Trockenheit und Wärme führen zu erhöhter Waldbrandgefahr

Anhaltende trockene Witterung in Verbindung mit hohen Temperaturen, wie bereits im Frühjahr dieses Jahres, bergen ein hohes Gefährdungspotenzial für unsere Wälder. Die Waldbrandgefahr in unseren Wäldern steigt stark an.

„Schon eine Kleinigkeit oder gar eine Unachtsamkeit kann einen Waldbrand verursachen“ sagt Michael Günter von der Bezirksleitung Gaggenau des Forstamtes im Landkreis Rastatt. Besonders gefährlich sind weggeworfene Zigaretten oder eine Glasflasche, die unter sengender Sonne wie ein Brennglas wirken kann.
 
Nach Aussage der örtlichen Förster entstehen die meisten Waldbrände durch Fahrlässigkeit und wären daher weitgehend vermeidbar. Besorgniserregend ist vor allem, dass vermehrt unerlaubte „wilde“ Feuerstellen entlang von Fahrwegen oder „mitten im Wald“ festgestellt werden müssen. Dies sind ungeachtet des Verbots beste Ausgangsbedingungen für einen Waldbrand. Erst im Mai wurde ein Waldbrand „Am Schanzenberg“ in einem Forstrevier in Gaggenau-Bad Rotenfels gemeldet. „Hätten aufmerksame Waldbesucher und Feuerwehr nicht so prima zusammengearbeitet, wer weiß, was dann passiert wäre“, wird das rasche Handeln aller Beteiligten von Förster Andreas Bach von der Forstbezirksleitung Gaggenau gelobt. Bei diesem Ereignis ist davon auszugehen, dass es durch Unachtsamkeit entstanden ist.
 
Die Waldstruktur im Landkreis Rastatt mit Mischwäldern, Laubwäldern und überwiegend Böden mit hoher Wasserspeicherfähigkeit verhindert in der Regel ein großflächiges Ausufern der Brände. „Dennoch gibt es auch Waldflächen, insbesondere in der nördlichen Rheinebene mit lichtdurchlässigen Kiefernwäldern und trockenen Sandböden, die anfälliger für einen Waldbrand sind“, so die Forstexperten. Alleine die Örtlichkeit entscheidet nicht über die Entstehung eines Waldbrandes.
 
Unsere Wälder sind gut mit Forstwegen durchzogen. Dies ist unabdingbar für einen schnellen Zugang für die Feuerwehr. Trotz allem gibt es Waldbereiche, besonders die Hochlagen, die dies nicht gewährleisten. Kommt es dort zu einem Waldbrand, verlangsamt und erschwert es einen Feuerwehreinsatz. Hinzu kommt, dass sich die Löschwasserverfügbarkeit im Wald als nicht einfach gestaltet. Bei diesen Gegebenheiten vor Ort kann ein Waldbrand folgenschwere Auswirkungen nach sich ziehen. „Wenn es doch einmal zu einem Brand kommt, ist es wichtig, diesen so schnell wie möglich und mit genauer Ortsangabe zu melden“, betont Förster Michael Günter. „Ein Waldbrand kann auch ohne weiteres Zutun des Menschen ausgelöst werden, jedoch sollten wir als Nutznießer vom Wald bedachter mit dieser Gefährdung umgehen und sie nicht zusätzlich provozieren.“
 
Waldbesucher sollten daher besondere Vorsicht walten lassen. Vom 1. März bis 31. Oktober gilt im Wald ein grundsätzliches Rauchverbot. Feuer machen ist nur an den offiziellen, fest eingerichteten Feuerstellen auf den Grillplätzen erlaubt. Bei örtlich besonders hoher Brandgefahr kann das Feuermachen vom Forstamt auch an den offiziellen Feuerstellen verboten werden. Nicht gestattet ist das Grillen im Wald auf mitgebrachten Grillgeräten. Zudem muss offenes Feuer außerhalb des Waldes mindestens 100 Meter vom Waldrand entfernt sein.
 
Auch an den erlaubten Stellen muss das Feuer immer beaufsichtigt und vor dem Verlassen unbedingt vollständig gelöscht werden. Wichtig ist es zudem, dass Schranken und Wege nicht mit Fahrzeugen zugeparkt werden, sodass im Notfall Feuerwehr und Rettungsfahrzeuge zufahren können.