„Aufstiegs-BAföG“ stärkt Fortbildungsmotivation für Fachkräfte

Eine Weiterbildung zum Techniker oder Meister darf nicht am Geld scheitern. Junge Menschen, die beruflich weiterkommen möchten, aber die Ausbildung und den Lebensunterhalt nicht aus eigenen Mitteln bestreiten können, sollen durch staatliche Leistungen die Möglichkeit erhalten, die angestrebte Qualifizierung zu absolvieren.

Wie das Amt für Ausbildungsförderung beim Landratsamt Rastatt mitteilt, hat die Reform des Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetzes (AFBG), das sogenannte „Aufstiegs-BAföG“, seit der Anpassung vor einem Jahr erhebliche Verbesserungen für weiterbildungswillige Arbeitskräfte gebracht. Die finanzielle Unterstützung soll jungen Menschen einen Anreiz bieten, sich beruflich zu qualifizieren. „Eine gute Ausbildung ist die Basis für beruflichen Erfolg, sie belastet den Auszubildenden aber auch wirtschaftlich“, so Petra Welz von der Ausbildungsförderung im Landratsamt Rastatt. Neben den persönlichen Vorteilen für die künftigen Techniker oder Meister ist diese Unterstützung auch wirtschaftspolitisch sinnvoll, denn damit wird dem bestehenden Fachkräftemangel entgegengewirkt.
 
Das „Aufstiegs-BAföG“ stärkt die Fortbildungsmotivation und bietet durch die Möglichkeit des Darlehensteilerlasses für potentielle Existenzgründer einen Anreiz nach erfolgreichem Abschluss der Fortbildung den Schritt in die Selbständigkeit zu wagen. Die verbesserten Förderkonditionen haben bereits spürbar zu einer starken Inanspruchnahme geführt.
 
Mit der Reform und Wandlung des „Meister-BAföG“ zum „Aufstiegs-BAföG“ wurde mehr Durchlässigkeit zwischen akademischer und beruflicher Ausbildung geschaffen. Beruflich vorqualifizierte Bachelor-Absolventen und Studienaussteiger können seit 2016 Förderleistungen erhalten, wenn sie eine Meister-Ausbildung absolvieren. Im Leistungsbereich wurden nicht nur die Fördersätze, sondern auch der Zuschussanteil deutlich erhöht. Auch die Vermögens- und Einkommensfreibeträge sowie die Höchstbeträge für die Lehrgangs- und Prüfungsgebühren sind seitdem gestiegen. Es werden Vollzeitmaßnahmen, aber auch Lehrgänge, die berufsbegleitend absolviert werden, gefördert. Die Attraktivität der beruflichen Bildung wird so deutlich gesteigert.
 
Beim Aufstiegs-BAföG gibt es keine Altersbeschränkung, lediglich die persönlichen, qualitativen und zeitlichen Anforderungen der Ausbildungsmaßnahme müssen erfüllt sein. Wie bisher das „Meister-BAföG“, besteht das „Aufstiegs-BAföG“ aus einem Zuschuss und einem zinsgünstigen Darlehen der KfW-Bank.
 
Wer sich in einer Vollzeitmaßnahme zum Techniker, Fachwirt, Fachkaufmann, Meister oder in einem sozialen Beruf weiterbilden möchte und Förderleistungen in Anspruch nehmen will, sollte rechtzeitig vor Beginn der Ausbildung einen Antrag stellen, da Unterhaltsbeiträge nicht rückwirkend gewährt werden können. Sollen nur die Maßnahmen bei Teilzeitausbildungen bezuschusst werden, so können diese bis zum Ende des jeweiligen Ausbildungsabschnitts beantragt werden.
 
Information und Anträge: Landratsamt Rastatt, Ausbildungsförderung, Telefon 07222 381-0. Elektronische Vordrucke hier.