Gewässernachbarschaftstag – Erfahrungsaustausch im Landratsamt Rastatt

Im Rahmen der Gewässernachbarschaft wurde für die Gemeinden des Landkreises Rastatt und des Stadtkreises Baden-Baden Anfang November der Gewässernachbarschaftstag durchgeführt. Im Mittelpunkt stand der Gewässerrandstreifen, der mit der Novellierung des Wasserhaushaltsgesetzes verbindlich festgesetzt wurde.

Fließende wie stehende Gewässer sind wichtige Elemente des Naturhaushalts und des Landschaftsbildes. In der gewachsenen Naturlandschaft werden die Gewässer und die angrenzenden Ufergrundstücke auf vielfältige Weise durch den Menschen genutzt. Um die Gewässer zu schützen, wurde der Gewässerrandstreifen eingeführt. Er dient der Erhaltung und Verbesserung der ökologischen Funktionen oberirdischer Gewässer und der Wasserspeicherung, des Weiteren der Sicherung des Wasserabflusses und der Verminderung des Stoffeintrages aus der Nutzung der Ufergrundstücke.
 
Der Gewässerrandstreifen umfasst einen Streifen von 5 m Breite, gemessen ab Böschungsoberkante, im Siedlungsbereich und 10 m Breite außerhalb des Siedlungsbereichs. Die Eigentümer der Ufergrundstücke sollen den Gewässerrandstreifen vor dem Hintergrund seiner wichtigen Funktionen erhalten. Dazu hat der Gesetzgeber die Errichtung von baulichen und sonstigen Anlagen im Gewässerrandstreifen verboten. Weiter sind der Einsatz und die Lagerung von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln (auch Herbizide) sowie die Umwandlung von Grünland in Ackerland untersagt. Die Ablagerung von Gegenständen, die den Wasserabfluss behindern können oder fortgeschwemmt werden können, ist unzulässig.
 
„Der Erfahrungsaustausch von Mitarbeitern der Städte und Gemeinden, die mit der Gewässerunterhaltung betraut sind, hat sich sehr bewährt“, stellt Wolfgang Hennegriff, der Leiter des Umweltamtes im Landratsamt Rastatt fest. In einem Workshop wurde die Umsetzung anhand von Fallbeispielen vermittelt und die konkrete Festlegung des Gewässerrandstreifens im Gelände mittels fotografischer Aufnahmen vorgestellt.
 
Die Bedeutung des Gewässerrandstreifens erläuterte Armin Heugel vom Amt für Baurecht, und Naturschutz. Er hob unter anderem die Bedeutung für Flora und Fauna hervor, die eine sehr hohe Vielfalt gerade im Umfeld der Gewässer auszeichnet. Unter diesen Aspekten wurden auch Hinweise für die Unterhaltung gegeben. So sollte der Gewässerrandstreifen immer nur abschnittsweise oder wechselseitig gemäht werden, so dass die Populationen sich wieder schnell entwickeln können.