Flächendeckende Geschwindigkeitsüberwachung zeigt Wirkung – Quote erneut gesunken

Erstmals liegt die Quote der beanstandeten Fahrzeuge bei der Geschwindigkeitsüberwachung im Landkreis Rastatt mit 9,2 Prozent unter der lange angepeilten Zehnprozentmarke. 196.832 Fahrzeuge passierten im vergangenen Jahr die Geschwindigkeitsmessanlagen an 482 Messstellen. 17.948 Fahrzeuge hielten sich dabei nicht an das vorgegebene Tempolimit. Die Messkontrolleure des Landratsamtes waren 2016 an 198 Tagen im Einsatz.

Mit allen drei Varianten - mobiler, stationärer und semistationärer Geschwindigkeitsmessung - will der Landkreis Rastatt erreichen, dass langsamer gefahren wird, um für mehr Verkehrssicherheit zu sorgen. Denn die Statistik in Deutschland zeigt weiterhin, dass zu hohe und nicht angepasste Geschwindigkeit die Hauptursache für Unfälle mit Schwerverletzten ist. Bei diesem Ziel wird das Landratsamt weiterhin durch die Polizei unterstützt, die außerdem Messungen an übergeordneten Straßen und teilweise auch Messungen mit anschließender Anhaltekontrolle durchführt.
 
„Die von Jahr zu Jahr zurückgehende Verstoßquote weist in dieser Richtung bereits erste Erfolge auf“, bilanziert Angela Herrmann, die Leiterin der Zentralen Bußgeldstelle in der Landkreisverwaltung. Lag die Quote im Jahr 2013 im Landkreis noch bei 10,8 Prozent, so konnte sie kontinuierlich jährlich reduziert werden. Die Bußgeldstelle hofft, bereits Ende dieses Jahres eine Reduktion um einen weiteren Prozentpunkt zu erreichen.
 
In der Konzeption des Landkreises für die Geschwindigkeitsüberwachung steht an erster Stelle die allgemeine Verkehrssicherheit und Unfallvermeidung. Hierfür läuft seit 2017 eine flächendeckendere Messung mit mehr Personal, mit der Folge, dass das landkreiseigene Geschwindigkeitsmessgerät öfters im Schichtbetrieb eingeplant werden kann.
 
Zusätzlich kommt seit diesem Frühjahr eine semistationäre Geschwindigkeitsmessanlage zum Einsatz. Dabei kann das Messsystem, das in einem Kfz-Anhänger eingebaut ist, an verschiedenen Messstellen in den Kommunen eingesetzt werden und an einem Standort mehrere Tage verbleiben. „Es kombiniert die Vorzüge mobiler und stationärer Geschwindigkeitsüberwachung in einem Gerät“, betont die Leiterin der Bußgeldstelle. Gefahrenstellen können hierdurch länger und effektiver bemessen werden. Auch Beschwerden von Gemeinden und Anwohnern wegen Rasern kann durch die „Rund-um-die-Uhr-Messung“ besser begegnet werden. Außerdem werden die Messkontrolleure bei den notwendigen Nachtmessungen entlastet.
 
Nach wie vor wird laut Herrmann großer Überwachungsbedarf von den Gemeinden gerade im Bereich von Schulen und Kindergärten gemeldet. Dem wird der Landkreis durch eine groß angelegte Blitz-Aktion zum Schuljahresbeginn im September Rechnung tragen.
 
 
Bild: Das semistationäre Messgerät im Einsatz in Gernsbach-Staufenberg (Foto: LRA)