Bürgerinformation zur PFC-Problematik

Das Thema per- und polyfluorierte Chemikalien (PFC) hat nach den Funden in Baden-Baden, dem Landkreis Rastatt und seit Kurzem auch in Mannheim in der Öffentlichkeit viele Fragen aufgeworfen. In mehreren Pressemitteilungen und öffentlichen Informationsveranstaltungen wurden die Bürgerinnen und Bürger über die gewonnenen Erkenntnisse und die weiter vorgesehenen Arbeiten der beteiligten Behörden (Fachministerien, Regierungspräsidium, Landratsamt und Stadt) bereits informiert.

Für alle die sich neu oder ergänzend informieren wollen haben die Fachbehörden "Antworten auf häufig gestellte Fragen" zum Thema PFC erarbeitet und jetzt als Information für die Öffentlichkeit ins Netz gestellt.
Auf der Internetseite des Regierungspräsidiums Karlsruhe können die Fragen und Antworten unter www.rp-karlsruhe.de, "Stabsstelle PFC", eingesehen werden.

Pressemitteilung des RP Karlsruhe vom 28. März 2017 zur Einrichtung Stabsstelle PFC (30 KiB)

Pressemitteilung des RP Karlsruhe vom 15. März 2017 zum Vorerntemonitoring 2017 (45 KiB)

FAQ-PFC Stand Juni 2017 (1,3 MiB)
Anlage 1 zu den FAQs (563 KiB)
Anlage 2 zu den FAQs (559 KiB)
Anlage 3 zu den FAQs (564 KiB)

Fragen und Antworten zum Humanbiomonitoring (68 KiB)

Historie und Zusammenfassung (September 2016) (6,3 MiB)
Übersicht der belastenden Flächen und der Grundwassermessstellen (950 KiB)

Infoveranstaltung am 1. Dezember 2016 im Landratsamt Rastatt

Präsentation Infoveranstaltung (4,9 MiB)

PFC-Vorerntemonitoring: Verzehr landwirtschaftlicher Produkte unbedenklich

Das PFC-Vorerntemonitoring von pflanzlichen Erzeugnissen wurde 2016 im zweiten Jahr erfolgreich fortgesetzt

Untersuchungen von Pflanzenproben auf PFC-Verbindungen durch das Landwirtschaftliche Technologiezentrum Augustenberg (LTZ) haben gezeigt, dass überwiegend kurzkettige PFC-Verbindungen und diese in sehr unterschiedlichem Maße von den Pflanzen aufgenommen werden.
Daher haben die baden-württembergischen Behörden im Jahr 2015 das Projekt „PFC-belastete Flächen in Nordbaden - Lösungen für den Anbau von landwirtschaftlichen Kulturen und zur vorbeugenden Verbrauchersicherheit“ initiiert. Das Regierungspräsidium Karlsruhe koordiniert das Projekt und das Landratsamt Rastatt, Landwirtschaftsamt, betreut es in Abstimmung mit den Bewirtschaftern vor Ort. Für das Projekt hat das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg (MLR) für die Jahre 2015 bis 2017 über eine halbe Million Euro zur Verfügung gestellt. Ziel des Projektes ist insbesondere der vorsorgende Verbraucherschutz und die Risikoabschätzung für den weiteren Anbau auf mit PFC belasteten Flächen.

Das PFC-Vorerntemonitoring ist Teil des Projektes und beinhaltet außerdem Gefäß- und Feldversuche des LTZ, um weitere fachliche Kenntnisse über das Verhalten von kurzkettigen PFC in Pflanzen und damit auch Lösungen für die landwirtschaftliche Produktion zu erhalten.

Im Rahmen des PFC-Vorerntemonitorings werden seit dem Jahr 2015 Pflanzenaufwüchse für die Lebensmittel- und Futtermittelgewinnung sowie ggf. sonstige Pflanzen von allen bekannten mit PFC belasteten landwirtschaftlichen Nutzflächen – in der Regel Ackerflächen – rechtzeitig vor der Ernte untersucht. Die Ergebnisse werden den Bewirtschaftern dieser Flächen mitgeteilt, die somit Aufschluss über PFC-Werte in ihren Pflanzen und über die mögliche weitere Verwendung ihrer Produkte erhalten. Lebensmittel mit PFC-Gehalten oberhalb der behördlich festgelegten Beurteilungswerte* dürfen nicht in den Verkehr gebracht werden. Sie werden vernichtet bzw. die entsprechenden Flächen werden nicht beerntet und ggf. umgepflügt z.B. bei Erdbeeren. Die Kombination aus Vorerntemonitoring und davon unabhängiger Lebensmittelüberwachung bietet ein hohes Maß an Sicherheit, damit keine Lebensmittel mit überhöhten PFC-Gehalten auf den Markt kommen.

*Für kurzkettige PFC in Lebensmittel gibt es bislang weltweit keine toxikologisch abgeleiteten Grenzwerte. Da insoweit offizielle Grenzwertempfehlungen fehlen, wurden vom MLR übergangs- und hilfsweise lebensmittelrechtliche Beurteilungswerte festgelegt. Die Beurteilungswerte wurden ausgehend von den bestehenden Orientierungs- bzw. Leitwerten des Umweltbundesamtes für Trinkwasser unter Berücksichtigung der statistisch erfassten Verzehrsmengen von Obst, Gemüse, Getreide und tierischen Lebensmitteln errechnet.

PFC-Vorerntemonitoring 2016

Nach den Erkenntnissen aus dem Vorerntemonitoring des vergangenen Jahres sind die Landwirte zwischenzeitlich im Rahmen ihrer betrieblichen Möglichkeiten auf unbelastete Flächen ausgewichen. Dadurch konnte die Anzahl der Proben im Vorerntemonitoring 2016 reduziert werden und es wurde ein weiteres wichtiges Ziel des Projektes, nämlich das Hinwirken auf eine Änderung bzw. Anpassung der Kulturen und Verlagerung auf unproblematische Anbauflächen, erreicht.
Das Vorerntemonitoring der Saison 2016 ist weitgehend abgeschlossen. Es stehen noch die laufenden Proben im Bereich der Gemüseerzeugung an, sowie ca. 100 Proben Körnermais.

Die Tendenzen des letzten Jahres hinsichtlich der Aufnahme bei gegebener Belastung des Bodens und unterschiedlicher Aufnahme bei verschiedenen Pflanzenarten scheinen sich 2016 zu bestätigen.

Die Beobachtungen der Jahre 2015 und 2016 zeigen, dass Wintergerste und Sommerhafer PFC aus belasteten Flächen nur in geringem Umfang aufgenommen haben; die Ergebnisse lagen unterhalb der Beurteilungswerte. Roggen hat wenig PFC aufgenommen, die gemessenen Werte liegen zum Teil jedoch nur knapp unterhalb der Beurteilungswerte weshalb diese Frucht weiter beobachtet werden muss. Nach heutigem Stand zeigt sich Weizen (sowohl Sommer- als auch Winterweizen) als Problemkultur im Hinblick auf die Erzeugung von Brotgetreide; auch die Verwendung als Futtermittelgetreide ist kritisch zu betrachten. Spargel zählt nicht zu den Pflanzen, die PFC bevorzugt aufnehmen. Wasserreiche Früchte nehmen besonders viel PFC auf.

Auf der Basis der bisherigen Erkenntnisse werden Anbauempfehlungen für die Landwirte erarbeitet, damit für die Planung der nächsten Kulturen entsprechende Anpassungen vorgenommen werden können.

Das Vorerntemonitoring wird 2017 fortgesetzt.

Pressemitteilung: Vorerntemonitoring 2016 (54 KiB)
 


 


Reiner Söhlmann

PFC-Geschäftsstelle

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