Wie hygienisch sind Wasserspielplätze?

Jetzt, wenn die heiße Sommerzeit wieder viele Menschen in die Bäder oder an die Baggerseen lockt, möchten auch Eltern kleiner Kinder oder Erzieherinnen ihren Sprösslingen ein „kühles Nass“ bieten. Wasserspielplätze sind da gerade recht und zunehmend beliebt.

Im Landkreis Rastatt und im Stadtkreis Baden-Baden gibt es viele Arten von Wasserspielplätzen, die meist von den Gemeinden eingerichtet werden. So gibt es Springbrunnen mit Wassertretstellen, künstliche Bachläufe mit Wasserförderung über Schwengelpumpen, wasserspeiende Fabeltiere, deren Wasser im Kreislauf geführt wird, oder künstliche Matschecken, die mit Bachwasser oder Brauchwasserbrunnen betrieben werden. Insgesamt sind dem Gesundheitsamt im Landratsamt Rastatt 37 solcher Spielplätze im Landkreis und Stadtkreis Baden-Baden bekannt.
 
Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl von Spielplätzen mit Zapfstellen, die am öffentlichen Trinkwasserleitungssystem angeschlossen sind und deren Wasser mikrobiologisch überwacht wird.
 
Die Anlagen werden in der Regel in bestimmten Abständen gereinigt und gewartet, um Hygieneproblemen vorzubeugen und technische Ausfälle zu vermeiden. Von den Gesundheitsämtern werden Wasserspielplätze nur bei Beanstandungen begangen, hauptsächlich Ziehbrunnen in Kindergärten. Hier steht die Trinkwasseruntersuchung im Vordergrund.
 
Eine Gesundheitsgefährdung kann entstehen, wenn das Wasser dauerhaft steht oder es zu örtlichen Stagnationen kommt. In solchen Bereichen nimmt die Keimbelastung rasch zu. Es muss auch darauf geachtet werden, dass das Wasser selbst, der Ein- oder Auslaufbereich oder die direkte Umgebung nicht mit Vogelkot oder Tierexkrementen verschmutzt sind. Problematisch kann es ebenfalls werden, wenn Wasser aus ungeschützten und möglicherweise belasteten Gebieten gefördert und genutzt wird, wie etwa aus Brunnen, in deren Einzugsgebieten Mistablagerungen, Abfälle, oder ähnliches liegen.
 
Wenn Kinder ein mit Keimen kontaminiertes Wasser trinken oder auch bei Wasserfontänen oder Wasserspeiern über die Atemwege aufnehmen, kann es beispielsweise zu Durchfällen oder anderen Infektionen kommen. Grundsätzlich sind daher Wasserspielplätze vorzuziehen, die mit Trinkwasser gespeist werden.
 
Über die konkrete Situation vor Ort gab es bisher nur eingeschränkte Informationen. Derzeit läuft eine Erhebung, die durch das Umweltbundesamt initiiert wurde. Das Gesundheitsamt im Landratsamt Rastatt hat dazu allen Gemeinden im Landkreis einen Fragebogen zugesandt, dessen Ergebnisse aktuell zusammengeführt und ausgewertet werden, um die Betreiber von Wasserspielplätzen gezielter beraten zu können. Mittelfristig soll durch das Umweltbundesamt eine bundesweite Handlungsempfehlung erarbeitet werden.