittliche Kaufkraft und quirliges Leben. Moderne Industrieunternehmen, eine vielseitige Geschäftswelt, Kultur und Freizeiteinrichtungen im Kurstadtteil Bad Rotenfels, das Goldmedaillendorf Michelbach oder das Kleinkunstmekka „Klag-Bühne" mischen städtischen Flair mit ländlichem Charme.
Bischweier: Gute Angebote für Familien
Der bequeme Autofahrer fährt auf dem Autobahnzubringer B 462 rund vier Kilometer weiter bis er ins Kirschendorf Bischweier abbiegen kann. Dort gibt es nicht nur saftige Kirschen, sondern auch eine ideale Infrastruktur für Familien und Senioren. Betreutes Wohnen, eine verlässliche Grundschule und auch ein durchgehend geöffneter Kindergarten machen das stetig wachsende Dorf zu einer beliebten Wohngemeinde. Die mehr als 3 000 Einwohner nehmen am kommunalpolitischen Geschehen aktiv teil und kämpfen für ein intaktes Umfeld.
Kuppenheim: Zentrale Ausgangslage zur alten Amtsstadt
Von Bischweier sind es nun wenige Kilometer unter der B 462 durch nach Kuppenheim, der 8 000 Einwohner-Stadt, gerne als „Tor zum Murgtal" bezeichnet. Die Stadt profitiert von einer ausgezeichneten Lagegunst mit schnellem Autobahnanschluss, kurzen Wegen nach Baden-Baden, zum Baden-Airpark, ins Elsass, nach Karlsruhe und zur Schwarzwaldhochstraße. Diese zentrale Ausgangslage, eine lückenlose Infrastruktur, nahegelegene Sehenswürdigkeiten wie das Lustschloss „Favorite" der einstigen Markgräfin Sybilla Augusta, zahlreiche Freizeiteinrichtungen und eine bemerkenswerte Gastronomie im Stadtteil Oberndorf mit dem besten Gasthof Deutschlands, machen Kuppenheim zu einem beliebten Wohnort und einem interessanten Wirtschaftsstandort.
Rastatt: Barockschloss und A-Klasse
Mit der Stadtbahn Linie S 41 sind es von Kuppenheim sechs Minuten in die Große Kreisstadt Rastatt, wo sich der Sitz der Landkreisverwaltung befindet. Das Wahrzeichen der Stadt ist zweifellos das Barockschloss, das zu Beginn des 18. Jahrhunderts nach dem Vorbild von Versailles gebaut wurde. Aber Rastatt hat noch mehr interessante Baudenkmale aus seiner bewegten Geschichte, so zum Beispiel Festungsreste aus der Badischen Revolution, die Pagodenburg, das ehemalige Teehaus der markgräflichen Familie oder die Einsiedlerkapelle. Das kulturelle Leben in der Großen Kreisstadt ist anspruchsvoll und genießt auch wegen dem alle zwei Jahre stattfindenden größten internationalen Straßentheaterfestivals „tête–à-tête" weit über die Region hinaus einen ausgezeichneten Ruf. Die gemütliche und idyllische Seite der Stadt sind ihre romantischen Stadtteile an Rhein und Murg, das Naturschutzgebiet „Rheinauen", beliebte Lokale mit Freisitz und lauschigen Plätzchen im Schlossgarten und überall im Stadtgebiet. Rastatt ist aber auch ein Wirtschaftsstandort auf gesunder industrieller Basis. Viele global tätige Unternehmen und das hochmoderne A-Klasse-Werk der Daimler AG schätzen das gute Wirtschaftsklima im verkehrsgünstig gelegenen Rastatt und das Potenzial an gut ausgebildeten Fachkräften. Rastatt ist mit rund 48 000 Einwohnern die größte Stadt im Landkreis.
Iffezheim: Rassige Pferde und Störche
300 Menschen holen tagtäglich ihre neue A-Klasse im Rastatter DaimerChrysler-Werk ab. Auf der ersten Spritztour fahren sie vielleicht auf der B 36 nach Iffezheim. Obwohl diese Gemeinde nur etwa 4 900 Einwohner hat, wird sie zweimal im Jahr zum Nabel der Welt. Dann nämlich treffen sich auf einer der schönsten Rennsportanlagen Europas Rassepferde und Pferdefreunde zu den Internationalen Galopprennen. Die Pferderennen, ein Treffpunkt der Schönen und Reichen, bringen für einige Wochen den Duft der großen weiten Welt nach Iffezheim. Die Gemeinde am Fuße des Schwarzwaldes blüht aber nicht nur während der Renntage. Die hochmoderne Staustufe am Rhein, eine einzigartige Fischtreppe, ausgedehnte Wald- und Wiesenlandschaften und schöne Wanderwege sorgen dafür, dass Iffezheim auch außerhalb der Rennen einen Besuch wert ist. Das findet auch eine Storchenfamilie, die in Iffezheim ein Zuhause gefunden hat. Dort kann Familie Adebar entweder auf dem Kirchturm oder auf dem Rennplatz gesichtet werden.
Hügelsheim: Spargeldorf mit Keltengrab
Weiter auf der B 36 in Richtung Süden kommt der Landkreis Rastatt-Tourist ins Spargeldorf Hügelsheim. Unterwegs hat er festgestellt, dass es nur einen Katzensprung nach Baden-Baden ist, dem Weltkurort, der als selbstständiger Stadtkreis vom Landkreis Rastatt geographisch umarmt wird. Hügelsheim, mit Rheinmünster eine der beiden Standortgemeinden des Baden-Airparks, stand nach dem Abzug der Kanadier im Januar 1993 vor leerstehenden Immobilien, brachliegenden Militärgebäuden und einem immensen Kaufkraftverlust. Eine große Herausforderung, die nur mit Hilfe der Technologie Region Karlsruhe zu meistern war. Die Umwandlung des Militärflugplatzes in einen Regionalflughafen mit Gewerbepark und der Zuzug von fast 2 000 Menschen haben das Schicksal gewendet. Hügelsheim ist heute eine aufstrebende weltoffene Gemeinde mit bald 5 000 Einwohnern, lebhaften Beziehungen zu den Partnergemeinden in Italien und Kanada, einem Golfplatz, Zeitzeugen der Vergangenheit als Schifferdorf und beeindruckenden Fundstätten aus frühen Besiedlungen. Einer der bedeutendsten Funde ist der „Heiligenbuck", ein frühkeltischer Fürstengrabhügel aus dem 6. Jahrhundert vor Christi.
Rheinmünster: eigenes Hafenbecken und Flugplatz
Direkt in der Nachbarschaft von Hügelsheim an der Bundesstraße 36, unweit der Rheintalautobahn und der französischen Autobahn im Elsaß am Fuße des Schwarzwaldes, liegt Rheinmünster mit dem Regionalflughafen Karlsruhe/Baden-Baden, dem altehrwürdigen Schwarzacher Münster, dem ganzjährig bevölkerten Freizeitcenter „Oberrhein", idyllischen Rheinauen, zahlreichen Freizeiteinrichtungen und einer schönen Landschaft mit Misch- und Rheinauewäldern. Die Reformgemeinde, die im Rahmen der Gemeinde- und Kreisreform 1973 aus fünf ehemals selbstständigen Gemeinden gebildet wurde, ist heute gut zusammengewachsen und wurde im Jahr 2004 von der Landesregierung als Ausflugs- und Erholungsort anerkannt.
Lichtenau: Hoftheater und Knöpflsupp
Die einst nördlichste Bastion des Hanauerlandes hat eine bewegte Vergangenheit und eine lebhafte Gegenwart. Zwischen Schwarzwald und Vogesen ist Lichtenau nicht nur ein Kleinod für Kulturfans, die das originelle Ambiente und die anspruchsvollen Veranstaltungen im Hoftheater Scherzheim genießen, sondern auch ein „Eldorado" für Wasserratten, die in den zahlreichen Badeseen surfen, Kanu fahren oder angeln. Auch Gourmets finden in Lichtenau und Umgebung sowie im benachbarten Elsass ein Top-Angebot an kulinarischen Erlebnissen in erstklassigen Restaurants und Gaststätten. Das charmante Städtchen Lichtenau an der Grenze des Landkreises Rastatt hat 5 000 Einwohner, ist eine gesunde Kommune mit zwei Gewerbegebieten und einer lückenlosen Infrastruktur.
Ottersweier: Wallfahrtskirche, Aspichhof und 2 000 Arbeitsplätze
Von Lichtenau fährt der Landkreis-Entdecker entlang der Gemarkungsgrenze nach Ottersweier, wo im Kreispflegeheim „Hub" über 500 Patienten leben und der dazu gehörige kreiseigene Gutshof „Aspichhof" als Musterwirtschaft im Land gilt und als landwirtschaftliches Versuchsgut mit vielen Preisen ausgezeichnet wurde. Die 6 500 Einwohner starke Gemeinde Ottersweier ist aber auch bekannt für seine Wallfahrtskirche „Maria Linden", die schon uralt und immer noch Anziehungspunkt für Wallfahrer aus nah und fern ist. Mit 2 000 hauptsächlich gewerblichen Arbeitsplätzen ist die bis in die 1960er Jahre noch weitgehend landwirtschaftlich geprägte Gemeinde zu einem attraktiven Wohnort mit guten Zukunftsperspektiven geworden.
Bühl hat alles
Von Ottersweier auf der B 3 nach Bühl, sind es nur wenige Minuten. Die große Kreisstadt kann sich seit Jahren in positiven Schlagzeilen sonnen. Kein Wunder, denn die Stadt hat Vorzüge en masse: Ein Überangebot an interessanten und gut bezahlten Arbeitsplätzen in großen Firmen mit Weltruf, eine verkehrsgünstige Lage, eine ausgewogene Infrastruktur, zahlreiche Freizeit- und Erholungsangebote für Einheimische und Gäste jeden Alters, erstklassige kulturelle Einrichtungen, ein lückenloses Schulnetz, familienfreundliche Neubaugebiete, eine charmante Altstadt, ausgezeichnete Gourmettempel, traditionelle Ereignisse wie das Zwetschgenfest, sportliche Events wie der LuK-Cup und eine Bevölkerung, die auf ihre Stadt stolz ist, die Angebote annimmt und sich als herzliche Gastgeber über steigende Touristenzahlen freut. Den 30 000 Einwohnern fehlt nichts: Bürgerhaus, Jugendzentrum, Mediathek, Kinder- und Familienzentrum, Haus der Vereine, Bäder, Schülerhorte, betreutes Wohnen, Sportanlagen und vieles mehr sorgen dafür, dass immer mehr Menschen in Bühl wohnen wollen. Wenn es um die Lebensqualität geht, ziehen in der Zwetschgenstadt alle am gleichen Strang: Bühl soll auch für künftige Generationen attraktiv sein.
Bühlertal: guter Wein und kreative Geister
Künstler und Schriftsteller, Südwestrundfunkleute und Prominente aus Wirtschaft und Gesellschaft leben ebenso gerne an den idyllischen Schwarzwaldhängen in Bühlertal, wie die stolzen Einheimischen, von denen jeder weiß, dass sie nicht nur tatkräftig zupacken, sondern auch genießen und originelle Feste feiern können. Willi Heinrich hat hier unter anderem „Steiner - das Eiserne Kreuz" geschrieben und einige Maler und Bildhauer haben ihre besten Werke im schönen Bühlertal geschaffen. Gute Winzer und Gastronomen sorgen dafür, dass der langgestreckte Luftkurort seinem Ruf als „Toskana des Landkreises Rastatt" gerecht wird.
Die touristischen Anstrengungen der idyllischen Portalgemeinde zum Naturpark Schwarzwald haben sich gelohnt. Bühlertal mit mehr als 8 000 Einwohnern ist ein attraktiver Ferienort mit herrlichen Wanderwegen, vielen Sehenswürdigkeiten und attraktiven Freizeiteinrichtungen.
Sinzheim: Magnet für Handel und Gewerbe
An der B 3 gelegen, direkt vor den Toren der Sommerresidenz Europas Baden-Baden ist Sinzheim zwischen den Mittelzentren Bühl, Baden-Baden und Rastatt ein Kleinzentrum, das sich nach dem Zweiten Weltkrieg durch die sukzessive Erschließung von Bauland und Gewerbeflächen zu einer aufstrebenden Wohngemeinde mit einigen hundert Arbeitsplätzen entwickelt hat. Mit seinen landschaftlich schönen Teilorten ist Sinzheim eine Gemeinde, die sich selbstbewusst gibt, für ihre neu gestaltete Ortsmitte wirbt, Traditionen wie den jährlichen Wendelinusritt pflegt, eine quirlige Vereinsszene hat, gute Weine anbietet, in schnuckelige Gaststätten einlädt und sich trotz der 1 100-jährigen Geschichte eine beneidenswerte Jugendfrische bewahrt hat.
Ötigheim: größtes Freilichttheater in Deutschland
Nach dem Besuch im Murgtal und im Süden des Landkreises sollte der Tourist auch eine weitere Schokoladenseite des Landkreises Rastatt, nämlich die „Hardt" kennenlernen. Er fährt auf der B 3 weiter durch Rastatt nach Ötigheim, wo das größte Freilichttheater Deutschlands in jedem Sommer von 100 000 Menschen besucht wird. „Spektakuläres Laientheater im Freien mit ein wenig Picknickatmosphäre und einer schauspielverrückten Bevölkerung, das engagierte Theater spielt für jedermanns Herz" schwärmte eine große deutsche Sonntagszeitung und widmete den Ötigheimer Volksschauspielen eine ganze Seite. Die moderne Wohngemeinde beeindruckt aber nicht nur durch ihre Theaterliebe. Stetiges Feilen an der Infrastruktur, ein beispielhafter Zusammenhalt der Bevölkerung, ständige Verschönerungen und Verbesserungen des Ortsbildes, neue Wohn- und Gewerbesiedlungen und ein ausgeprägtes kulturelles Leben vermitteln dem Besucher das Gefühl, dass im Telldorf die Welt noch in Ordnung ist.
Steinmauern: wohlhabende Vergangenheit und chancenreiche Zukunft
Mit dem Fahrrad sind es auf dem Radweg entlang der Kreisstraße von Ötigheim aus höchstens fünf Minuten bis Steinmauern, dem Dorf an Rhein und Murg. Die Flößerei hat der Gemeinde einst großen Wohlstand gebracht. Heute erinnert ein Flößermuseum an die „fetten" Jahre, als Steinmauern Umschlagplatz und Hauptmarkt für das Holz aus dem Murgtal war. Die zwischen den Wasserstraßen Rhein und Murg eingebettete Gemeinde hat einen hohen Wohn- und Freizeitwert. Wassersport und Angeln am Goldkanal, Leichtathletikanlage, Fußballplatz, Skateranlage, die originelle Begegnungsstätte „KleverHaus" oder auch die von den Vereinen in Holzbauweise erbaute Murghalle zeigen, dass es den fast 3 000 Einwohnern gut geht.
Elchesheim-Illingen: große Pläne für die Zukunft
Mit dem Fahrrad dauert es von Steinmauern bis nach Elchesheim-Illingen nur zehn Minuten.
Nach einer vielhundertjährigen getrennten Geschichte, haben sich 1971 das Fischerdorf Illingen und das Bauerndorf Elchesheim zusammengeschlossen. Mittlerweile ist das Doppeldorf am Rhein auch politisch zu einer Einheit geworden. Mit den anderen Rheingemeinden verbindet Elchesheim-Illingen das Problem des Hochwasserschutzes, in dem die Gemeinden vom Landratsamt sehr unterstützt werden. Elchesheim-Illingen ist aber auch ein Dorf der Künstler und wird gerne als kleine „Künstlerkolonie" bezeichnet. Viele berühmte Leute, wie die Bildhauerin Ellen Kämper oder der Maler Michel Jullian, der Architekt Kornelius Thielbeer oder auch der Leichtathlet Heinz Fütterer haben in dem charmanten Dorf eine Heimat gefunden und mit ihrem Wirken dessen eigenwilligen Charme geprägt. Das Rheindorf hat noch viel vor: Junge Familien sollen angesiedelt werden, Gewerbegebiete für Arbeitsplätze sorgen und interessante Zukunftsprojekte sollen die Lebensqualität für die 3 200 Einwohner verbessern.
Au am Rhein: eine quicklebendige Dorfgemeinschaft
Auf dem Radweg entlang der Kreisstraße geht es nach Au am Rhein, das mit rund 4 000 Einwohnern zwar eine der kleinsten Kommunen ist, aber auch eine der schönsten. Es ist ein ausgesprochenes Haufendorf mit prägnantem dörflichen Charakter. Der Auenwald, ein Stück unberührter Natur, bietet dem Besucher eine Oase der Ruhe. Romantische Altrheinarme, Baggerseen, der deutsch-französische Radwanderweg und die verschiedenen PAMINA Rheinpark-Stationen laden zum Verweilen ein. Au am Rhein ist eine attraktive Wohngemeinde mit einem vorbildlichen Vereinsleben und einem umfangreichen Veranstaltungskalender. Die Auer Bürger feiern nicht nur gerne Fasching, sie pflegen leidenschaftlich Brauchtum, spielen in zwei Vereinen Fußball, organisieren alljährlich einen viel beachteten Weihnachtsmarkt, veranstalten Turniere und kulturelle Events oder realisieren ein Sommerferienprogramm für Kinder. Die neue schmucke Mehrzweckhalle ist Ausdruck einer lebendigen Dorfgemeinschaft. Im fortschrittlichen Rathaus legt der Bürgermeister viel Wert darauf, dass der Bürger im Vordergrund steht, die Infrastruktur weiter entwickelt wird und neue schöne Baugebiete junge Familien in die Idylle locken.
Durmersheim: ideale Lage für Berufspendler
Die „Hardt-Perle", Grenzgemeinde zum Landkreis Karlsruhe, ist die nördlichste Gemeinde des Landkreises Rastatt an der B 36. Das Straßendorf ist rund 3,5 Kilometer lang und wird von der stark befahrenen Bundesstraße in zwei Hälften geteilt. Eine Herausforderung, die Durmersheim bestens meistert. Berufstätige schätzen die schnelle Verbindung nach Karlsruhe oder Rastatt, die lückenlose Infrastruktur und den gut funktionierenden öffentlichen Personennahverkehr. Zu Recht schmückt sich Durmersheim mit der Wallfahrtskirche „Maria Bickesheim" und dem idyllischen Ortsteil Würmersheim. Eine vorbildliche Vereinskultur und eine beispielhafte Identifikation der Einwohner mit ihrer Gemeinde verleihen dem Ortsbild liebenswerte Züge.
Bietigheim: friedlich, sozial und fortschrittlich
Wer auf der B 36, der badischen Spargelstraße, an dem Straßendorf Bietigheim allzu schnell vorbei rauscht, versäumt eine Gemeinde, in der Alt-Erhaltenes und Neues, Fortschritt und dörfliches Flair harmonisch gepaart sind. Bietigheim hat nicht nur eine schöne alte Kirche aus dem Jahr 1150, viel Grün, blühende Plätze und Höfe, sondern auch ein lebendiges Gemeinwesen und einen prall gefüllten Veranstaltungskalender. Die Pflege der Dorftradition ist den Bietigheimern ebenso wichtig wie die Unterstützung in Not geratener Mitbürger aus einem Fond, der von dem Erlös des jährlichen Dorffestes finanziert wird. Einzigartig ist auch das ehrenamtliche „Graue-Panther-Taxi", das ältere Einwohner kostenlos innerhalb der Gemeinde oder in die nahe Umgebung transportiert. In Bietigheim, das durch einen Streuobstgürtel eingebettet ist, lässt es sich gut leben. Dafür sorgen auch schöne Lokale, luftige Biergärten und zahlreiche Freizeitanlagen.
Muggensturm: weltoffen und selbstbewusst
Direkt an der Autobahn 5, gegenüber von Ötigheim, liegt Muggensturm, die 6 500-Einwohner-Gemeinde, die sich in ihrer Image-Broschüre selbstbewusst als „Gemeinde auf der Überholspur" bezeichnet und für ihr ansprechendes gepflegtes Ortsbild nicht nur Preise im Ortsverschönerungswettbewerb, sondern auch im „Entente Florale" einem bundesweiten Blumenschmuckwettbewerb erzielte. Die Muggensturmer legen Wert auf den Erhalt des dörflichen Charmes und die stetige Verbesserung der Infrastruktur. Der kleine Ort beheimatet 500 Firmen und kann 2 500 Arbeitsplätze anbieten. Freizeitanlagen, Kinderspielplätze, Erlebnislandschaften prägen die moderne familienfreundliche Wohngemeinschaft. Richtig aufblüht die Hardtgemeinde beim traditionellen Volks- und Heimatfest im Juli, wo ein Blumenkorso mit über 60 Gruppen und mehr als 200 000 Dahlienblüten Tausende von Besuchern anzieht.
Wer die 23 Städte und Gemeinden des Landkreises Rastatt besucht hat und auch noch als i-Tüpfelchen einen Abstecher nach Baden-Baden, dem im Herzen des Landkreises liegenden selbssttändigen Stadtkreis gemacht hat, der verlässt dieses bilderbuchschöne Stück Mittelbaden nicht nur mit einem Koffer voller badischer Leckereien aus Hofläden und originellen Souvenirs der Handwerkskunst, sondern auch mit vielen unvergesslichen Bildern und Eindrücken im Kopf. Wahrscheinlich stellt er sich sogar vor, hier zu leben. Er wird wieder kommen. Vielleicht für immer.
Dieser Text wurde veröffentlicht im Bildband "Deutsche Landkreise im Portrait - Landkreis Rastatt". Zweite, völig neue Ausgabe 2006. Herausgegeben vom Verlag "Kommunikation & Wirtschaft GmbH, Oldenburg" in Zusammenarbeit mit der Kreisverwaltung des Landkreises Rastatt.
Der Bildband (ISBN 3-88363-251-1) ist zum Preis von 19,80 Euro im Buchhandel erhältlich.








